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KC-Blätter · 1931-06-01 · Heft 6 (Juni 1931) · p. Seite 100

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Journal
KC-Blätter
Volume
1931
Issue
Heft 6 (Juni 1931)
Date
1931-06-01
Page
Seite 100 (sequence 10)
Language
German
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100 K. C.-Blätter Nachr.-Heft das ernstgemeinte Bekenntnis zum heutigen Staat zu diesem Schritt getrieben hat. Daß das arische Studentenprinzip eine flagrante Verist, ha? man auf katholischer Seite sehr wohl erkannt, und daraus Konsequenzen gezogen. Man kann dieser gesunden Auffassung nur weiteste Verbreitung wünschen, wozu noch ein großes Stück Arbeit gehört. Der Zorn der D. St., der diese Erklärung naturgemäß etwas peinlich war, hat sich, wie dre „Akademischen Monatsblätter" mitteilen, in ziemlich unsachgemäßer Form. entladen. Die Wahrheit anzuhörert, verträgt nicht jeder gut. Hitler, Nietzsche und die Juden. Ein bekannter Staatsmann unserer Tage hat vor einiger Zeit im Reichstag den Ausspruch getan, einige Absätze aus Hitlers. Schriften könnten sehr wohl bei Nietzsche stehen. Wir glauben, diese Stellen entdeckt zu haben. So heißt es in Nietzsches Werken 'in Band V, Absatz 135: „Die Griechen haben in ihrem Bedürfnis, dem Frevel Würde anzudichten und einzuverleiben, die Tragödie erfunden — eine Kunst und eine Lust, die dem Juden trotz aller seiner dichterischen Begabung und Neigung zum Erhabenen im tiefsten Wesen fremd geblieben ist." Tlnd weiter im gleichen Band, Absatz 136: „Die Juden, die sich als das auserwählte Volk unter den Völkern fühlen, und zwar, weil sie das moralische Genre unter den Völkern sind — die Juden haben an ihrem göttlichen Monarchen und Heiligen einen ähnlichen Genuß, wie der war, welchen der französische Adel an Ludwig XIV. hatte." Auch die folgende Stelle (Bd. V, Abs. 348) charakterisiert Nietzsches Einstellung zum Judentum: „Ein Jude ist, gemäß dem Geschäftskreis und der Vergangenheit seines Volkes, gerade daran — daß man ihm glaubt — am wenigsten gewöhnt; man sehe sich darauf die jüdischen Gelehrten an, — sie alle halten große Stücke auf die Logik, das heißt auf das Erzwingen der Zustimmung durch Gründe; sie wissen, daß sie mit ihr siegen müssen, selbst wo Rassen- und Klassenwiderwille gegen sie vorhanden ist, wo man ihnen ungern glaubt. Nichts nämlich ist demokratischer als die Logik: sie kennt kein Ansehen der Person und nimmt auch die krummen Nasen für gerade. (Nebenbei bemerkt: Europa ist gerade in Hinsicht auf Logisierung, auf reinlichere Kopf-Gewohnheiten den Juden nicht wenig Dank schuldig.)" Falls aber diese Sätze doch nicht gemeint waren, dann wird sich eben Hitler zumindest in diesem Punkte von Nietzsche unterscheiden. Moderne Schuljugend. Man darf sich über Niveau und Tonart weiter Studentenkreise nicht wundern, wenn man von Zeit zu Zeit herumhört, wie es auf den höheren Schulen zugeht. Wie es bereits in den Köpfen der Sechzehnjährigen aussieht, davon geben nachstehende Zitate aus Schüleraufsätzen (die die „3ta" veröffentlicht) erschütternde Kunde. „... Das Tierische hat immer noch die Oberhand im Menschen. Der rasche Zuwachs unserer Hitlerbewegung sagt mir, daß die Entscheidung kommen muß." „Die Nationalsozialisten werden unser Vaterland aus dem Elend, in das es durch eine gewisse Rasse ... geführt worden ist, herausheben und emporführen." „And erst die Scheidemänner, Crispiens, Brüningmänner ... welch erhebender Augenblick, die Köpfe der oben genannten Herren rollen zu sehen. Die nächste Aufgabe wird sein, den Freimaurern und Jesuiten sich zu empfehlen, von den auserwählten Wüstensöhnen der Halbinsel Sinai gar nicht zu reden." Man glaube nicht, daß diese Auslassungen vereinzelt dastehen. 3m Gegenteil, von 20 Aufsätzen hieben 17 in die gleiche Kerbe. Daß es sich um Aeüßerungen herzlich unreifer 3ungen handelt, will nichts besagen, denn, mögen die Verfasser beim Eintritt in die Universität auch an äußerer Reife zugenommen haben, sp garantiert das nicht einen entsprechenden Fortschritt der inneren Reife. Beweis: Der rasche Zuwachs ihrer tzitlerbewegung.

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