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KC-Blätter · 1932-08-01 · Heft 4 (August 1932) · p. Seite 82

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Journal
KC-Blätter
Volume
1932
Issue
Heft 4 (August 1932)
Date
1932-08-01
Page
Seite 82 (sequence 8)
Language
German
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82 K. C.-Blätter hat. Man will auch in Deutschland ein Studentenrecht nach rassischen Gesichtspunkten, ja man will sogar den numeru8 e1au8U8 an Deutschlands Hochschulen einsühren. Das einzige, was einen hierbei bedenklich stimmen könnte, ist die Tatsache, daß der Vorsitzende der D. St. ein Telegramm der nationalsozialistischen Regierung von Mecklenburg zur Verlesung brachte, wonach der Staat Mecklenburg diese Pläne begrüße und sie auch an seiner Landesuniversität Rostock zur Durchführung bringen werde. Man hat diese Worte aus dem Munde nationalsozialistischer Kommilitonen schon zu oft gehört, man hat auch schon zu oft, zuletzt an der Berliner Universität, erlebt, daß diese Studenten nach 24 Stunden prompt wieder umgefallen sind, als daß diese Großsprechereien eines Äerrn Krüger allzu ernst genommen werden müßten. Wir glauben auch nicht, daß nach dem 31. Juli und dem 13. August Äerr Granzow es riskieren wird, um der schönen Augen einiger studentischer Vertreter wegen einen eklatanten Verfaffungsbruch zu begehen. Beschränkte man sich in dieser Frage auf die Aufstellung von Forderungen, so ging man in der Frage der „Verfassung" der D. St. gleich resolut einen Schritt weiter und beschloß, endgültig mit dem Parlamentismus aufzuräumen und zum aulokratischen Führerprinzip überzugehen. Gewählt werden in Zukunft innerhalb der D. St. nur noch die Kammern der örtlichen Studentenschaften, die ihrerseits wieder einen örtlichen Vorsitzenden wählen. Dieser Vorsitzende jedoch bedarf der Bestätigung durch den Kreisleiter und ist nicht an die Beschlüsse der Kammer, sondern an die Weisungen des Kreisleiters gebunden. Die Kreisleiter, sowie alle übrigen Amtsleiter der D. St., auch die beiden anderen Vorstandsmitglieder, werden in Zukunft vom Vorsitzer ernannt. Damit nun aber ben Nationalsozialisten die Macht, die sie einmal innerhalb der D. St. errungen haben, nicht wieder genommen werden kann, ernennt der Vorsitzer auch gleich seinen Nachfolger und rückt selbst zum Aeltesten auf. Welche Scheinrolle in dieser Verfassung der Studententag spielt, und ob er überhaupt stattfinden soll, bleibt vorläufig unklar. Mit diesen Beschlüssen hat sich die „Deutsche Studentenschaft" ihr eigenes Grab gegraben. Alles das, was die Gründer der D. St. geschaffen und auf gebaut haben, ist so gründlich zerstört, daß eine Rekonstruktion unmöglich ist. Wie stark diese Erkenntnisse auch schon in die Kreise der Studentenschaft ge drungen sind, zeigen die Ergebnisse der Königsberger D. St.-Wahlen, die kurz nach dem Studententag stattfanden. Die Nationalsozialisten erlitten einen Stimmenrückgang von rund ohne daß diese Stimmen in nennenswertem Amfange den anderen D. St.-Gruppen zugute gekommen wären. Ein Stück Geschichte der Deutschen Studentenschaft ist mit dem Königsberger Studententag zu Ende gegangen. Aufgabe der republikanischen Studenten, überhaupt aller derer, die die D. St. in ihrer heutigen Gestalt ablehnen, muß es sein, dafür zu sorgen, daß das, was an Ideengut der D.St. der Frontgeneration wertvoll ist, nicht verloren geht, sondern erhalten bleibt für den Aufbau einer neuen studentischen Selbstverwaltung in einer hoffentlich besseren Zukunft. Schetnheiligkeit. In der Nacht nach der Reichstagswahl vom 31. Juli 1932 ist bei Zusammen flößen mit Kommunisten inBraunschwe^ ein nationalsozialistischer Student getöl.r worden. Die „Deutsche Studentenschaft" nimn.t diesen Vorfall zum Anlaß, um duro den Mund ihres Vorsitzers den Reichs innenminister an die große Zahl ähnliche Ereignisse zu erinnern und um dringen- Abhilfe zu ersuchen. Jeder menschlich Empfindende ve-. abscheut die Mordseuche, die das deutsche Vaterland verheert, gleichgültig welcher Partei er immer angehören mag. Gerade darum erscheint es aber besonders hinter-

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