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KC-Blätter · 1928-07-01 · Heft 1 (Juli 1928) · p. Seite 14

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Journal
KC-Blätter
Volume
1928
Issue
Heft 1 (Juli 1928)
Date
1928-07-01
Page
Seite 14 (sequence 14)
Language
German
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14 werden, hier kann im wahrsten Sinne des Wortes jederzeit gezeigt werden, daß es ohne eiserne Disziplin eben nicht einen Meter vorwärts geht. Und wer einmal in' schwieriger, ja gefährlicher Situation mitgemacht hat, wie stark Unterordnung und gemeinsames Wirken macht, wird nicht so leicht versucht sein, gegen dieses Prinzip zu verstoßen. Trotzdem ist immer noch Raum genug für die eigene Initiative. Vor einer Ueberraschung ist man beim Wassersport nie sicher und blitzhafte Geistesgegenwart, gepaart mit Kenntnissen und Geschicklichkeit, sind unerläßliches Requisit des Wassersportlers. Daß zu der Geistesgegenwart auch persönlicher Mut gehört, bedarf keiner Erwähnung. So gibt der Rudersport seinen Jüngern das, was die Verbindungen bisher allein vom Fechten erwartet haben: Mut, Geschicklichkeit, Geistesgegenwart und Disziplin. Er gibt Disziplin, aber keinen Kadavergehorsam. Er gibt Disziplin, aber nicht durch Zwang, sondern weil er immer wieder die Notwendigkcit derselben vor Augen führt. Er gibt Disziplin endlich aus Kameradschaftsgeist. Der Rudersport und alles, was mit ihm zusammen» bängt, kann nicht ausgeübt werden, wenn nicht stärkstes Kameradschastsgesühl jeden einzelnen veranlaßt, nicht nur den Posten zu versehen, der ihm zugeteilt ist. sondern auch darüber hinaus das Möglichste zu tun. um den Kameraden zu helfen, hier sind die Kameraden viel mehr aufeinander angewiesen, als etwa beim Wandersport. Eine Mannschaft, die sich zu einer längeren Fahrt zusammengetan hat, ist in ihrem Boot und ihrem Lager eine abgeschlossene Gemeinschaft und auf Gedeih und Verderb aufeinander angewiesen. Da muß jeder dem anderen helfen und auch lernen Rücksicht zu nehmen. Das bringt einander in Tagen näher als sonst in Semestern. Kommen dann aber noch besondere Schwierigkeiten und Gefahren, hat man sich einander brüderlich geholfen unter Einsatz aller Kräfte, dann schweißt das zusammen, daß auch Jahre das Freundschaftsgefühl, welches so erhärtet worden ist, nicht zu schwächen vermögen. Die Disziplin, die so entsteht, ist die allein wertvolle: es ist die Einordnung aus Erkenntnis und Freundschaft. Diese Disziplin ist die wahre Disziplin des freien Mannes. So gibt der Wassersport alles das. was Inhalt der Verbindungserziehung sein soll, auf neue, gesunde und schöne Art. Darum darf er uns K.E.ern. die wir, wie alle Korporationen, nach neuen Wegen suchen, um alte Ideale zu erreichen, nicht weiter verschlossen bleiben. Ein kleiner Anfang ist gemacht, nun müssen große Taten folgen, um diesen Weg erfolgreich weiter zu schreiten. Ls ist gar nicht ausgeschlossen, daß wir bei Aufwendung einiger Energie dem Gros der anderen Verbindungen sogar zuvorkommen. Darum ftisch ans Werk, die Riemen zur Hand. LoS und durch! N»m Kegeln. Es gibt wohl kaum einen Sport, über den be, Fcrnerftehenden so falsche Ansichten existieren wie über das Segeln. Da find dieEinen. die. je nach ihrer allgemeinen Einstellung, beim Anblick einer scharf gegen den Wind auskreuzenden Pacht und ihrer dadurch bedingten starken Lage die Segler entroeder für waghalsige Narren oder für veritable Helden halten, die ihr Leben für ihren Sport ständig aufs Spiel setzen, und die andern, die behaupten, das; daS Segeln doch eigentlich ein Sport für alte Herren fei. denn eS bestände doch nur darin, daß man sich ohne besondere körperliche Anstrengung vom Wind einfach schieben läßt. Zwischen diesen Extremen kann man nun jede mögliche Schattierung hören. In Wirklichkeit ist keines von allem wähl, weder was das Technische noch was das Ideelle des SegelnS betrifft. Wir Segler sind Sportsleute wie jeder andere und keineswegs besonders tollkühn oder besonders heldenhaft. Damit scheint tm Widerspruch zu stehen, daß man immer wieder von teilweise auch tödlichen UnglückSfällen beim Segeln liest. Die Schuld an dem bei weitem größten Teil dieser Fälle ist aber gewöhnlich auf einen nachweisbaren Fehler in der Führung des betreffenden Schiffes zurückzuführen. Mangelnde Erfahrung ln der Beurteilung von Wind und Wetter, das Befahren größerer Gewässer mit ungeeigneten Fahrzeugen, eine durch geringe SachkenntniS getrübte Segeltechnik, die Mitnahme von Nichtschwimmern auf kenterbaren Booten — Jollen —. die Nichtbesoigung oder Nichtkenntnis der AuSweichregeln und wichtigsten gesetzlichen Bestimmungen der Wasserstraßenordnung sind fast immer die Ursachen derartiger Ereignisse. Wirkliche Unglücke, die nicht durch ein derartiges menschliches Verschulden herrvrgerufen sind, gehören zu den größten Seltenheiten. — WaS die zu zweit zitierte Einstellung zum Segeln betrifft, so ist auch dieses UtfcU nur sehr oberflächlich. Nur derjenige, der weiß» waS für eine Muskelkraft dazu gehört, um schon bei einer mittleren

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