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KC-Blätter · 1933-02-01 · Heft 2 (Februar 1933) · p. Seite 55

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1933
Issue
Heft 2 (Februar 1933)
Date
1933-02-01
Page
Seite 55 (sequence 19)
Language
German
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K. C.-Blätter 55 auch nicht) — Verhaltungsmaßregeln gegeben usw. Teils in den Zimmern, teils im großen Matratzenlager fand dann die Mannschaft nach dem üblichen „Hüttenplausch" ihren verdienten Schlaf. Der Morgenwind des 29. Januar 1933 pfiff uns um die Ohren, als wir gegen 8.30 Uhr zu dritt, A. H. Dr. G. F. Bergmann, A. H. Dr. Eugen Schmidt und als wackere Helferin Frau Annemarie Ballin zum Hirschberggipfel emporzogen, um mit vom Sporthaus Schuster gestifteten Fähnchen den Lauf abzustecken. Dieser sollte als Abfahrtslauf ohne wesentliche Gegensteigungen über eine Strecke von ca. 500 Metern Höhendifferenz, direkt vom Hirschberggipfel aus über die Rauheckalm bis zur kleinen Skihütte der D. O. E. A.V. Sekt. „Oberland" in der „Oberen Grund", einem schöngelegenen Hochplateau, führen. Die Abfahrt war nicht ganz einfach, für Anfänger sicher schwer, dazu waren fast alle Schneearten, vom schönsten Pulver bis zum grimmigsten Harsch vertreten. So konnten denn die Jungen zeigen, was sie gelernt, die Alten, was sie noch nicht verlernt hatten. Bür. W. Rothschild, der zum ersten Mal auf Ski stand und dem man daher eine Beteiligung am Rennen nicht zumuten konnte, betätigte sich unter Hilfe des Ehepaares Dr. Haas als Starter, am Ziel waren die „Abstecker" Dr. Bergmann, Dr. Schmidt und Frau Dr. Vallin postiert. Beim schönsten Sonnenschein wurde um 10.25 Uhr der erste, Fuchs Hans Loewinsohn, der dann wegen leichter Veinverletzung aufgeben mußte, losgelassen. In Abständen von je einer Minute folgte dann Mann aus Mann. Erst K. I. Dörnberg und F. M. Liebmann, welche beide unterwegs wegen Skibruch aufgeben mußten, dann als vierter und erster Mann der „Alten Herren-Klasse" Dr. Walter Rördlinger, genannt der „Bayerische Hiasl". Dann kamen nacheinander Kbr. Rob. Klein (Reo Fr.), Rud. Strauß. A. H. Dr. L. Stahl, K. Weinstein, Fr. St. Steinitz, A. H. K. Dörnberg, Justin Strauß und A. H. Dr. L. Vallin. Justin Strauß mußte auch noch wegen Skibruchs ausscheiden, während Heinz Feldheim im letzten Augenblick sich entschloß, nur als „Schlachtenbummler" zu fungieren. Als erster sauste Rudolf Strauß durchs Ziel, sichtlich nicht so in Form wie sonst, furchtbar schimpfend über seine — relativ - schlechte Zeit, die ihn um die erhoffte Meisterschaft gebracht hatte. Er war mit 12.35 Minuten Zweiter geworden. Der Sieg siel wohlverdient dem i. a. B. Fr. St. Steinitz zu, der die ca. 500 Meter Höhendifferenz in genau 12 Minuten durchfahren und damit den 1. Preis, den silbernen, mit den Verbindungsfarben geschmückten Ski, von dem er, wie er später erzählte, schon nächtelang zuvor geträumt hatte, errangen hatte. In der Altherrenklasse siegte A. H. Dr. Leo Stahl, der als tüchtiger Sportler vor knapp einem Jahr noch das silberne Sportabzeichen sich erworben hatte, mit 17.01 Minuten. Nach dem Lauf machte es sich ein Teil an der Skihütte, deren Inhaber auch hier für ihr großes Entgegenkommen gedankt fei, bequem, andere stiegen wieder empor zum Hirschbergsattel, um die Rucksäcke zu holen. Es war eine Hitze wie im Hochsommer, und die Sonne brannte im beginnenden Föhn ganz mörderisch, so daß man den kühlen Jochwind freudig begrüßte. Noch einmal wurde von der Mehrzahl und den „Ski maroden" die Abfahrtstrecke durchfahren, und gegen 2.30 Uhr war alles wieder an der Alm versammelt. Denn nun wollte man gemeinsam ganz nach Scharling hinunterfahren, war doch die Abfahrtsstrecke des Wettlaufes nur erwa 3/5 der Hirschbergabfayrt, die vom „oberen Gründ" nach einem kurzen Ziehweg in eine riesigen 400 Meter hohen Hang zu Tal leitet. Da schwang und fiel man denn nur so herunter, aber es ging gut und das war die Hauptsache, und gegen 4 Uhr war alles in der Nebenstube des Scharlinger Gasthofes beim altberühmten Tegernseer Klosterbier wieder versammelt. Doch daß ich nicht lüge —, einer fehlte, Liebmann, kurz F.M.L. genannt. Es war eine kleine Sensation, wir fanden ihn nicht, auch eine Suchexpedition, bestehend aus A. H. Dr. Bergmann und Rudolf Strauß, die noch einmal einen Teil der Abfahrtsstrecke zurück aufstieg, kehrte im Dunkeln ergebnislos zurück. Wo war F.M.L. hingekommen? Er hatte uns im Gasthausnebenzimmer nicht gefunden, war nach Tegernsee gelaufen und per Bahn heimgefahren. Oh F.M.L.! Als wir

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