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KC-Blätter · 1933-02-01 · Heft 2 (Februar 1933) · p. Seite 53

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Journal
KC-Blätter
Volume
1933
Issue
Heft 2 (Februar 1933)
Date
1933-02-01
Page
Seite 53 (sequence 17)
Language
German
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K. C.-Blätter 53 des A. D. W. scheint nach den spärlichen Verlautbarungen, die über diese Ereignisse ergehen, der Hauptgrund für den Entschluß des Kösener S. E. gewesen zu sein. Es stimmt! Sehr aufschlußreich ist ein Aufruf, den der Würzburger N. S. D. S. B. in der „Würzburger Monatsschrift für akad. Leben" (Jahrg. 32/33, S. 19) veröffentlicht. Wir lesen dort u. a.: „Laßt Euch nicht irre machen durch die, die uns Fanatismus und Radauantisemitismus vorwerfen! Es stimmt!" Nach diesem offenherzigen Bekenntnis kann sich kein Nationalsozialist beklagen, wenn man man ihn entsprechend tituliert. Ein paar Zeilen weiter heißt es im selben Aufruf, daß 75% der Aerzte- und Anwaltschaft, 90% des Handels und der Presse und 40% der Universitätsprofessorenschaft in Händen der Juden seien. Jeder halbwegs Eingeweihte kann hier nur mitleidig lächelnd sagen: Stimmt nicht! Die Selbstcharakteristik der Nationalsozialisten aber — die stimmt! Ein bewegtes Leben Der bekannte Mediziner Lubarsch in Berlin hat das Szenarium seines Lebens in eine Autobiographie gebannt, der er den Titel: „Ein bewegtes Gelehrtenleben" gegeben hat. Die „Vurschenschaftl. Blatter" (47, Jahrg. S. 70) besprechen dieses Buch, mit besonderem Hinweis darauf, daß Prof. Lubarsch Burschenschaftler gewesen sei. Der Rezensent fühlt sich von der Bewegung, die aus dem Buch des Gelehrten ausschwingt, mitergriffen und gibt seiner Freude darüber Ausdruck, daß Lubarsch ein Stück burschenschaftlicher Geschichte verkörpere. Erschüttert ist er aber dadurch, daß Lubarsch aus seiner Burschenschaft ausgeschieden sei wegen seiner „Stellung zur Judenfrage". Wir wären sehr begierig, diese „Stellung" des bekannten Mediziners zur Judenfrage kennenzulernen. Unseres Wissens dokumentierte sie sich zuweilen in einigen wenig judenfreundlichen Aeußerungen, die sowohl unsachlich als vor allem traditionslos anmuteten. Herr Prof. Lubarsch steht nämlich abstammungsgemäß dem Judentum absolut nicht fern. Seine „Stellungnahme zur Judensrage" ist also, was das „Biologische" anlangt, bereits von der Natur vorgezeichnet. Trotzdem hat er sich in seiner Lebensführung das Wohlgefallen der Burschenschaftler erwerben können. Spricht das nun gegen ihn oder gegen die Rasselehren der D. B.er? Auslese der Studierenden? Nach neueren Erklärungen der Reichsbehörden soll nunmehr vor Eintritt in die Hochschule eine Siebung der Abiturienten eintreten. Zweifellos find alle Bestrebungen zu begrüßen, die eine Abschwächung des Zustroms zu den Universitäten bezwecken. Wir müssen nur immer auf eine Gefahr aufmerksam machen: Es könnten Maßstäbe für die Auswahl verwandt werden, die nicht auf die sachliche Eignung abstellen, sondern auf die sogen, „rassische Abstammung". Das aber darf niemals Inhalt oder gar Ziel der Auslesebestrebungen lein. Die Reichsversassung, die doch wohl von allen in Betracht kommenden Instanzen respektiert werden wird, kennt keine Bevorzugung oder Zurückdrängung aus Gründen der Abstammung. Wir erwarten daher, daß andere Momente als rein sachliche bei der Handhabung der Auslesebestimmungen gänzlich ausscheiden. Von dieser Einstellung ausgehend, betrachten wir die Reformpläne als billigenswert. Es hat sich leider immer mehr gezeigt, daß die Schulausbildung an ihrem Abschluß noch nicht immer der Universitätsreife entspricht. Eine besondere Prüfung auf wissenschaftlichen und sittlichen Ernst erscheint dringend geboten, bevor man einen jungen Menschen in die eivitas aeaciemieu einreiht. Das Niveau vieler Studenten, die eigentlich nur noch Bildungshandwerker waren, könnte auf diese Weise gehoben werden. Man kann auch gar nicht früh genug damit anfangen, die Böcklein von den Schafen zu scheiden. Schon in den unteren Jahrgängen der Schulen kann gesichtet und gesiebt werden. Man mildert dadurch manche Härten, die nur um so größer

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