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KC-Blätter · 1933-01-01 · Nr. 1 (1.1933) · p. Seite 2

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Journal
KC-Blätter
Volume
1933
Issue
Nr. 1 (1.1933)
Date
1933-01-01
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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2 Vertrauliche Beilage der K. C.»Blatter das uns auch allen lieb und wert ist, das doch aber eigentlich nicht den Zweck hatte, allein den musikalischen Teil der Kneipe zu bestreiten, sondern das dazu dienen sollte, auf Lxbummeln und bei hoch offiziellen Anlassen, bei denen ein größerer Kreis als die Aktiven anwesend ist, einen Ersatz für das Kommersbuch zu bieten. Fragt man nun, warum das Kommersbuch so selten zu finden ist, dann werden bestimmt — ich habe die Antwort oft genug erhalten — die Kosten angeführt. Aber ist es denn wirklich mit den Kosten so furchtbar schlimm, und vor allen Dingen handelt es sich denn hier wirklich um Ausgaben, die nicht ohnehin gemacht werden? Unterhält man sich mit den Aktiven, und sieht man ihnen auf die linke Westentasche, dann bemerkt man eine stattlich lange Reihe von „Schiebern", die den Zipfel wahrlich nicht mehr verschönen. Schon mancher Alte Herr hat hierzu den Kopf geschüttelt und hat sich die Frage vorgelegt, ob es denn wirklich nötig ist, daß in der heutigen Zeit, wo jeder Aktive sein Geld zu wichtigeren Dingen nötig hat, der Unfug der gegenseitigen Dedikationen immer noch getrieben wird. Ich würde es begrüßen, wenn die Verbindungen sich dazu entschließen würden, ihren Aktiven durch Konventsbeschluß zu untersagen, sich gegenseitig Couleurartikel aller möglichen Art zu dedizieren. Wer sich in späteren Jahren nur noch durch derartige Aeußerlichkeiten an die Freunde seiner Jugend zurückerinnert, der hat wahre Freunde nie besessen» und der kann auf solche Aeußerlichkeiten verzichten. Denkt aber daran, wie Ihr mit solchen Dedikationen diejenigen, die es sich nicht leisten können, beschämt oder ihnen überflüssige Lasten aufbürdet, und macht es statt dessen wieder zur Gewohnheit wie einst, daß Ihr einen kleinen Teil von dem» was Ihr für derartige Aeußerlichkeiten ausgebt, für die Bierbibel anlegt. Benutzt dann die Bierbibel als Stammbuch und Ihr werdet, wenn Ihr Euch als Alte Herren in Euer Kämmerlein einschließt, Euch all der Freunde wieder erinnern, besser als durch die kostbaren Gegenstände, die bis dahin längst vermodert sind. Aber nicht nur diese überflüssigen Dedikationen sind es, die mich veranlassen, die Bierbibel hier zu erwähnen. Gewiß, auch das K.C.-Liederbuch reicht, wenn es richtig benutzt wird, völlig aus, um die Kneipe gemütlich auszugestalten, wenn sich nicht ein anderer Mangel bei unseren Verbindungen allgemein zeigen würde, der ohne Zeit, ohne Kosten und ohne Arbeit behoben werden kann, nämlich die mangelnde Vorbereitung der Kneipe durch Erstchargierte und Fuchsmajore, und vor allen Dingen auch eine gewisse Trägheit, vom Gewohnten abzugehen. In allen Verbindungen zeigt sich, daß es geradezu unmöglich geworden ist, ein ungewohntes Lied singen zu lassen, und ungewohnt sind fast alle schönen alten und neuen Lieder. Das „Repertoire" beschränkt sich auf 6—10 und wenn es hoch kommt 12 Lieder, die natürlich für jeden längst abgedroschen sind. Wenn man vielfach über die Langeweile der Kneipen schimpfen hört, dann hat das nicht zuletzt seine Ursache darin, daß jeder Präside und vor allem der Fidulitätspräside sich einer aktiven Korona gegenüber sieht, die die Studentenlieder gar nicht kennt. Zu helfen ist sehr einfach: Wenn nämlich der Fuchsmajor zu Anfang oder zu Ende einer jeden Fuchsenstunde, wie dies früher selbstverstänosich war, 5 Minuten opfert, um ein neues Lied einzuüben» und der Herr Erstchargierte neben dem Drange der Geschäfte und neben der Zeit, die er für Studium, Verbindungsleitung und Damenflirt zu finden weiß, nun auch noch soviel Gehirnschmalz aufwende!, um nicht nur der Eingebung des Augenblicks die Auswahl der Lieder zu überlassen, sondern sich vorher mit dem Fuchsmajor hierüber zu besprechen, dann wird mancher Bierabend und manche Kneipe auch nicht so öde verlaufen, wie dies jetzt so oft beklagt wird. Also fort mit den Dedikationen. und beschränkt Euch auf das Liederbuch, aber nutzt es. und gestaltet die Zeit, die Ihr am Biertisch sitz, etwas abwechslungsreicher, als dies heute so oft der Fall ist. Kleine Winke, aber trotzdem wen, befolgt zu werden. Dr. Hermann Berlak (Sprev., Frib.-Ghib.).

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