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KC-Blätter · 1932-08-01 · Heft 4 (August 1932) · p. Seite 79

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Journal
KC-Blätter
Volume
1932
Issue
Heft 4 (August 1932)
Date
1932-08-01
Page
Seite 79 (sequence 5)
Language
German
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K. C.» Blätter 79 war. Niemand von denen, die jene Zeit im Verbände milerlebt haben, wird das heroische Ende dieser Verbindung vergessen, und wir haben es Lennhoff zu danken, daß vie „Silesia" damals ihren Mann gestanden hat in bester Vertretung der Grundsätze unseres Verbandes. Schon während seiner Studentenzeit war er einer der Vorkämpfer unseres Verbandes, der die Aufgaben des K. C. nie beschränkt sah auf den Kreis seiner Verbindung, sondern die Verbindung nur als den Ausgangspunkt der Arbeit für unsere Idee erkannte. Zn der alten Berliner Studentenvertretung war er der Sprecher des K. C. Bei den uns Näher-aber auch bei den uns Fernerstehenden sicherte er sich Achtung und Anerkennung. Es war daher eine Selbstverständlichkeit, daß er nach seinem 1925 erfolgten Eintritt in den Geschäftsführenden Ausschuß das hochschulpolitische Referat übernahm. Die Ereignisse der Zeit ließen die Bedeutung seines Arbeitsgebietes immer stärker anwachsen. Mit der ruhigen Sachlichkeit, die ihm eigen war, verstand er es trotz allen Wechsels der hochschulpolitischen Situation mit völliger Folgerichtigkeit den Kurs zu steuern, der der Würde unseres Verbandes entsprach und den die Förderung seiner Ziele notwendig machte. Nur einige Etappen seiner Arbeit seien erwähnt, um an die mannigfachen Aufgaben zu erinnern, die ihm der Kampf um das deutsche Studentenrecht stellte. Nie dürfen wir vergessen, daß der entscheidende Punkt des Streites zwischen dem Kultusminister Becker und der völkischen Mehrheit die Gleichberechtigung der jüdischen Studenten war, Lennhoff war unser Streiter in diesem Kampf. Es folgte die Gründung des Deutschen Studentenverbandes, die internationalen Tagungen in Bierville und in Nyon. Aber dazwischen lag die ungeheure Kleinarbeit der laufenden Beratung unserer Verbindungen in all den alltäglichen Schwierigkeiten um ihre Anerkennung in den Lochschulen. Mochten es Fragen waffenstudentischer Art, scheinbare Aeußerlichkeiten, wie die Beteiligung und die Reihenfolge beim Chargieren, mochten es große hochschulpolitische Gesichtspunkte wie die Gründung allgemeiner studentischer Arbeitsgemeinschaften oder Fragen der Koalitionen mit anderen Gruppen sein, immer wieder fielen sie in das Arbeitsgebiet von Lans Lennhoff, und immer wieder hat er sich mit emsigem Fleiß, mit peinlichster Genauigkeit dieser Aufgaben angenommen. Dann folgten die Studentenkrawalle und sie stellten neue Forderungen an ihn. Lans Lennhoff ist von uns gegangen. Sein Arbeitsgebiet hat eine Wichtigkeit erhalten, wie kaum ein zweites durch die zurzeit schwebenden Fragen des Studentenrechts, des Werkjahres, der Arbeitsläger. Er hat sie alle noch in Angriff nehmen können. Es ist ihm und uns nicht vergönnt gewesen, daß er sie vollendet. Es ist noch nötig, um sein Werk zu umreißen, darauf hinzuweisen, daß seine Arbeit sich in diesem Kreise nicht erschöpfte. War er doch nicht nur der Vertreter der Zugend im Geschäftsführenden Ausschuß, sondern ist er doch auch schon sehr bald in den Ausschuß des Altherrenbundes Sprevia berufen worden, und hat er doch auch im GA. neben allen Fragen der Lochschulpolitik in. der Arbeit der Ehrenratkommission viel unerfreuliche Kleinarbeitzu verrichten gehabt. Er hat seine Lieberzeugung vertreten, er hat den Mut zur Unpopularität dabei nicht gescheut. Aber auch diejenigen, die anderer Auffassung waren, haben in ihm den aufrecht Strebenden geschätzt. Besser aber als jedes Wort der Anerkennung daß wir, seine Freunde, die wir mit ihm ein Zahrzehnt arbeiten konnten, aussprechen, kann in die Zukunft hinüberklingen, was diejenigen, mit denen er gar oft seine Klinge gekreuzt hat, uns aus Anlaß seines Leimgangs ausgesprochen haben. Darum sei hier wiedergegeben, was das Präsidium des K I V. in seinem Beileidsschreiben an den GA. ausspricht: Sehr verehrte Kommilitonen! mit tiefer Bestürzung erhielten wir die Nachricht von dem tragischen Tode Ihres Bundesbruders Assessor Hans Lennhoff. Wir hatten so vielfältig Gelegenheit, in gemeinsamer Arbeit Herrn Assessor Lennhoff kennenzülernen, daß wir wohl nicht übertreiben, wenn wir sagen, über den Kreis des K. C. hinaus erleidet die gesamte jüdische akademische Arbeit in Deutschland einen außerordentlich schweren Verlust. Gerade die weltanschauliche Gegensätzlichkeit, in der wir uns oft zu ihm befanden, hat immer deutlich werden lassen, mit wieviel jüdischer Wärme und mit welch hoher Intelligenz Herr Assessor

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