KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1928
- Issue
- Heft 1 (Juli 1928)
- Date
- 1928-07-01
- Page
- Seite 19 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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19 der Keiltätigkeit. Deshalb vor allem soll der K.C. Leichtatlethik treiben. Meiner Ansicht nach sind sich die Verbindungen noch nicht genügend darüber klar, daß sie sich auf den Sport konzentrieren müssen, um nicht den Anschluß zu verpassen. Das Sportoffizium ist genau so wichtig . wie alle anderen. Erheblicher Alkoholkonsum verträgt sich aber nicht mit Sport. Während des Sommertrainings sollte man deshalb auch die Kneipen einschränken. Wer aus sportlichen Gründen, nur wenig oder sogar überhaupt keinen Alkohol trinken will, soll nicht durch mißverstandenen Bierkomment dazu gezwungen werden. Wer ernsthaft Sport treibt» hat auch Disziplin im Leibe, nämlich Selbstdisziplin» denn ohne diese gibt es keine Erfolge. Es gehört aber auch Lust und Liebe dazu und Begeisterungsfähigkeit. Man muß sich voll und ganz für die Sache einsetzen, muß sich klar darüber sein, weswegen man es tut. Es ist natürlich nicht ganz einfach, die jungen Studenten derart für die Leichtathletik zu begeistern, daß sie mit Eifer bei einem scharfen Training mitmachen, hier hat vor allem die Tätigkeit der Aelteren einzusehen. Sie müssen den Jungen zeigen, daß sie dadurch positive K.C.»Arbeit genau so leisten, wie wenn sie mit dem Säbel in der Faust oder durch die Waffe des Wortes einen Angriff abwehren. Namentlich die älteren A.H. A.H. des K.E. stehen der Leichtathletik ziemlich fremd gegenüber. Als sie aktiv waren, zu Anfang dieses Jahrhunderts, war sie ja auch noch ein Veilchen, das nur im Verborgenen blühte. Man ging vielleicht mal zu einem Sportfest, weil es Mode wurde oder jemand einen mitschieppte, aber das innere Beteiligtfein fehlte. Wenn heute eine Mensur steigt, gehen sie hin, weil sie an shre Studentenzeit erinnert werden, mit dem Herzen dabei sind. Beim Sportfest bleiben sie fort. Man konnte es manchmal erleben, daß beim K. C.-Sportfest, wenn gleichzeitig ein K.C.-Tag stattfand, von den anwesenden AH. AH. nur sehr wenige sich auf dem' Sportplatz einfanden. Die Jungen brauchen aber diese Teilnahme der Allen. Sie wollen doch — wenn auch mit anderen Mitteln — dasselbe Ziel erreichen wie sie. Deshalb müßte es Ehrenpflicht der A.H. A.H. sein, beim Universitätssportfest, wenn die Verbindung antritt, vollzählig auf dem Platz zu erscheinen. Dann werden sie bei den Jungen die Begeisterung erwecken, die notwendig ist, um Erfolge zu erringen. Die A.H. A.H. werden ferner auch den Aktiven bei der Beschaffung der sportlichen Ausrüstung behllflich sein müssen. Es gibt heute eine Reihe junger Studenten, die den Preis für ein Paar Rennschuhe von ihrem Monatswechsel nicht werden erübrigen können» Da haben die A. H. A. H. einzuspringen. Es geht nämlich nicht an, auf der einen Seite Sport zu verlangen und auf der andern die Mittel zu seiner Ausübung zu verweigern. Man sollte auch nicht so kleinlich sein, die Gewährung von Mitteln nur an die Ausübung einer bestimmten Sportart zu knüpfen, wie es zuweilen geschehen ist. Der Betreffende steht manchmal viel zu abseits, um beurteilen zu können, ob die von ihm gewünschte Sportart gerade den beabsichtigten Erfolg überhaupt herbeisühren kann. Die beste Anfeuerung für die Jungen wäre natürlich, wenn die A.H. A.H. zum Training der Verbindung erscheinen würden. ES ist natürlich unmöglich, von Aelteren zu verlangen, daß sie mit den Jungen zusammen trainieren. Das werden sie getrennt von den Aktiven tun. Aber schon die Anwesenheit und der Eifer der Alten würde Ansporn sein, hierin hinter ihnen nicht zurückzustehen. während sie außerdem in der Leichtathletik einen guten Ausgleich für die berufliche Tätigkeit haben würden.