KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1928
- Issue
- Heft 1 (Juli 1928)
- Date
- 1928-07-01
- Page
- Seite 18 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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18 Leichtathletik Bon Norbert Die olympischen Spiele gehen ihrem Höhepunkt entgegen. Im Februar begann im stäubenden Schnee, auf dem glatten Eise der Auftakt, Hockey und Fußball folgten, leiteten, über zur Leichtathletik, die man immer noch als den eigentlichen olympischen Sport betrachtet. Das Olympia der alten Griechen kannte zwar auch noch andere Sportarten, aber die Lauswettbewerbe, Weitspringen Diskuswerfen, der Mehrkampf, sie nahmen den. breitesten -Raum der Spiele ein, und hierin Sieger zu werden galt als besonders erstrebenswertes Ziel. Diese llebungen. fiirden wir vollzählig in der Leichtathletik vertreten, wie sie überall in der ganzen Welt geübt wird, und deren Beste sich alle vier Jahre 311 friedlichem Wettkampfe vereinen, um im Sieg -Ruhm und Ehre für sich und ihr Vaterland zu erwerbem Die Vorbereitung der deutschen Olympiakämpfer für die leichtathlelisä)en Wettbewerbe ist diesmal besonders gründlich vorgenommen worden. Die Tagespresse brachte ausführliche Schilderungen des Trainings, berichtete ständig über die Fortschritte. Wohl noch nie bisher hat die breite Masse einen so uefcn Einblick in die Vielseitigkeit der Leichtathletik bekommen, wie in der letzten Zeit. Diese Vielseitigkeit aber ist es. die die Leichtathletik dazu prädestiniert, ein Volkssport zu werden, wie kein anderer sonst. Mit ihren verschiedenen Hebungen bildet sie alle Teile des Körpers gleichmäßig aus. Jeder kann sich das heraussnchen. was ihm am meisten liegt. Außerdem kann sie ohne allzu kostspielige Aufwendungen für Kleidung, Schuhwerk und Geräte dnrchgesührt werden, alles Dinge, die die Voraussetzung für einen Massensport bilden. Die Studierenden sind in der glücklichen Lage, jederzeit Sportplätze und auch Sportlehrer zur Verfügung zu haben. Sie haben also die nötige fachmännisch« Anleitung, die vorhanden sein muß. um einmal Fortschritte zu erzielen, zum andern, um körperliche Schädigungen durch falsches Training zu verhindern. Als Ausrüstung ist dazu notwendig: 1 Laushose, l Paar Spikes und l Paar Turnschuhe. Eine alte Hose u»0d eine Wolljacke oder eilten Sweater, um dje Muskeln warmzuhalten, wird jeder besitzen, so daß man auf die Anschaffung eines Trainingüanzuges verzichten kann, wenn dieser auch den Vorzug der größeren Bequemlichkeit hat. Dl« Ausrüstung ist mit 13 dis 12 M. zu beschaffen. Für den Anfang Meyer. wird man sogar auch auf die Rennschuhe verzichten können, wenn die pekuniäre Lage es nicht zuläßt. Für Wettkämpfe aber sind sie unbedingt erforderlich. Das Sportprogramm des K. C. bezweckt sa weiter nichts als die allgemeine körperliche Durchbildung der K.C.er. Ein Sportplatz ist in, jeder Universitätsstadt vorhanden, so daß überall Leichtathletik betrieben werden kann. Vielleicht sind heute noch an manchen Universitäten keine Univcrsitätssportlehrer angestellt, aber das ist sicher nur eine Frage sehr kurzer Zeit, dann werden auch sie ihn haben. Bei der Ausbildung wird man vor allem darauf zu achten haben, daß in allen Disziplinen gewisse Mindestleistungen erreicht werden. Das zu verwirklichen ist viel wichtiger. als ein oder zwei Leute zu haben, die über dem Durchschnitt sind, und der Rest ist noch nicht einmal in der Lage, 100 Meter unter 11 Sekunden zu lausen. Man braucht sich um die. die für irgendeine Uebnng besonders veranlagt sind, gar nicht so viel zu kümmern. Sie werden von allein bestrebt sein, sich zu vervollkommnen und ihre Leistungen zu verbessern. Es ist wichtiger, sich derer anzunehmen, die ganz allmählich und systematisch erst dazu gebracht werden müssen. ihren Körper richtig zu beherrschen. Wer die Lust am Sport verlieren will, weit es nicht mit seinen Leistungen vorwärts geht, muß ermuntert werden. Zum Sportlehrer und auch zum Sportwart gehört eben auch Menschenkenntnis. Welchen Wert hat nun die Leichtathletik für den K.E.? Sie gibt vor allem — wie bereits ausgesührt — die Möglichkeit einer allgemeinen Ausbildung d«S Körpers. Darüber hinaus aber ist sie für uns zu einer Waffe geworden, die ständig zu schärfen Pflicht i«des K.E.erS sein muß. Die Satisfaktion wird uns häufig verweigert. aber die Zeiten dürften heute endgüitig vorüber sein, da es irgendeine Korporation fertig bracht«, gegen uns beim Sportfest der Universität oder Hochschule nicht anzutreteir. Man würde idr allgemein den Borwurf der Kneiferei machen. Wir treffen auch hier unter gleichen Bedingungen auf die anderen, wenn man von den ausgesprochenen Sportverdindungen adsieht. Durch Erfolg« bei Universität-- oder Hochfchulfportfesten ist heute dem K.E. mehr gedient als durch vereinzelte Fechterfolge. Der Sieg auf dem Sportplatz dringt an die Veffentiichkeit, unterstützt bei