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KC-Blätter · 1928-07-01 · Heft 1 (Juli 1928) · p. Seite 16

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Journal
KC-Blätter
Volume
1928
Issue
Heft 1 (Juli 1928)
Date
1928-07-01
Page
Seite 16 (sequence 16)
Language
German
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16 Mast, -er ziemlich weit auf dem Achterschiff steht. Ist dieser zweite, der Besanmast, kleiner als der vordere, so haben wir eine Dawl; sind beide Masten gleich, so heißt die Dacht Ketsch; wächst der zweite Mast über den vorderen hinaus, so heißt sie Schoner. Die drei letzten Arten erfordern bereits eine beträchtliche Größe dxs Schiffsrumpss und sind in ihrer Verwendbarkeit ausgesprochene Seefahrzeuge.- Dies wenige mage genügen» um dem Leser wenigstens einen ganz kurzen Einblick in das Technische des Segelns zu ermöglichen. Wer an mehr Interesse hat, findet eine zahlreiche, gut und klar geschriebene Segelliteraiur im Buch» Handel. Dur auf zwei weitere Punkte möchte ich noch eingehen: Das eine ist wohl der Hauptanziehungspunkt bei der Segelei überhaupt. Ich möchte cs das Geistige des Segelns nennen. Bei den meisten Sports, besonders bei den athletischen, kommt nur der Körper zu seinem Recht. Der Regler muß aber mit immer wachem Geiste alle Vorgänge auf seinem Schiss, in seiner Amgebnug, aus dem Wasser, am User, am tzimmel beobachten, so daß auch der, dem die technischen, oben angegedeuteten Dinge durch lange Klebung oder besondere Begabung bereits ins Unbewußte übergcgangen sind, doch ständig seine gesamte Aufmerksamkeit zu konzentrieren bat. Trotzdem er auf diese Weise schon wenigstens auf einige Minuten hinaus seine Lage mit "großer Wahrscheinlichkeit wird vorausbcrechncn können, sieht er sich doch häufig plötzlich Situationen gegenüber, die einen sofortigen und meistens eben nur einen, den richtigen Entschluß und seine ebenso augenblickliche Umsetzung in die Tat erfordern. Zu diesem ständigen Wachsein der Aufmerksamkeit und Bereitsein der Geistesgegenwart kommt noch etwas Drittes, was für mich persönlich mit das schönste am Segeln ist. Das ist die Tatsache für uns heutige, allseitig von Maschinen und Technik umgebencn Menschen, daß wir hier einmal nur abhängig sind von der Ratur und ihren Gewalten, mit denen wir unsere Kräfte messen nnd die wir uns nutzbar machen. So ist besonders im Frühjahr und im Ocrbft jeder Segeltag eigentlich ein Kampf, und wenn mau abends im Kreise der Kameraden die Erlebnisse des Tages bespricht, so verspürt man bei jedem die Freude darüber, daß man sich durchgekämpft und nicht von den Elementen hat unterkriegen lassen. Die erzieherische Seite des Segelsports ist gerade in der heutigen Zeit wohl mit am wichtigsten. Wird doch der Nachwuchs zu etwas unmodern gewordenen, aber für jede Gemeinschaft erforderlichen Eigenschaften erzogen. Da ist zunächst die unbedingte Anterordnung unter die größere Erfahrung des Führers seitens der Besatzung. Diese Anterordnung ist kein Kadavergehorsam, sondern gründet sich auf die freiwillige Anerkennung des größeren Könnens des Aelteren. Dafür trägt der Mann am Ruder auch die volle Verantwortung für alles, was an Bord geschieht. Kommandogewalt ist hier kein Drohnentum, sondern mit der schweren Bürde der Verantwortung verknüpft. Eine weitere gute Eigenschaft, die jedem Segler selbstverständliche Pflicht ist, ist die stets hilfsbereite Kameradschaft, die jedem in Seenot befindlichen Wassersportler oder Fahrzeug ohne Zaudern zur Verfügung steht. Das ist die Basis, auf der die seglerische Gemeinschaft ruht. Der Ausbau, den sie trägt, ist sehr breit, so daß jeder nach seinem persönlichen Geschmack seine Befriedigung in der Segelei finden kann. Der eine liebt es, im scharfen Kampf der Regatta den Preis um wenige Sekunden vor dem Gegner davonzutragen. Der andere liebt Wanderfahrten ans Flüssen nnd Seen. Viele tragen die Sehnsucht in sich, mit dem eigenen Schiff auf See zu gehen und fremde Häfen fremde Länder zu besuchen. Alle aber eint uns die Liebe zum schönen Sport erst ermöglichen, die Liebe zu Wasser und Wind. Leider sehe ich zurzeit keine Möglichkeit, das Segeln von ürerbands wegen innerhalb des K.E. zu betreiben. Die Gründe dafür habe ich bereits im vergangen nen Winter vor dem Landesverband brandenburgischer K. E.er auseinandergesetzt. Diese Wiederhoiung möge mir daher crfpart bleiben, zumal diese Frage nur lokales Interesse für Berlin und event. Hamburg hat. Dr. Hans M a n n h e i m (Spr.. Bav.X Staatlicher Steuermann auf kleiner Fahrt.

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