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KC-Blätter · 1928-07-01 · Heft 1 (Juli 1928) · p. Seite 11

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Journal
KC-Blätter
Volume
1928
Issue
Heft 1 (Juli 1928)
Date
1928-07-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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11 Der Schneeschnhlaof. Von Rechtsanwalt Dr. Willy Die Frage, ob und in welcher Weise die Ausübung des Schneeschuhlaufs im studentischen Verband möglich ist, ist, soweit ich übersehen kann, bisher eigentlich noch nicht behandelt worden. Trotzdem verdient auch diese Frage im Zusammenhang mit anderen Sportfragen unbedingte Beachtung. Ausgangspunkt der Betrachtung müssen die Motive sein, die den Einzelnen zur Ausübung des Schneeschuhlaufs veranlassen. Diese Motive sind bekanntlich vielfältiger und verschiedenster Art: vom alpinen Sportsseren, für den die Ausübung des Schnceschuhlauss ausschließlich Ergänzung seiner alpinen Touristik ist. vom Rekordläufer, dem die Ausübung des Schneeschuhlaufs lediglich zur Erzielung von Rekordzeiten dient, bis zum Geländegenießer und Modefahrer, die teilweise ganz andere Zwecke mit der „Ausübung des Schneeschuhlaufs" verfolgen, ist ein ganz gewaltiger Sprung. Es ist allerdings zu betonen, daß es in Wirklichkeit sehr häufig schwierig ist. reine Typen in der geschilderten Art herauSzustellen, da bei dem Einzelnen die verschiedenartigsten Beweggründe vorhanden sind. Theoretisch ist aber eine derartige Gliederung und Herausstellung der einzelnen Typen sehr wichtig, da sie den Ausgangspunkt für die Betrachtung bilden, ob der Schnecfchuhsport überhaupt geeignet ist. im studentischen Verband auSgeübt rverdcn zu können. Soweit der Schneefchuhsport als reine Rekordleistung gedacht ist. kann man die Möglichkeit einer Ausübung des Sports im Verband durchaus verneinen. ES ist eine alte Erfahrungstatsache. daß die Erzielung von Rekordleistungen in fast sämtlichen SportSzweigen jahrelange Vorarbeiten und jahrelanges Training zur undedingten Voraussetzung hat. Eine studentische Korporation wird daher nur dann in sktsportltche Wettkämpfe der gedachten Art eingreifen können, wenn sie zufättig «ine Reihe von Mitgliedern hat. bet denen die Voraussetzung eines jahrelangen skisportlichen Trainings zutrifft. DieS wird bei unseren Korporationen, soweit ich sehe, nicht der Fall sein. Praktische Möglichkeit zur Durchführung des Skisports bieten ohnehin nur di« süddeutschen Universitäten, und diejenigen unserer VerbandSbrüder. die auS dem Norden Deutschlands kommen, kennen den Skisport ohnehin Schwarz (Lic., Frib.-Ghib.) großenteils nur aus den Illustrierten Blättern und aus dem Kino. Es fehlen also im allgemeinen die Voraussetzungen zur Erzielung einer Höchstleistung. und die Korporation muß es daher einzelnen begabten Verbandsbrüdern überlassen, sich im gegebenen Falle für skisportliche Wettkämpfe zur Verfügung zu stellen. Anders scheint mir der Fall zu liegen, soweit der Skisport als eine Möglichkeit zur Erschließung der winterlichen Landschaft gedacht ist. hier kann und muß die studentische Korporation, soweit die Umgebung der Universitätsstadt die Möglichkeit bietet, ihre Mitglieder zur Ausübung des Schneeschuhlaufs veranlassen. Allerdings soll diese Ausübung nicht darin erblickt werden, daß man in Herden an den Samstag-Abenden als Ersatz für die feuchtfröhliche Kneipe ein fesches Winter- Hotel aufsucht, um gegebenenfalls mit sporthungrigen Skigöhren das Tanzbein zu schwingen, sondern darin, daß man in kleineren Gruppen — gestuft nach den Leistungen — hinanSzieht in die winterliche Welt, um ln stiller BergeSrnh die Schönheiten der tveißen Landschaft zu genießen. Wenn cS daneben einer rührigen Verbindungsleitung noch gelingt, sich irgendwo ein kleines Bergheim in Gestalt einer Skihütte ficherznstelien. so ist dies nur zu begrüßen und trägt zur Förderung des Skilaufs sicherlich bei. Wenn daneben eine Korporation in der Lage ist. ihren Anfängern noch BundeSbrüder zur Seite zu stellen, die die Kenntnis der weißen Skikunst mit einer genauen Kenntnis der Gefahren der winterlichen Berge verbinden, so wird dieser Umstand der Ausübung des Skilaufs ln der Korporation nur weiter förderlich sein. Eines erscheint mir allerdings bis zu einem gewissen Grade unmöglich: diejenigen BundeSbrüder. die sich zum Wintersport von vornherein negativ «instellen nnd bei denen auch vielleicht die körperliche Eignung zur Ausübung dieses Sports von hanS ans fehlt. ..offiziell" zur Ausübung deS SportS heranzuzieden. Wenn irgendwo, so gilt hier NiS wort: ..Wenn Ibr's nicht fühlt. Ihr werdet'S nte erjagen." Mit anderen Worten, ein Zwang zum Skisahren erscheint Unsinn. ES blieb« noch die eine technische Frage zn erörtern, ob der Anschluß an elne große Schneeschnhorganlsatlon. ln erster Llnle an den D.S.V.

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