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KC-Blätter · 1931-11-01 · Heft 11 (November 1931) · p. Seite 190

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Journal
KC-Blätter
Volume
1931
Issue
Heft 11 (November 1931)
Date
1931-11-01
Page
Seite 190 (sequence 8)
Language
German
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190 K. C.«BläLLer Nachr.-Heft Halle nach dem traurigen Vorbild vieler anderer Städte geübt worden waren. Schließlich laßt sich nichts Andeutscheres denken, als die Stätte deutscher Geisteserziehung durch Rüpeleien zu schänden, die ernsthaft Deutschland Ruf als Kulturnation gefährden. Es trägt bestimmt nicht zur Stärkung des Vaterlandsgefühls bei, wenn man seine Methoden ausgerechnet aus Polen und Rumänien beziehen muß. Ls. ist nicht anzunehmen, daß die Brüllhelden von Halle sehr viel für das Ansehen des deutschen Studenten getan haben, um so weniger, als ihr Anhang aus gemieteten Schreistatisten bestanden haben soll. Nach unwidersprochenen Zeitungsmeldungen haben in der tobenden Menge verschiedene Galgengesichter mitgejohlt, die für ein Handgeld bei jeder Aktion zu haben sind. Die mißleiteten Studenten von Halle hätten sich ihre Straßenkameraden von Halle einmal ansehen sollen! Deutsch sein heißt ja doch, eine Sache um ihrer selbst willen tun. Ob da in diesem Sinne wohl manch einer „deutsch" gewesen ist, der sein Geschrei weniger um der Sache, als um ganz anderer Dinge willen, tätigte? Ans scheint, in Halle hat man sich mit Leuten verbrüdert, die von Herrn Dehn und von den Belangen der Hochschule genau so wenig Ahnung hatten, wie die Nazis vom wahren deutschen Geist. Deshalb ist es doppelt verwunderlich, daß in Jena sich die Kreise trafen, die an den Hallenser Ereignissen die Hauptschuld tragen. Der flammende Protest von Jena müßte in erster Linie ein Protest gegen das eigene Verhalten gewesen sein. Bücdsr- und Blatterlcfiau Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums. „Von Vergangenheit und Zukunft des Judentums", so dürften sich die letzten Hefte der bekannten „Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums" überschreiben lassen, die nicht nur der geschichtlichen Erforschung des Judentums dienen, sondern auch in das jüdische Schulwesen, also in die Bildungsstätten der Heranwachsenden Generation einführen, wie sie sich^ überall da, wo stärkere jüdische Siedlungen vorhanden sind, entwickelt haben. Im Anschluß an die Bilder aus Deutschland, Angarn und Polen, wie die früheren Hefte sie brachten, zeichnet Ernst Simon — Haifa, ein äußerst lebensvolles Bild des Schulwesens in Palästina, seiner verschiedenen Richtungen und seiner eigenartigen Aufgabe. Durchaus auf den Juden der Gegenwart bezogen, ist auch die Aebersicht Ernst Jacobs über die Paulusforschung der letzten Jahre, in welcher der Gegensatz jüdischer und pautinischer Frömmigkeit herausgearbeitet ist und Einseitigkeiten der christlichen Forscher zurückgewiesen werden. Eingeleitet wird das Heft durch einen warmherzigen und feinfühligen Nachruf auf den Frankfurter Semitisten Josef Horovitz aus der Feder seines Nachfolgers Gotthold Weil. Man abonniert die Monatsschrift, indem man Mitglied der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums in Berlin wird und den jährlichen Mindestbeitrag von RM. 10.— an die Gesellschaft (Postscheckkonto Paul Veit Simon, Berlin 7030) oder an einen der Vertrauensmänner sendet, welche in jedem Heft der Monatsschrift aufgeführt sind. Dr. Joseph Weiß, An der Wiege der katholischen deutschen Studentenverbindungen. Neues von der Bonner Anion 1847—53—55. Der weiße Turm, Zeit- und Lebensbilder aus dem katholischen Studententum, I. Band. Din A 5, 23 Bilder auf 10 Tafeln, 94 Seiten. München 1930, Geschäftsstelle der Academia. Kartoniert Reichsmark 4.—. Vorliegendes Werk ist ein Beitrag zur deutschen Studentengeschichte. Der Inhalt ist, wie schon der Name ergibt, auf die katholische Studentenbewegung spezialisiert. Für den Studentenhistoriker ist es zweifellos von Interesse, weil es einen anschaulichen Ueberblick gibt.

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