KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1931
- Issue
- Nr. 6 (11.1931)
- Date
- 1931-11-01
- Page
- Seite 64 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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64 Vertrauliche Beilage der K. C. «Blätter Genau wie Kbr. Löwenstein bin ich daher der Ansicht, daß der einzige für uns gangbare Weg, der zugleich unter Umständen Erfolg verspricht, der der Zusammenarbeit mit den republikanischer: Studentenorganisationen im Deutscher: Studentenverband ist. Es genügt aber nicht, daß man —wie es bisher in den meisten Fällen gewesen ist — auf dem Antrittskonvent einen — vielleicht noch dazu ungeeigneten — hochschulpolitischen Vertreter wählt und vielleicht noch einmal im Semester einen Bericht des betreffender: Kbrs. anhört! Nein! Jeder einzelne Aktive und möglichst auch die Mehrzahl der Inaktiven muß sich in den Dienst der Sache stellen, muß unter Umständen auch einmal eine Arbeit übernehmen, die vielleicht nicht sonderlich angenehm ist, wie z. B. das Verteilen vor: Flugzetteln vor der Universität! Bitte etwas weniger falscher: Stolz, meine lieben Kartellbrüderl Man kann auch in Couleur Flugzettel verteilen! Man kann aber auch als Erstchargierter gestatten, daß die betreffenden Bbr. Bbr. einmal eine Stunde Couleur absetzen, ohne daß das Ansehen der Verbindung darunter leidet! Wird es erst einmal soweit sein, daß jeder K. C.er hier tatkräftig mitarbeitet, dann wird es keinem sozialistischen oder anderem Studenten mehr einfallen, uns wegen unserer Couleur als reaktionär zu bezeichnen! Auf der anderen Seite soll aber neben dieser mehr praktischen Arbeit nicht vergessen werden, die Kbr. Kbr. im Sinne der Frankfurter Beschlüsse auch politisch zu schulen, damit wir in Zukunft nicht mehr — wie bisher leider in den meisten Fällen — nur den Anspruch auf eine leitende Stellung in den Ortsgruppen des Deutschen Studentenverbandes erheben, sondern auch über die Kbr. Kbr. verfügen, die diese Stellungen ausfüllen können! _ Ich bin mir bewußt, daß eine Durchführung dieser Vorschläge die Gefahr mit sich bringen wird, daß der K. C. von einem unpolitischen zu einem politischen Verband wird, der von seinen Mitgliedern ein unbedingtes Bejahen der republikanischen Staatsform wird fordern müssen. Das wird vielleicht manchem nicht behagen, aber ist eine — wenn auch politisch gefärbte — Aktivität nicht immer noch tausendmal besser, als die geistige Friedhofsruhe, die jetzt allenthalben im K. C. herrscht? Auch die Frage der studentischen Selbstwehr wird sich, wenn wir den von mir vorgeschlagenen Weg gehen, leicht lösen lassen. Heute besteht bereits in Berlin eine ReichsbannerstudLntengruppe, der auch eine Reihe K. C.er angehören, und die schon mehrfach erfolgreich bei Krawallen eingegriffen hat. Es ist hier nicht der Platz, auf die genaue Organisation dieser Gruppe einzugehen. Nur soviel sei bemerkt, die Führung dieser Gruppe arbeitet in engster Fühlungnahme mit dem Vorstand des Kreises Berlin des D. St. V. Andrerseits sind natürlich sämtliche Mitglieder dieser Gruppe vollaktive Mitglieder der Ortsvereine des Reichsbanners und zum Teil sogar Mitglieder der Schutzformationen. Man sieht also: Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg! Nur auf diesen Willen zur Umstellung kommt es an! In diesem Sinne: . 3ur§ite otrme5. Theodor Hannes (Bin.). Lieber Vundesbruder Neichrnann! K. C.er sur§ite! So ist Ihr Mahnruf an uns ergangen. Aber so passend der Appell ist, er ist nicht die Konsequenz Ihres Aufrufs. Denn was Ihre Worte, in die Tat umgeseht, bedeuten, ist ja etwas ganz anderes. Es ist: oMeum ex! Was Ihr Appell will, bedeutet ja für uns nichts anderes, als uns selbst den Freitod zu geben. Denn solange wir K. C.er sind, und es aus innerster Ueberzeugung sind und bleiben wollen, sind wir Korporationsstudenten. Nicht im Sinne des Simplizissimus-Studenten, nein, im Geiste der Burschenschafter von 48, als Kämpfer für Freiheit des Vaterlandes und des Geistes. Dieses Ziel hat sich nicht geändert, verschoben hat sich lediglich die Front. Einst der Streit gegen Staat und Gesetz, heute der Kampf um und mit Staat und Gesetz. Gleich geblieben ist aber der Gegner. Gleich stur und starr wie einst, will er auch heute wieder alles Freiheitliche und Vorurteilslose knebeln und niederknüppeln. Und so sind auch