KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1932
- Issue
- Heft 4 (August 1932)
- Date
- 1932-08-01
- Page
- Seite 81 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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K. C.-Blätter 81 Er kam in ungeahnte Kämpfe, und er, der so gern im Freundeskreise die Freuden des Lebens kostete, er zog sich mehr und mehr zurück. Nur wenige waren es noch, die ihm nahestanden. Aber diese wenigen empfanden bis in seine letzten Tage, wie Max Haase innerlich doch so ganz der alte geblieben war. Auch wenn man ihn Jahre nicht gesehen hatte, war ein Zusammensein mit ihm immer wieder die Bestätigung seiner unwandelbaren Treue und seines persönlichen Miterlebens an dem, was seine Freunde anging. Und auch die Stunde harmloser Fröhlichkeit fand sich dann wieder und man verließ ihn mit dem Gefühl: Haase ist doch ganz der alte. _ Der Kreis der Freunde war kleiner geworden, aber einen anderen Kreis hatte er sich gebildet, in dem er den Sinn seines Lebens fand, den Kreis. der Familie. Und wer Max Haase nicht in seiner Familie gesehen und ich möchte sagen, erlebt hat, der hat ihn nicht gekannt, wie er war, und der kann ihn auch nicht verstehen. Mochte der Kampf des Lebens ihn» noch so sehr bedrücken, wenn er in sein Heim kam, leuchtete die Freude an Frau und Kind aus seinem Auge und er war der alte fröhliche Haase, den wir von früher kannten. Und so umspielte dieses Haus eine seltene Harmonie. Es war einer dem anderen eng verbunden, nicht nur durch das Band der Familie, sondern als Freund und treuer Kamerad. Den Freundeskreis, die Stätte des Fröhlichseins — Haase konnte beides ja nicht entbehren —, er hat es in seiner Familie gefunden. Mein lieber Dicker — ich finde keine Worte der Klage, da Du nun nicht mehr unter uns bist. Ich meine, sie passen nicht zu Dir. Ich will Dir nur im Namen Deiner Freunde danken für die vielen frohen Stunden, die Du uns in unserer Jugend bereitet hast. Wir wollen Dir danken für die Treue und Freundschaft, die Du uns ein Menschenalter hindurch gehalten hast. Dir wollen wir diese Freundschaft und Treue über das Grab hinaus bewahren, im Leben aber Deiner vereinsamten Familie, die Dir mehr bedeutete, als Du selbst. Warmbrunn (Viadr.-Br.). Das Ende. Der Königsberger Studententag der D. St. Mitte Juli veranstaltete die nationalistische „Deutsche Studentenschaft" ihren alljährlichen Studententag in Königsberg. Man wollte durch die Wahl dieses Ortes wohl zum Ausdruck bringen, daß man gewillt ist, dem Osten Deutschlands zu helfen. Allerdings ist es merkwürdig, daß diejenigen Kreise, die sich immer als besonders national aufspielen, bis zum Jahre 1932 warten mußten, während andere Verbände schon viel früher den Weg in den deutschen Osten gefunden haben. Sachlich brachten die „Beratungen" des Studententages nichts Wesentliches, nur einige kleine Ereigniffe werfen bezeichnende Streiflichter auf die Situation innerhalb der D. St. So beispielsweise, wenn man versuchte, die Vertreter der Korporationen, an ihrer Spitze Äerr Referendar Schulz, der noch vor einem Jahr der einflußreichste Mann und Vorsitzender der D. St. war, von den Sitzungen auszufchließen. Oder wenn man bei der Besprechung der Gefallenengedenkspende bemängelte, daß der bisherige Leiter sachlich qualifizierte Studenten mit Lilse der aus dieser Spende zur Verfügung stehenden Geldmittel ins Ausland sandte; die Auswahl habe nicht nach sachlichen, sondern nach politischen Gesichtspunkten zu erfolgen. Als letzte bemerkenswerte Tatsache sei festgestellt, daß der einzige Nicht-Parteinationalsozialist, der „Korporationsvertreter" Lerr Schickert (V. C.), gegen die Stimmen der übrigen Korporalionsverbände mit Lilfe des N. S. D. St. B. gewählt wurde. Ein trauriges Bild dessen, wie es einmal aussehen würde, wenn Litler im Reichstag die absolute Mehrheit hätte, boten die sogenannten „Plenarsitzungen" des Studententages. Von Beratungen oder gar etwa geistigen Auseinandersetzungen war nichts zu spüren. Man beschränkte sich vielmehr darauf, was im „Braunen Äaus zu Müchen" beschlossen worden war, kritiklos zur Kenntnis zu nehmen und zu sanktionieren. Das sachliche Ergebnis des Studententages ist mager genug. Man begnügte sich damit, ein neues Studentenrecht zu fordern, bei dem wohl der ehemalige Wiener Rektor Gleispach Pate gestanden Denkst Du daran?!