Mannheim
Compact Memory

KC-Blätter · 1928-07-01 · Heft 1 (Juli 1928) · p. Seite 22

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1928
Issue
Heft 1 (Juli 1928)
Date
1928-07-01
Page
Seite 22 (sequence 22)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2268830-2269009-2269010--3420-2273458
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

22 sich gleich freundschaftlich die Hand, wie sie es zu Beginn des Kampfes getan haben. Diese ritterliche Art bewahrt der Boxer auch auf der Straße. Er hat es nicht nötig und verabscheut es, mit Stöcken. Steinen oder Biergläsern den Rüpel zu bearbeiten, der ihn angrcift. (Lin Schlag, genau distanziert, genügt, um den Gegner zu erledigen. Auf Raufen und Ringen mit vielleicht körperlich Stärkeren braucht er sich nicht einzulassen. Er beobachtet den Gegner und schlägt zu. So gibt das Boren Selbstvertrauen, das in jeder noch so gefährlichen Lage Ruhe und Sicherheit verleiht. Wie steht es nun mit der Einführbarkeit des Boxens in das Sportprogramm des K. C.? Das vorbereitende Training ermöglicht eine Massenausbildung ähnlich der Gymnastik in der Turnhalle oder auf dem Sportplatz, An einigen Hochschulen stellt das Institut für Leibesübungen die Sportlehrer, an anderen werden sich erfahrene ältere Bundesbrüdcr oder Trainer von Borvereinen finden, die die Hebungen leiten. Der Anfang ist doch schon gemacht. Bon der Rheno-Silesia hörte man. daß die alten Herren der Verbindung eine vollständige Borausrüstung geschenkt haben. Bei der Rassovia sah ich selbst vor wenigen Wochen auf der Kneipe Handschuhe, die hoffentlich auch benutzt werden. Jetzt handelt es sich darum, auch die anderen Kartellverbindungen zu veranlassen, sich allmählich ausznrüsten. Wo einmal der Anfang gemacht ist, ist ein Ausbau nicht schwer. Das abwechslungsreiche Training, die Freude am Sport und der Kampfgeist tragen zur Verbreitung nicht unerheblich bei. Selbst für die kleinen Verbindungen kann cS nicht schwer sein, aus eigenen Mitteln einmal anzufangen, — weil das Boren ohne Handschuhe erlernt werden muß. Zunächst wäre nur für ieden ein Sprungseil für wenige Pfennige anzuschaffen und im Verlaufe des Semesters 3—'1 Satz, d. h. 6—8 Paar Handschuhe. Hier könnte auch der A. H. V. dankbare Arbeit leisten und bei den schwächeren Verbindungen der G.A. helfend eingreifen. Rach außen hin gäbe es ein neues Betätigungsfeld. und wie es im Sport außerhalb der Hochschulen eine große Anzahl hervorragender jüdischer Boxer gibt, stände der Fall, daß ein K. E.er Hochschul- und Kreismeister ist, bald nicht mehr vereinzelt da. Anreiz und Prüfstein müßten dann Bormeisterschaften auf den K. E.-Sportfesten sein, für die jetzt schon hier und da Stimmen laut wurden. Als praktische Folge käme hinzu, daß mancher sich bei antisemitischen Pübeleien Satisfaktion an Ort und Stelle holen könnte. Eine Erfahrung, die ich schon in mehreren Fällen gemacht habe, und die dem Ansehen des K. C. mehr gedient haben, als es der verweigerte Zweikampf auf blanke Waffen hätte tun können. K. (£. und Tennis. Von cand. ing. George Becker (Bin.) Die ^.edeu.ung des Tennisspiels als überaus fördernde Leibesüdung sowie als allgemein interessierender Wettkampfsport hat in so großem Maße Anerkennung gefunden, daß eS sich erübrigt. hier näher darauf einzugehen. Hufcr Bestreben sollte deshalb dahin gehen, den Tennisfport in möglichst weitem Ilmsange im Verende zu seinem Recht kommen zu lassen. Gerade hier haben wir eine Möglichkeit, die K.E.er zu einem schönen und vor allen Dingen auch von Anfängern mit nie versiegender Begeisterung ausgeüdten Sport zusammenzuführen. Kaum ein anderer Sport bietet ferner in gleicher Weise wie das Tennis Gelegenheit, die Atiherrenschaft am Verbindungssport zu interessieren. Schon der Umstand, daß Hw» .uw Möglichkeit liegt, diese in Training und Wettspiel direkt mit jungen aktiven und inaktiven K. E.ern zusammenzuführen. erscheint mir überaus bedeutungsvoll. Werden doch so die alten Herren notgedrungen über den Verdindnngssport hinweg anch an der Verbindung selbst lebhafter interessiert. Wie mir bekannt ist, beherbergt der Verband in seinen Reiben eine stattliche Anzahl guter Spieler, die sich an internen Hochschulwettkämpfen und anderen bekannten Turnieren z. T. mit recht gntem Erfolg beteiligten. Besonders im Hinblick auf diese Tatsache sehe ich hier ein bisher unbeachtetes Mittel. Ruf und Ansehen des K. E. in sportlicher Hinsicht zu heben.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.