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KC-Blätter · 1928-07-01 · Heft 1 (Juli 1928) · p. Seite 3

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Journal
KC-Blätter
Volume
1928
Issue
Heft 1 (Juli 1928)
Date
1928-07-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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3 gleid) zur allgemeinen Sportbetätigung noch unter einem anderen Gesichtspunkt zu werten. Der Endzweck jeder sportlichen Betätigung ist die Erreichung des größtmöglichen Wohlbefindens des Sporttreibenden. Bei der jüdischen Sportbetätigung kommt außerdem die Propagandafrage hinzu, hier wird nicht nur der Erfolg für den Einzelnen immer das Leitmotiv sein, sondern hier wird in den weitaus meisten Fällen ein starkes Berantwortlichkeitsgefühl vorherrschen, wettbewerbsmäßig gegenüber anderen Volksgenossen nicht zurückstehen zu wollen. Maßgebend für die sportliche Leistung ist der Erfolg; und dieser Erfolg ist erreicht worden nicht nur in internen Wettbewerben zwischen jüdifcl)en Sportverbänden, sondern auch in Konkurrenzen, die offen sind in jeder Sportart für alle -Amateure, Amer diesem Gesichtspunkt haben Mitglieder jüdischer Sportvereine außergewöhnliches erreicht. Ich erinnere an die Eriolge, die der jüdische Borclub „Makkabi" und der jüdische Sportverein „Bar K'ochba". die Sportabteilung des Vereins jüdischer Frontsoldaten bei Wettbewerben und der K.E. bei Hochschulwettbcwerben erreicht haben. Sicherlich hat der bewußt jüdische Mann, der Sport treibt, bei einem Start das Gefühl, daß er nicht nur für sich, sondern für eine Gemeinschaft eine Leistung zu vollbringen hat, die ein bedeutender Impuls für seine Fähigkeit sein wird und sein muß. Wir können feststellen. daß wir in dieser Richtung auf dem besten Wege sind; denn -Anerkennungen verschiedenster -Art sind für unsere Leistungen in den einzelnen Sportzweigen, gerade von „feindlicher Seite", nicht ausgeblieben. Ich bin der festen Zleberzcugung. daß uns Juden die Geistesakrobatik viel viel mehr schadet, als uns der primitive jüdische -Athlet in seiner Sportbetätigung nutzen kann. -Aus diesem Grunde müssen wir. tvenn wirtschaftlich an uns herangctreten wird, selbst tendenz. mäßig nicht in unseren Reihen stehenden jüdischen Sporwerbänden Unterstützung angedeiden lassen, weil wir ftie große Linie nicht verlieren dürfen, und wett wir uns bewußt sein müssen, daß die Förderung dieser Bewegung auch für den C. eine außergewöhnliche Bedeutung hat. Wir wollen nicht kleinlich sein und eine Sportbewegung mit zionistischem Einschlag ablehnen. Sie arbeitet ebenfalls wie wir daran, den Vorwurf zu entkräfteu. baß wir Juden körperlich minderwertig und nicht ebenso leistungsfähig sind, wie die anderen unserer Mitbürger. Im Ä. E. hat die Sportbewegung auch -Aufschwung genommen, wenn auch bedauerlicherweise vorläufig „Cracks", auf die wir stolz sein können, wenigstens in leichtathletisck>en Sportzweigen ausgeblicben sind. Gepflegt wird im allgemeinen neben leichtathletischen Wettkämpfen auch das Rudern und im Winter der Skilauf. Vollkommen unbeachtet blieb bisher der Golfsport, von dem die Laien sagen, daß er eigentlich keine körperliche Durchrrbeitung erziele; eine ungewöhnlich irrige -Ansicht! Höchstleistungen im Golf sind nur von jungen und jüngeren Leuten zu erzielen. Die irrige -Ansicht, daß Golf ein Sport der älteren Leute sei. beruht darauf, daß dieser Sport von alteren Leuten mit Freude noch ausgeübt werden kann, während ein einigermaßen gutes Tennis beispielsweise von Leuten i:: reiferen Jahren der akuten -Anstrengung wegen nicht mehr getrieben werden kann. Wcttbewerbsmäßig im Golf jedoch Leistungen zu erzielen, ist ebenfalls eine -Angclegenbeil, die das reifere -Alter nicht mehr ermöglicht. Ich weise mit -Absicht auf das Golf bin. weil ein ungewöhnlicher -Aufschwung in den nächl'fen Jahren in diesem Sportzweig kommen wird; denn England, die Mutter jeder Sportbetätigung, bat einige tausend Golfplätze, während wir iu Deutschland bisher nur einige zwanzig Vlätze haben. die ihre Eriiteuz überwiegend auch erst dem letzten Jahrzehnt zu verdanken haben. Berlin bat. was iticht bekannt ist. einen öffentlichen Platz iu Weitend, der gegen Zahlung einer mäßigen Gebühr jedem Interessenten zur Verfügung steht. Das Material ist eine einmalige -Ausgabe von etwa SO Mark, so daß auch hiermit die -Altsicht widerlegt werben kann, daß Golf ein etwa teurer Spork fei. Das Eintrittsgeld bzw. die Iahresbeiträge in den Provinzplätzen, in der Hanptiacbe 'oamtmrg, Zrankfurt. K'olu (Stuttgart und Düsseldorf sind im Werden». sind nicht so erheblich und utlkerscheiden sich faum mm beit usancemäßigen Beträgen, die die fubreuheu Tennisclnbs ebenjalls zu rn-rlangen pflegen. Wir alle Koffell. daß die Zreude an der körperlichen Betätigung sich weiter entwickelt. l»nd daß wir auf diesem Gebiete Eriolge habell. die nicht nur uns selbst, auch unserem Verbände inBälde zum Vorteil gereichet»!

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