KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1933
- Issue
- Nr. 1 (1.1933)
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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4 Vertrauliche Beilage der K.C.-Blätter reicht. Sehr viele K. C.er hätten nur einen Wechsel von M 100.— bis 120.—, viele auch noch weniger. Die Rekrutierungsgebiete des K. C. seien vorwiegend die Kleinstädte. Bezüglich der Aniversitätsgebühren sei durchschnittlich keine Verbilligung gegenüber der Vorkriegszeit eingetreten. Die Wohnungspreise liegen in den kleinen Universitätsstädten über Vorkriegshöhe, während das Essen im Durchschnitt etwas billiger sei. 2m großen und ganzen sei die Lage erträglich. Schwierigkeiten entstehen allerdings in vielen Fällen dann, wenn die Studenten schon inaktiviert seien und wenn dann bei den Eltern geschäftliche Rückschläge eintreten. Die Folgerung, die man allgemein aus dieser schlechten Lage ziehe, sei die Einschränkung der Anforderungen an die Inaktiven. Man feiere auch keine teuren Feste mehr. Sehr wichtig sei die Umstellung aus den Sport. Das Fechten habe sich, schon durch die erforderlichen Reisen als sehr teuer erwiesen, während beim Sportbetrieb die Unterlagen von der Universität gestellt werden. Bei der Essensfrage müsse erreicht werden, daß die K. C.-Korporationen so billig essen können, wie die Freistudenten in der Mensa. Notfalls müsse der A. H. V. gewisse Zuschüsse zum Essen leisten. Beim Keilen dürfe man auf künftige Unterstützung nicht Hinweisen. Indessen dürfe man die Hilfe des A.H.V. nicht versagen, wenn ein schon inaktivierter K. C.er nicht mehr die erforderlichen Mittel für das Studium anfbringen könne. In den nächsten Jahren sei mit einem außerordentlichen Rückgang der Zahl der Studenten zu rechnen; denn vom Sommer 1934 ab kommen die Kriegsjahrgänge aus die Hochschule, was nach vorsichtiger Berechnung eine Minderung der Zahl der Studierenden um etwa lk für etwa 3—4 Jahre bedeuten werde. Verstärkt werde dieser Rückgang durch die Aussichtslosigkeit des Studiums. Es sei auch bemerkenswert, daß die Zahl der Sextaner im Jahre 1932 an süddeutschen höheren Schulen um etwa 25 o/o zurückgegangen sei, offenbar, weil die Eltern das Zwecklose der höheren Schulbildung bei der jetzigen Lage des Studiums einsehen. In der Frage der Studienreformen unterscheidet der Referent diejenigen Maßnahmen, die bereits durchgeführt sind, und die Reformpläne. Es zeigen sich nach seiner Meinung zwei Strömungen. Bei den Technischen Hochschulen komme man mehr von dem Shstetn der Fachschule ab zu dem freien Studium, während umgekehrt bei den Universitäten mehr der Wunsch einer schon frühzeitigen Konzentrierung des Studiums ähnlich dem System in Frankreich und Amerika, auftauche. Die Studenten sollen rechtzeitig zum Arbeiten angehalten, und ungeeignete Elemente ausgeschieden werden. Daraus beruhe die für Juristen eingeführte Zwischenprüfung und die Zweiteilung des Physikums für Mediziner, schließlich auch der numeru8 eIau8U8 für Philologen. Dadurch hätten sich allerdings zahlreiche Mißstände ergeben. An den großen preußischen Universitäten seien die Hebungen überfüllt. Die juristischen Zwischenprüfungen verlangen eine Klausur und, falls diese nichj gut ausfällt, ein Kolloquium. Dadurch drohte zunächst für die süddeutschen Universitäten eine große Gefahr durch die Aufhebung bzw. Einschränkung der Freizügigkeit. Nunmehr habe Preußen die von Süddeutschland eingeführten Zwischenprüfungen anerkannt. Nach Weißmanns Auffassung verschärfen die juristischen Zwischenprüfungen nicht wesentlich die Lage der Korporationsstudenten. Außerdem bestünden genügend Arbeitsmöglichkeiten auch schon in den ersten Semestern. Schwerer liege es bei der Zweiteilung des Physikums. Denn hierdurch werden die naturwissenschaftlichen Fächer auf die ersten zwei, vorläufig drei, Semester zusammengedrängt, was eine Häufung der Stunden, Wochenzahlen, bedinge und besondere Schwierigkeiten für Oberrealschüler mit sich bringe. Bisher habe man die sogenannten „Schwänze" bequem nachmachen können. Künftig werde man dadurch ein Semester verlieren. Das Aktivsein bedeute mithin für die Mediziner eine außerordentliche Erschwerung. Daher seien für diese Befreiungen erforderlich. Der G. A. müsse gelegentlich in einem Rundschreiben an die Verbindungen empfehlen, auf die Belastung der Mediziner bei denjenigen