KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1931
- Issue
- Heft 6 (Juni 1931)
- Date
- 1931-06-01
- Page
- Seite 101 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2268830-2268996-2269004--4002-2273239- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nachr.-Hest K. C.-Blätter 101 Vom ideellen Volksbegrifst Die Zeitschrift „Der Student" bringt einen Aufsatz des Berliner Pfarrers Pernitz über das Thema „Wehrhaftigkeit" (Br. 6, S. 1). Darin finden sich über den Volksbegriff folgende interessante Zeilen: „Volk ist ein Stück Natur, ist ein unmittelbares Gebilde aus Gottes Schöpferhand. Volk ist deshalb auch niHt die Summe seiner im Augenblick lebenden Glieder. Volk ist ein Stück Ewigkeit, zu ihm gehören außer seinen gegenwärtigen Angehörigen auch seine gestorbenen und ungeborenen Glieder. Damit rückt der Begriff „Volk" aus der Sphäre desMechanisch- Materialistischen in die Sphäre des Vital-Ideellen." Diese Auffassung ist an vorliegender Stelle zwar etwas ungewohnt; nichtsdestoweniger aber durchaus richtig. Wir haben von jeher den Standpunkt vertreten, daß der Volksbegriff aus weit edleren Momenten zusammengesetzt ist als aus der plumpen Materialistik. Erst der sogen. Rasselehre blieb es Vorbehalten, den Volksbegrifs nach stumpf mechanisierenden Gesichtspunkten abzuleiten. Die Absage ans Mechanrsch-Materialistische müßte also folgerichtig zur Verwerfung der gesamten Rassentheorie führen, denn Rassenkult ist nichts anderes als Götzendienst an der leblosen Materie. Zionistische Studenttnuengruppen. Wie das „Jüdische Echo" mitteilt, haben sich in verschiedenen deutschen Universitätsstädten zionistische SLudentinnengruppen gebildet. Auf einer gemeinsamen Tagung in Hamburg wurde auch die Zusammenarbeit mit dem K.I.V. festgelegt. Das K.J.V. verpflichtete sich, unter Wahrung der beiderseitigen Autonomie, eine gemeinschaftliche Arbeit mit dem Dachverband der zionistischen Studentinnengruppen zu organisieren und zu fördern. Es ist interessant, zu sehen, mit welch zielbewußter Taktik auch die weibliche jüdische Studentenschaft in die zionistische Erziehungsarbeit einbezogen wird. Diese Entwicklungen verdienen unsere vollste Aufmerksamkeit. Wir werden zu gegebener Zeit auf diese Fragen noch einmal zurückkommen. Studentische Wahle« an der Universität Göttingen. (D. St.) — Die Wahlen zur Kammer der Deutschen Studentenschaft der Universität Gottingen vom 18. bis 20. Mai hatten folgendes Ergebnis: NSDStB. 1164 Stimmen (früher 386) 11 Sitze (früher 6), AGV. 569 Stimmen (892) 5 Sitze (13), Stahlhelm und Nationale Liste 408 Stimmen 4 Sitze. Ein Aufruf für Altheidelberg. Nun grüß' Dich Gott, Alt-Heidelberg, - Laut rufen alle Glocken! So erklang es beim 500jährigen Jubiläum der Universität 1886! Der Neubau der Universität geht dank der hochherzig ins Werk gesetzten Stiftung der Vollendung entgegen. Wir alten Studenten wollen rhn schmücken helfen! Laßt uns alle zusammen unseren Dank darbringen der alten Lehrstätte, der Ruperto- Carola in der Stadt der Jugend und der Lieder und der Weisheit. Noch ist die große Aula kahl und entbehrt ihres Schmuckes. Sehr erwünscht wäre eine Orgel, sie wird dringend benötigt, nicht nur für Vorlesungen und Unterricht in der Musik, sondern sie soll feierlichen Stunden mit ihren Klängen die Weihe geben. So könnte auch die Absicht verwirklicht werden, die Aula als Konzerlsaal zu verwenden, mit dem Wunsch, daß zu geeigneter Zeit auch freie Orgelvorträge stattfinden mögen. Alles hängt von dem guten Willen der Schüler und Freunde Heidelbergs ab. Verwaltung, Ausgaben und Einzelheiten werden von einem Ausschuß erörtert und überwacht werden, der auch die Uebergabe in die Wege leiten könnte. Ein Ehren-Buch soll die Namen der Spender nach Jahrgängen umfassen, wenn möglich soll auch jeder Beitragende ein Erinnerungs-Blatt an die Spende erhalten. Sendung und Zuschriften sollen enthalten: Vor- und Nachname, Wohnort, Studienjahre, Fakultät und jetzige Lebensstellung (deutliche, lateinische Druckschrift erbeten). Dazu spende jeder, der ebenso fühlt, gleich recht bald, so daß wir noch im Sommer von unserer Gabe Kunde geben können!