KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1933
- Issue
- Heft 2 (Februar 1933)
- Date
- 1933-02-01
- Page
- Seite 52 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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52 K. C.-Blätter zurufen. Er führt hier aus, daß sich die Professoren für den flüchtigen Betrachter zunächst nur wenig von den übrigen Staatsbeamten *u unterscheiden scheinen und fährt dann werter mit folgenden Worten fort: „Lier tritt nun die geistige Autonomie als Korrektiv in Wirksamkeit. Gewiß wurde in der absolutistischen Zeit — man denke an Kant — einmal ein Professor von seiten der Regierung verwarnt oder gar vertrieben — man denke an dre Göttinger Sieben —, jedenfalls aber namentlich im Zeitalter der Karlsbader Beschlüsse überwacht, aber trotz aller Reaktion war der liberale Gedanke der Lehrfreiheit ein so mächtiges Palladium für die Jini* versitäten in der öffentlichen Meinung, daß besonders seit der Einführung der Verfassungen die geistige Autonomie, die ausschließliche Selbstverantwortlichkeit der Professoren ein Roli me tangere für alle Regierungen bedeutete. Ich glaube, daß es kein noch so freies und Liberal regiertes Land der Welt gibt, in dem die Lehrfreiheit der Lochschullehrer so unbedingt und allgemein gefordert und gewahrt wird wie in Deutschland. Vor dieser -Forderung des geistigen Deutschland machen auch die gewalttätigsten Machthaber halt. Lier ist der Liberalismus einmal eine wirkliche Macht auch in Deutschland geworden. Selbst in der Revolutionszeit hat der Umsturzwille die Universitäten verschont. Obwohl sie bei ihrem aristokratischen Charakter und ihrer aus der Wissenschaft sich ergebenden konservativen Einstellung heraus geradezu als Lochburgen der Reaktion verschrien und bekämpft wurden, sind, abgesehen von ein paar vereinzelten Oktroyierungen, wie sie aber immer vorgekommen waren, nirgendwo ernstere Umgestaltungen oder Eingriffe in die Lehrfreiheit vorgekommen." Sollte dieser historische Abriß nicht vielen von denen, die glauben, heute einen Eingriff in die Autonomie der Hochschulen fordern zu dürfen, zu dahingegangen, der ein Wahrer und Mehrer ihrer besten Traditionen gewesen ist. Daß die Grundsätze, die er vertreten hat, mit den wahren nationalen Belangen nicht in Widerspruch standen, dafür genügt der Hinweis, daß gerade der Mann, auf den man sich heute so gern veruft, Fichte, der erste gewählte Rektor der Berliner Universität, stets in schärfstem Kamps um die Freiheit der Lehre und um die Freiheit des Lernens gestanden hat, im schärfsten Kampf auch für die Gleichberechtigung des jüdischen Studenten an den Lochschulen. Mögen diejenigen, die glauben, von dieser besten Tradition der Lochschule abgehen zu können, den Tod Beckers als die. Mahnung empfinden, daß, wenn seine Ideale nicht ohne Einschränkung aufrecht erhalten werden, das deutsche Universitätsideal der Vergangenheit angehört. H. Berlak (Spr., Fr.-Ehib.) Offenes Bekenntnis zum Dritten Reich Nachdem die Deutsche Burschenschaft seit langem in jeder Phase ihre Haltung bewiesen hat, daß sie sich von einer nationalsozialistischen Organisation kaum unterscheidet, gibt sie die letzte und eindeutigste Bestätigung dafür in ihrem Aufruf zum diesjährigen Reichsgründungstag. Hier heißt es (s. Bursch. - Bl., 47. Jahrg., S. 81) mit klaren Worten, daß man den „neuen Staaksgeist" suche, der „seine Erfüllung in einem Dritten Reich findenssolle". Parole: Drittes Reich! Wann tritt der Faschistengruß an die Stelle der traditionellen korporationsmäßigen Grußformel:? Der Kösener S. C. kündigt den Ä. D. W.-Vertrag Auf dem Goslarer Waffensiudententag im Dezember 1932 wurde die Kündigung des A. D. W.-Vertrages durch den H. K. S. E. V. bekanntgegeben. Eine Aussprache darüber fand nicht statt. Bereits im November hatte der Kösener S. C. seinen Beschluß gefaßt. Der Sonderausschuß in Goslar nahm in einer Denkschrift zu diesen Vorgängen Stellung: der Kösener S. E. erklärte, von der Denkschrift Kenntnis genommen zu haben und versprach, an einer Neuordnung des A.D.W.-Vertrages und der Ehrenordnung Mitarbeiten zu wollen. Die Art der Behandlung von Ehrenangelegenheiten seitens