KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1933
- Issue
- Heft 2 (Februar 1933)
- Date
- 1933-02-01
- Page
- Seite 39 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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K. C.-Bliitter 30 Wenn Dein Herz auch vor allem in heiler Liebe der Viadrina entgegenschlug. so entspricht das Abschiednehmen aller K. E.er von Dir doch Deiner Anschauung. wie Du sie beim 40. Stiftungsfest der Viadrina in der Festschrift als „Viadrinenwunsch" etwa so formuliert hast: ..so wahr es ist. daß die Begründung der Viadrina eine Tat war. ebenso wahr ist es, daß die Gedanken der alten Viadrinen, die wir jetzt K. C.- Gedanken zu nennen pflegen, ihren ganzen Einfluß und ihre ganze Wucht erst durch die Resonanz gewonnen haben, die die Ideen der alten Viadrinen in den Köpfen und Herzen von hunderten Studenten in den K. C. - Verbindungen gefunden haben." In hoher Begeisterung für das Recht und in heller Empörung gegen das Unrecht tratest Du als junger Student in die Reiben der Viadrinen als Kämvfer ein. Was Du damals geschworen hast. — sei es beim fröhlichen Becherkreisen. bei dem Du lustig sein konntest wie manch einer, sei es beim Schlägerklang, bei dem Du Deinen Mann zu stehen verstandest, fei es in ernsten Stunden — dem Schwur bliebst treu Du bis zum Tod. Wir werden Dich nicht vergessen. Wir könnten Dich auch nicht vergessen; denn Du wirst in unseren Herzen fortleben als Jdealgestalt eines vorbildlichen K.C.ers, der Du getragen warst von einer hohen sittlichen Auffassung in der Beurteilung von Menschen und Dingen, der Du beseelt warst von einem ausgeprägten Sinn für Bundesbrüderlichkeit und Freundschaft, der Du von einer inneren Anständigkeit und Sauberkeit warst, die absolut war und die Du in Deine Familie hineintrugst und in Deinen Beruf, den Du vorbildlich ausübtest. Wenn wir Dir heute auf Deinen Sara Mütze und Band legten, die Du einst sy stolz trualt. so wissen wir wohl, daß wir hiermit nur von dem Abschied nahmen, was an Dir sterblich war. Uns wirst Du fortleben und nicht gestorben sein. Wir geloben in diesem Augenblick, in Deinem Sinne in Treue zu streben. Das wird das schönste Ehrendenkmal sein, das wir Dir errichten können. Schlaf wohl, Olli! Gruß an Hugo Ehrlich (Sprev.Frib.) Lieber Ehrlich! Höchst ungern entledige ich mich des Auftrags. Dich an dieser Stelle zu Deinem 50. Geburtstag zu begrüßen. Es war von jeher meine Meinung, daß solch ein Tag weder so schön noch so selten ist, daß er mehr als andere Geburtstage gefeiert werden müßte. Dies bestätigt Dein stall. Ob nun Dein Junggesellentum. ob Deine ostpreußische Unverwüstlichkeit, ob die Dir von allen Seiten zuteil werdende gute Behandlung daran Schuld sein mag: Tatsache ist, daß die lumpigen 65 Semester — das ist weder ein Lob noch ein Tadel — Dich in nichts verändert haben. Denn ob Du Deine Schneidigkeit auf der Mensur oder in foro bewährst, ob Du Deine ebenso einleuchtenden wie amüsanten Ansprache auf dem Konvent oder im hohen G. A. hältst, macht nicht den geringsten Unterschied. Es ist auch mit Sicherheit vorauszusehen, daß sich zunächst einmal in dem kommenden Dezennium an all dem nichts ändern wird. Also sind wir beide gewiß darin einig, daß Deine Bundes- und Kartellbrüder Dir auch heute nichts anderes und nichts Besseres zu wünschen brauchen, als dies auch ohne besonderen Anlaß von jeher und jederzeit geschehen ist. Dein Confuchs S o l o n Baruch de Spinoza Zum 300. Geburtstag des Denkers Von Dr. Kurt Eckstein (Rh. Sil., Sax.) .... Weil wir aber solcher, wissen, daß wir für die Deinigen gerechnet werden, sündigen wir nicht. Denn dich kennen ist eine vollkommene Gerechtigkeit; und deine Macht wissen ist eine Wurzel des ewigen Lebens." (Weisheit Salomos 15, 2. 3.) Das Holland des 17. Jahrhunderts ist eine Insel im Strome der Zeiten. Weder vorher noch nachher war dem Lande solch ein wirtschaftlicher, politischer und kultureller Aufschwung beschieden. Die äußeren Bedingungen des Wohlstandes sind nach der Loslösung vom spanischen Reiche sehr schnell geschaffen und wirken sich in weitgespannten Unternehmungen aus. Die überschüssige Kraft wendet sich geistigen Auseinandersetzungen und den Künsten tätig und mit reger Anteilnahme zu. Die bildende Kunst bietet