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KC-Blätter · 1933-02-01 · Heft 2 (Februar 1933) · p. Seite 41

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1933
Issue
Heft 2 (Februar 1933)
Date
1933-02-01
Page
Seite 41 (sequence 5)
Language
German
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K. C.-Blätter 41 sicheren Gefüge, schlichtes Mauerwerk umrahmt große Fensteröffnungen. Und sie tragen groß die gegitterte, zwiebelförmige Krone. Es ist etwas Verwandtes im Aufriß des spinozistischen Systems. Lassen wir den Gehalt außer Betracht. Der Weltaspekt des Denkers ist natürlich nicht vergleichbar der gebundenen Bestimmung des Bauwerks. Auch die formalen Beziehungen der Teile zum Ganzen sind verschieden. In einem philosophischen System gibt es kein Oben und kein Unten, keinen Anfang und kein Ende. Aber mit all diesen Vorbehalten sieht man in Spinozas Denken auch die Philosophie ganz ähnlich wie in der Kunst. Man betrachte eine Skulptur von Bernini und ein Bild Rembrandts. Bei Bernini drückt sich alle Leidenschaft in einer unendlich bewegten Linie aus. Bei Rembrandt ist die Bewegung zur Ruhe gekommen, die Körper sind fast erstarrt, gebunden in einem Augenblick, in dem Bewegung sich loslösen möchte. Und doch strömt leidenschaftliche Bewegtheit aus dem Mysterium des entschleiernden Lichtes und der verhüllenden Halbschatten. Für die drei großen Denker des Barock ergibt sich aus der Vergleichung: Findet. Descartes seinen Gott auf dem Wege über Die Ideale Schreib* maschlne für Büro, Reise undHaus,dle Klein-Maschine mit den Schreibelsen* schäften einer Großen. Bitte verfang«» Sie unverbindliche Off «He und Vorführung durch uns oder durch unsere Triumph Werke Nürnberg klare, verständige Gliederung des Baukörpers, die Betrachtung oer Dinge und des Geschehens nach dem Gesetz von Ursache und Wirkung, ohne Wunsch und Forderung, ohne Mitleiden oder Entrüstung. Die Notwendigkeit des Geschehens läßt nur die Ergründung und Feststellung von Tatsachen zu. Aber dann hebt sich über die Stufe des Erkennens, die das Wissen um die Zusammenhänge vermittelt, die intuitive, unmittelbar anschauende Erkenntnis, über das Zeitliche und Begrenzte hinaus die unenoliche Wesenheit Gottes und das Wissen, daß alles Sein in ihm beschlossen ruht. Unser kühles, prüfendes Verhalten in der Region des natürlichen Geschehens krönt das Gefühl der Allverbundenheit, der mystischen Gottesliebe, des amor dei intellectualis. * Diese Struktur im Vau des Systems läßt auch den Unterschied erkennen Mischen dem Barock des niederländischen Nordens und dem Barock der südlichen Länder. Das Verhältnis ist in der die Emotion des Zweifels, steigert sich bei Leibniz in den Monaden die Stufung des Bewußtseins bis zum höchsten Wesen, so hat Spinoza seinen Gott von vornherein sicher, unberührt von Zeit und Raum, in sich ruhend im Schoße der Ewigkeit, in einer Erkenntnis, die ebensoviel von visionärer Ahnung wie von Klarbeit und Deutlichkeit enthält und durch nichts erschüttert werden kann. Das eine aber findet sich bei allen: die Leidenschaft des Gottsuchens, das Hingegebensein an das Unendliche, Allumfassende. Sie resultiert aus der Spannung zwischen der geistigen Welt und der Welt der Sinne, (sie unter- Keidet sich von allen anderen Leidenaften, denn sie kennt kein Begehren; aber sie teilt mit ihnen die Hellsichtigkeit und den zwingenden Antrieb zum Tun. Bei Spinoza bezieht die sublimierte Leidenschaft des Erkennens und Betrachtens die ganze Welt in ihren Kreis und hält sie in der unerschütterlichen Geborgenheit des göttlichen

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