KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1931
- Issue
- Heft 11 (November 1931)
- Date
- 1931-11-01
- Page
- Seite 189 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nachr.-Hest St E.-Blatter 181) Der Hochschulring, der sich auf der Lebensarbeit Moeller van den Brucks aufbaut, ist bereit, gemeinsam mit allen Kräften zusammenzuwirken, die den Beweis erbracht haben, daß sie die naturgegebene Vertretung des deutschen Studenten an den Hochschulen darstellen. Der Bitte einer Reihe von studentischen Verbänden entsprechend wird der Hochschulring seine Arbeit mit Nachdruck fortsetzen und so erweitern, daß eine gemeinsame politische Haltung der jungen Akademikerschaft erzielt wird. Der Deutsche Hochschulring, der vor drei Jahren erstmalig den studentischen Nachwuchs zur praktischen Wehrsportarbeit hinführte und der bisher das weitaus größte Kontingent wehrsp örtlich ertüchtigter Jungakademiker zu stellen vermag, begrüßt, daß diese Arbeit eine breitere Basis gefunden hat. Er sieht jedoch mit Besorgnis, daß sie die gleichzeitige Pflege einer bewußten politischen Haltung vermissen läßt. Die Zeiten unpolitischer Mehrarbeit sind vorbei. Diese hat oft genug in den Nachkriegsjahren zu verfehlten Aktionen ohne politische Durchschlagskraft geführt. Der Hochschulring weiß sich in dieser Reberzeugung eins mit dem überwiegenden Äeil der Studentenschaft." Was mit der politischen Haltung,' die in bewußten Segensatz zu der bisherigen „unpolitischen" Arbeit gesetzt wird, im einzelnen gemeint sei, bleibt Geheimnis des Hochschulrings. Möglicherweise hat der Hochschulring das nicht unverständliche Bestreben, sich in. der Studentenschaft wieder etwas interessanter zu machen, nachdem die Mehrheit nämlich entdeckt hat, daß er langweiliger ist als Hitlers wilde verwegene Jagd. Gefängnisstrafen für bayerische Studenten. Wie die „Bayerische Hochschulzeitung" mitteilt, sind an drei Münchener Studenten Strafbefehle über je drei Monate Gefängnis zugestellt worden. Die drei Studenten hatten anläßlich einer Feier des Waffenrings trotz Verbotes die Parteiuniform der Nationalsozialisten getragen. Auf Grund der Notverordnung vom 28. 3. 31 sind ihnen daraufhin die Strafbefehle zugegangen, gegen die übrigens Einspruch eingelegt wurde. Man mag auch als politiscver Gegner zugeben, daß die Strafen hart sind. Aber das Gesetz besteht nun einmal, und es mußte ergehen, weil die wachsende politische Beunruhigung zu Maßnahmen zwang. Besteht aber das Gesetz, dann muß es auch ohne falsche Scheu zur Geltung gebracht werden, gleichgültig, nach welcher Seite der Schlag trifft. Deshalb ist es absolut unverständlich, wenn der Münchener Waffenring in einer Erklärung sich schärfstens dagegen verwahrt, daß das Gesetz in einer Weise gehandhabt werde, „die nie im Sinne des Generalfeldmarschalls Hindenburg gelegen hat" Der „Sinn" des Generalfeldmarschalls und Reichspräsidenten Hindenburg ist vermutlich auf unbedingten Gehorsam gegen die Gesetze gerichtet, und nicht darauf, das frondierende Verhalten der drei Studenten „voll und ganz zu decken" — wie es am Schlüsse der Waffenringserklärung heißt. Man muß auch dann dem Staat seine Disziplinargewalt gönnen, wenn man selber dabei die Zähne zusammenbeißen muß. Recht bezeichnend ist übrigens auch die Berichterstattung der „Bahr. Hochschulzeitung", die ihre Mitteilung überschreibt: „Neun Monate Gefängnis für die Führer der Münchener Studentenschaft". Dadurch wird der Eindruck erzeugt, als sei eine Gefängnisstrafe von neun Monaten gegen Studenten verhängt worden, während in Wahrheit die Strafe jedesmal drei Monate betrug. Beim besten Willen werden keine neun Monate daraus, daß man dreimal drei Monate festsetztet Diese etwas demagogische Rechnung geht nicht auf. Die Herren in München hätten eigentlich schon bei ihrer Aniformparade merken müssen, daß sie sich, verrechnet haben. Vom undeutschen Geist! In Jena versammelte sich die Schar derer, die gegen den undeutschen Geist auf den deutschen Hochschulen protestieren wollten. Da der Hauptteil der Protestler aus Halle kam, wo gerade erst Radau und Pöbelei den Frieden der alrna mater gestört hatte, so lag eine derartige Demonstration sehr nahe. Man sollte annehmen, daß gerade die Halleschen Studenten sich energisch gegen barbarische Methoden zur Wehr setzten, wie sie eben erst in