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KC-Blätter · 1933-01-01 · Nr. 1 (1.1933) · p. Seite 5

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Journal
KC-Blätter
Volume
1933
Issue
Nr. 1 (1.1933)
Date
1933-01-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Vertrauliche Beilage der K. C.- Blätter 5 Offizien Rücksicht zu nehmen, die während der Tagesstunden liegen, und Erleichterungen befürworten. Auch bei der Klinikerschaft zeigten sich, insbesondere für Juden, mancherlei Erschwerungen. Weißmann streift sodann den Gedanken der Fachhilfe, die er für unnötig und unmöglich hält. Unnötig sei sie deswegen, weil ohnehin ein starker Arbeitsdrang bei dem Nachwuchs bestehe, der aber seine Befriedigung außerhalb des Kreises der Korporationen finde. Was die künftige Reform des Studiums angehe, so verweise er auf das Buch von Schairer, welches re'ches statistisches Material enthalte. Es enthalte auch einen Reformplan, der drei wesentliche Gedanken. aufzeige: Werkjahr, Freijahr und Hochschulautonomie. Das Werkjahr ähnele der freiwilligen Arbeitsdienstpflicht und sehe körperliche und manuelle Ausbildung vor. Das Freijahr setze für Altakademiker nach zehnjähriger Berufsausübung ein Ruhejahr fest, während jüngere Kräfte einspringen sollen. Dieser Gedanke sei theoretisch vielleicht nicht schlecht, scheitere aber an der Wirklichkeit. Die Hochschulautonomie werde das Ausleseprinzip verschärfen und praktisch einen numerus clausus schlimmster Art im Verwaltungsweg herbeiführen. Gemeint sei Rücksichtnahme auf strukturelle Schilderung des deutschen Volkes bei gleichen Leistungen, d. h. eine Rücksichtnahme auf den Rückgang der Arbeiter und Bauernsöhne bei den Studenten. Praktisch bedeute das aber einen Numerus clausus für Juden, da man doch in Betracht ziehen müsse, in wessen Hände die Entscheidung über diese gelegt sei. Das Werkjahr werde 1933 noch nicht kommen, da insbesondere mit den Korps keine Einigung erzielt sei und auch ohnehin eine Verringerung der Studentenzahl eintreten werde. Wenn das Erststudienjahr eingesührt werden sollte, so gebe es kein Korporationsleben mehr, weil dieses Werkjahr in kleinen Gruppen in Lagern sich abspiele. Den aktiven Korporationen sollte dieses Thema zur referatsmäßigen Behandlung empfohlen werden. Auch die Altherrenschaft müsse für dieses Problem wieder Interesse zeigen, und müsse in den K. C.-Blättern auf die Wichtigkeit dieser Dinge hingewiesen werden. Das allerwichtigste sei jedoch, daß die Jugend lebe und Zukunftsmöglichkeiten habe. In der Aussprache wurde lebhaft die Frage erörtert, ob wirtschaftlich schwache Leute gekeilt werden sollten. Die Einrichtung der „Fachhufe" wurde teils befürwortet, teils für unnötig gehalten. Ihre Einführung von G. A. wegen wurde nicht beschlossen Beklagt wurde die mangelnde Berücksichtigung der K. C.-Arbeitsnachweise seitens derjenigen Kartellbrüder, die freie Stellen zu vergeben hätten. Es - wurde angeregt, eine stärkere Werbung hierfür zu entfalten, und überhaupt auf größere Belebung der K. C.-Verbundenheit hinzuwirken. Die Frage, ob durch zentrale oder örtliche Maßnahmen besser geholfen werde, wurde erörtert. Die Einrichtung örtlicher Vertrauensleute, die für Interessierung der K. E.-Gesinnung sorgen sollten, wurde vorgeschlagen. Empfohlen wurde ferner die Abhaltung von Wohltätigkeitsfesten und von Ausspracheabenden unter Hinzuziehung der Frauen. Stärkerer Ausbau der Landesverbände wurde verschiedentlich für nötig gehalten. Die Veröffentlichung eines Aufrufes in den K. C.-Blättern zur Stärkung der K.C.-Wirtschaftshilfe wurde beschlossen. Die Breslauer Affäre (Fall Cohn) wurde an Hand eines von Kbr. Oberlandesgerichtsrat Ernst Rosenthal (Thur.) erstatteten Berichts besprochen. Mit Rücksicht auf die Finanzlage wurde die Abhaltung der geplanten Tagung der Hochschulpolitischen Vertreter einstweilen zurückgestellt. Bemängelt wurde, daß die Rundschreiben des G. A. auf den Verbindungskonventen oft viel zu summarisch verlesen und daher nicht immer genügend beachtet würden. Der nächste K. C.-Tag soll im Juli 1933 in München stattfinden. Die wirtschaftliche Lage der Alten Herren im K. C. und das K. C.- Hilsswerk. (Referat, gehalten in der Plenarsitzung des G.A. von Magistratsbaurat Kurt Wolfs (Lic.). Hilfe, die gewährt werden soll, wird sich zu richten haben nach den be-

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