KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1928
- Issue
- Heft 1 (Juli 1928)
- Date
- 1928-07-01
- Page
- Seite 17 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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17 Segeln im K. S. Von Werner Cohn (Vin.) Es gibt bekanntlich keinen Sport, von dem unsere Gegner nicht behaupten, Juden könnten ihn nicht ausüben. Das gilt im besonderen Matze, vom Wassersport. Nun haben ja Juden im Wassersport schon Tüchtiges geleistet, und innerhalb des K.C. beweist die Berliner Ruderriege mit ihrem zahlreichen Nachwuchs das rege Interesse unserer Kreise für die sportliche Betätigung aus dem Wasser. Es sei jedoch gerade hier besonders betont, was Richtschnur unseres ganzen Sportbetriebes sein soll. Wir betreiben die Körperübungen nicht, weil man uns die Fähigkeit dazu abspricht, sondern um der Sache und unserer selbst willen. Wir wollen unsere Bbr. Bbr. zu gesunden, kräftigen Menschen erziehen, um den alten jüdischen Geist in einen neuen jüdischen Körper einziehen zu lassen. Darum ist es erwünscht, möglichst viele Sportarten zur Erreichung dieses Zieles heranzuziehen und alles, was im K.C. bereits vorhanden ist, zu mobilisieren. In dieser Hinsicht autzerordentlich aussichtsreich erscheint mir das Segeln. Ls soll daher in diesen Blättern einmal einer Würdigung nach der ideellen und organisatorischen Seite hin unterzogen werden. Wie nur wenige Leibesübungen vereinigt das Segeln die Ertüchtigung des Körpers mit der Fördenmg der Geistes- und Gemütseigenschaften. Wer an einem der stürmischen Tage, an denen der diesjährige Sommer so reich ist, gesegelt ist, der weiß, welche Körperkräfte man vom Segler verlangt, der weiß, welche Konzentration und Geistesgegenwart ein Steuermann besitzen mutz. um sein Schifflein heil nach Hause zu dringen, welche rasche Auffassungsgabe und Disziplin zu einem Mttsegler gehört. Zum Kampf mit Wind und Wasser kommt noch die Beherrschung des MaterialS hinzu, die mannigfache handgeschickilchkeit, Sinn für Sauberkeit und Ordnungsliebe erfordert. Wer nicht soviel Begeisterung für die Sache hat. nach anstrengendem Segeln am Abend sein Boot erst peinlichst sauber und zur nächsten Fahrt fertig zu machen, bevor er von Bord geht, sei er auch noch so müde, wird nie ein richtiger Sportsegler sein. Schließlich sei als weiterer Vorzug, der für uns als Verbindungen besonders bedeutsam ist, die Förderung der Bundesbrüderlichkeit zu nennen, wie sie schöner als durch das Zusammenleben an Bord eines Segelbootes auf Tages- und Tourcnsahrten in die freie Natur nicht gepflegt werden kamt. Einige Worte noch zur organisatorischen Seite. Daß andere Verbände die oben geschilderten Vorzüge bereits erkannt haben, beweist eine Reihe von Erscheinungen innerhalb der Studentenschaft. An die Akademischen Segelvereine als alte, angesehene Korporationen braucht wohl kaum erinnert zu werden. Interessanter ist schon die Tatsache, daß auch andere studentische Gruppen auf das Wasser gegangen sind. Corps in München. Greifswald. Kiel. Landsmannschaften in Berlin, Turnerschaften an vielen Orten besitzen ihre pachten und lassen sie an den Start gehen zu Regatten auf kurzer oder langer Strecke und Wanderfahrten im Binnenland und auf See unternehmen. In Berlin besteht die „Wassersportliche Vereinigung alter Corps-Studenten" und der von den Turnerschaften gegründete „V. C.-Wassersport". Es wird Zeit, daß auch der K.C. seine Kräfte zusammenfatzt. Dabei wäre zunächst an die Erweiterung der bestehenden Berliner K. C.-Ruderriege zu denken. Soviel mir bekannt ist. gibt es eine Reihe von Kbr. Kdr.. die bis jetzt ohne Zusammenschluß ihren Sport ausüden. Mir erscheint es jedenfalls a!S ein erstrebenswertes Ziel, hier eine Einigung zu erreichen. nm gemeinsam auch auf dem Wasser unsere Ideale zu verfolgen. — Anmerkung: Ich bitte die Berliner Kbr. Kbr., die Segler oder Motorbootsportler sind, mir an die nachstehende Anschrift ihre Adressen zwecks unverbindlicher Aussprache einzusenden: Werner Eobn.BerlinWZV. Luitpoldstr.2l.