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KC-Blätter · 1931-07-01 · Heft 7 (Juli 1931) · p. Seite 116

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Journal
KC-Blätter
Volume
1931
Issue
Heft 7 (Juli 1931)
Date
1931-07-01
Page
Seite 116 (sequence 6)
Language
German
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116 K. C.-Blätter Nachr.-Heft einem Orte, dessen Traditionen sie korrumpieren. Es ist eigentlich unfaßbar, daß ein Akademiker imstande ist, seine Gegnerschaft zu anderen Gruppen lediglich durch das brutalste Faustrecht auszudrucken. Zuweilen dünkt es einen, als wolle diese Art von „Geistesarbeitern" sich dafür revanchieren, daß ihr Hauptberuf sie zu Geistesarbeitern gemacht hat. Dann wird es Zeit, daß die Hochschule ihnen andere Begriffe vom Wert der Geistigkeit einimpft, oder, wenn sie dafür unempfänglich sind, das Tafeltuch zerschneidet. Das Gefährliche aber ist jenes vorsichtige Zögern, das von den Raufbolden nur als Ermutigung verstanden wird. Fabius Marimus war ein Lunctator, aber nicht jeder Cunctator ist ein Fabius Maximus, und die alte Regel gilt noch immer, daß frisches Wagnis schon den halben Sieg bedeutet. Dabei ist das Wagnis sicherlich nicht groß, endlich einmal energisch gegen unheilbare Krawallsüchtige auszuholen, denn noch ist die Mehrheit der Studentenschaft bei aller politischen Starrheit kein Freund solcher Ausartungen. Es ist immer nur eine kleine Gruppe, durch universitätsfremde Elemente verstärkt, die den Hochschulfrieden bedroht. Wenn hier nicht unnachsichtlich eingeschritten wird, gleichgültig, um welche Farbe des Altraradikalismus es sich handelt, dann ist für die Universitäten die Gefahr des Bürgerkrieges unheimlich nah bevorstehend. Die arbeitswillige Studentenschaft beginnt allmählich zur Selbsthilfe zu greifen, und wenn diese ganze Entwicklung nicht in den Keimen erstickt wird, dann wird aus der Immatrikulationsurkunde ein Marschbefehl zur Front. In vielen deutschen Städten formierten sich diesmal schon die Barrikaden des Bürgerkriegs: Berlin, München, Köln, Greifswald, Hamburg, Kiel. Kiel war es, wo die Bombe eines Attentäters platzte, der sich „Akademiker" nannte. Er hat, sicheren Meldungen zufolge, diesen Titel das letzte Mal geführt; aber müssen erst Bomben fliegen, ehe man erkennt, zu welcher Auflösung schon die sittliche Verfassung nationalsozialistischer Sturmgesellen gediehen ist? Seien wir ehrlich gegen uns selber: Die Zündschnur glimmt schon in bedenklicher Nähe! Wenn unsere Studenten beginnen, die Methoden balkarischer Blutrache zu akzeptieren, dann wird unser kultureller Standard aufs Nachhaltigste erschüttert. Wir haben niemals Weichlichkeit gepredigt und beim frohen Kneiptrunk besingen wir gern den „Fahrenden Schüler—den wüsten Gesell", denn diese „Wüstheit", in milder Aebertreibung so genannt; ist Ausdruck jener romantischen, männlichen Frischfröhlichkeit, die aus gesunder Seele kommt. Die Wüstheit aber, die heute auf Deutschlands Universitäten sich spürbar macht, ist von keinem Schimmer der Romantik umspielt, ist traurigstes Produkt einer wirklichen Verwüstung. Dagegen müssen wir uns wehren, daß, im schlimmsten Sinne gesehen, eine Generation der wüsten Gesellen heranwächst. Wir betonen dabei immer wieder, daß die Wurzeln des Nebels nicht auf der Hochschule selber, sondern schon in den höheren Lehranstalten zu finden sind. Das Ierstörungswerk beginnt schon hier seine unselige Wirksamkeit. Das Problem der Vielzuvielen, die in ungehemmtem Fluß aus den Schulen in die Universitäten strömen, ist nicht nur ein Problem der Verteilung, sondern auch der Bewährung. Die Sortierungsarbeit, die von vielen Seiten gefordert wird, wird, wenn sie einmal kommen sollte, auch die ethische Beschaffenheit der Kandidaten zu berücksichtigen haben. Vom numeru8 e1au8U8 wird sehr viel geredet; wir haben nur zu oft Veranlassung, dagegen zu protestieren. Nur ein solcher numeru8 e!au8U8 erscheint uns annehmbar, der, ohne Ansehen der Rasse und Konfession, die wirklich gesittete Studentenschaft unter sich läßt. R. H. Wandervogel nnd Couleurstudent. Von Dr. Felix Goldmann (Thur., Saxobav.). Nachstehend geben wir einer Entgegnung auf den im Aufsatz. Heft Nr. 2 erschienenen Aufsatz Raum, ohne einstweilen selbst zu dieser Frage Stellung zu nehmen. Wir würden eine weitere Ausspräche begrüßen. Die Red. Die Ausführungen über das Thema „Wandervogel und Couleurstudent", welche jüngst in diesen Blättern erschienen sind, bedürfen einer Ergänzung nach der weltanschaulichen Seite

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