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KC-Blätter · 1928-07-01 · Heft 1 (Juli 1928) · p. Seite 12

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Journal
KC-Blätter
Volume
1928
Issue
Heft 1 (Juli 1928)
Date
1928-07-01
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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12 empfehlenswert erscheinen würde. Auch dies möchte ich verneinen. Diejenigen Bnndesbrüder, die Sinn und Freude an der Ausübung des Skisports haben, und die auch in der Lage sein werden, nach Verlassen der Universität diesen Sport auszuüben, werden von selbst den Weg in diejenige Organisation finden, die ihnen und ihren Zwecken zusagt.. Von einem korporativen Anschluß an eine derartige Organisation würde ich mir gleichfalls nicht das geringste versprechen. Zusammenfassend möchte ich also meine Auffassung dahingehend präzisieren, daß eine Ausübung des Schneeschuhlaufs für die studentische Korporation nur in Gestalt des Skiwanderns Warum K. Von Kurt Bl Leise gleitet das Boot, im Takte der Arme getrieben, über den ruhigen See. Sonnenglut glättet die Wogen, und blauer Himmel spiegelt sich kokett im schimmernden Wasserspiegel. Bäume und Blumen am Ufer füllen die Lust mit herrlichen Düften, daß es den Ruderern scheint, als flöge ihr Boot über dem tiefblauen Himmel in paradiesische Fernen. Menschenlaut dringt nicht zu ihnen, und so fahren sie den Tag, so nahe der Heimat, dennoch fern von allem, was sonst sie bewegt und baden Körper und Geist in Sonne und Schönheit. Zischend teilt sich das Wasser am Bug des Rennvierers. Unter dem scharf beobachtenden Blick vieler Hunderter, von den Wünschen der Kameraden begleitet, vom rhythmischen Ruf des Steuermanns elektrisiert, daß jeder Muskel gespannt, jeder Aerv von Energie übersättigt ist. arbeitet die Mannschaft wie ein Mann. Da gibt eS kein Ufer, da gibt cs kein Eigenleben: der Ruderer sieht nicht. waS rechts und links vor sich geht, er will nicht wissen, was vorher wur und lvaS nachher fein wird. Körper und Wille gehört nur einem Gedanken: als Erster ans Ziel! Durch Wolkenseyen irrlichtert der Mond auf wütig schäumende Wogen. Seit Stunden sieht die Mannschaft nichts. alS die tveißen Kämme der Welle», die auS unhelmlichem Dunkel Heranrotten und in unheimlichem Dunkel verschwinden, hochauf fliegt das Naß Über die Rudernden, langsam und unerbittlich steigt daS Wasser über die Laufbretter. DaS nächste User des riesigen Sees iiegt unsichtbar eine knappe Ruderstunde entfernt, hier wird das Rennen ernst. ES ist «in Weit- und gegebenenfalls der Skitouristik in Frage kommt. Ich bin sicher, daß gemeinsame starke Erlebnisse in der winterlichen Landschaft die Verbandsbrüder in mindestens ebenso fester Weise zusammenschließen und Zusammenhalten als Fechtbodcn und Kneipe. Eines aber möge gesagt sein: Wer es mit dem Skisport nicht ernst meint und ihn nur als Mittel für andere Zwecke aussucht, wer sich nicht durch schlichtes und einfaches bergmännisches Benehmen in die Reihen der zünftigen Sportsleute einfügen kann, der möge den Reihen des jungen Skivolks fernbleiben! „Wer's nicht edel und nobel treibt, Lieber weit vom Handwerk bleibt." k.-Pu-ern? ' a u n (Sprev.) kampf mit dem Schicksal. Es ist ein Wettlauf mit dem Wind, mit den Wogen und mit dem heimtückisch steigenden Wasser über den Laufbrettern. Ein jeder weiß, daß es auf ihn ankommt. Ein jeder weiß, daß ein Zandern, ein unüberlegter oder ungeschickter Griff das Schicksal von blühenden. jungen Menschen bedeuten kann. Da wird die Mannschaft eins in Treue und Pflichterfüllung. Kein Wort fällt, vier Mann sind ein Griff. Bier Mann sind ein Arm des Mannes am Steuer. Er ist das Hirn, und er hat die Verantwortung. Ruhig späht er. die Leine in beiden Händen, ins Dunkel, ersinnt Listen gegen die Kraft von Wind und Wetter. Die Karte im Kopf, jede Untiefe kennend, mit dem Kurs vertraut, ficht er völlig durchnäßt, stundenlang gegen die übermächtigen Wellen und gibt mit seiner Ruhe der erschöpften Mannschaft Kraft und Zuversicht, so daß sie durchhält. dis auffteigende Sonne ihnen rettendes Ufer schenkt. Durch! Nichts Besseres kann der in der Ueberschrift aufgeworfenen Frage entgegengestellt werden alS diese drei Momentaufnahmen auS dem Leben eines jeden RndererS. Es gibt wohl keinen Sport, der. wie der Rudersport, alle MuSkeln so gleichmäßig in Anspruch nimmt. Darum gewährleistet er in erster Linie die von unS allen im Sport erstrebt« harmonische Dnrchdiidung d«S ganzen Körpers. Kommt hinzu, daß er im Freien ausgeübt wird, also den Lungen das gibt» was uns Großstadtmenschen am meisten nottut: Sonne und reine Luft. Diese reine Luft bietet Leichtathletik sonst nicht. Die anderen im Freien getätigten Sportarten sind an die feste Erde gebunden und

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