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KC-Blätter · 1933-01-01 · Heft 1 (Januar 1933) · p. Seite 21

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Journal
KC-Blätter
Volume
1933
Issue
Heft 1 (Januar 1933)
Date
1933-01-01
Page
Seite 21 (sequence 24)
Language
German
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K. C.-BlLLter 21 Opposition vom Vorstand unterbunden worden ist. Die Marschrichtung für uns Deutschnationale ist klar. Anser Kampfziel ist die staatliche Anerkennung der Deutschen Studentenschaft, und allein diese Tatsache wird richtunggebend für unsere weitere Einstellung und unsere weiteren Entscheidungen sein. —" Man möge sich aber hüten, über den reuigen Sünder allzu große reude zu empfinden. Die Abkehr der eutschnationalen Studentenschaft vom Nationalsozialismus setzte erst ein, als die Anduldsamkeit der Nazis sich auch gegen die Deutschnationalen zu wenden begann. Sängerschaften und Satisfaktions» frage. Die Deutsche Sängerschaft hat im Jahre 1932 folgenden Beschluß gefaßt: „Die D. S. als Verband lehnt es ab, von sich aus eine verbindliche Stellung zur Frage der Genugtuung gegenüber Juden einzunehmen. Sie legt aber den Sängerschaften nahe, eine entsprechende Stellungnahme in ihre Satzungen aufzunehmen." Dieser Beschluß zeigt, daß die Deutsche Sängerschaft als solche sich nicht dazu aufschwingen konnte, unsere moralische und rechtliche Gleich« stellung anzuerkennen. Ihre Neutralitätserklärung muß unter der Devise: „Wer nicht für uns ist, der ist gegen uns" gewertet werden. Den einzelnen Verbindungen der D. S. bleibt es Vorbehalten, das nachzuholen, was der Gesamtverband unterlassen hat. Wir sind gespannt, ob und in welcher Richtung die Stellungnahme der einzelnen Sängerschaften erfolgen wird. Nationalsozialistische Studenten» dataittvne. Innerhalb des NSDStB. gehen organisatorische Veränderungen vor. Noch stärker als bisher wird der Zug ins Militärische betont. Jeder neu in den NSDStB. eintretende Student wird zunächst der SA. zugeteilt, und tritt nach Ablauf von 6 Monaten in das sog. „Studentenbataillon" ein, wo er 4 Semester lang „Dienst tut". Danach soll er wieder ständiges Mitglied der SA. bzw. SS. werden. Auch während der Aniversitätsferien ist er zur SA. kommandiert. Der NSDSTB. hat sich auch einen „Bundeshochschulinspekteur" zugelegt (welch kernig deutscher Titel!), wozu niemand anders als der augenblickliche Vorsitzer der D. St., Gerhard Krüger, bestellt worden ist. Diese Personalunion ist mehr als eine bloße Zufälligkeit. Sie kennzeichnet den immer mehr vom Hakenkreuzmilitarismus aufgesogenen Geist der heutigen D.S1. Man muß diese Entwicklung mit Aufmerksamkeit verfolgen. Es ist nicht ausgeschlossen, daß die in ihren „legalen" Hoffnungen enttäuschte NSDAP, das terroristische Moment wieder mehr in den Vordergrund schieben wird, und daß die militaristische Amgliederung des. NSDStB. einer Rüstung zu neuen Krawallen gleichkommt. Nazi-Versamrnlungen muffen ans» fallen. Daß eine gewisse Abkehr der Studenten vom Nationalsozialismus bereits eingesetzt hat» zeigen zwei Vorfälle, die sich vor kurzer Zeit in Breslau und Nürnberg abgespielt haben. In Breslau mußte eine Studentenversammlung des N.S.D.St.B. aussallen, da eine Stunde nach Beginn nur 25 Studenten erschienen waren. Auf einer Morgenfeier, die der Kreis Bayern der D. St. in Nürnberg veranstalten wollte, waren einschließlich der „zahlreich" erschienenen Ehrengäste 60 Personen anwesend» so daß sich der Kreisleiter entschloß» die Morgenfeier wegen ungenügender Beteiligung ausfallen zu lassen. Diese Tatsachen beleuchten wieder einmal grell, wie es tatsächlich uw die nationalsozialistische Studentenbewegung steht, und daß die Krawalle der letzten Zeit nur ein krampfhafter Versuch sind, durch Aufputschen der Masseninstinkte die Anhänger zu beruhigen und bei der Stange zu halten. Erneuerung der studentischen Selbstverwaltung. Für ein neues Studentenrecht hat der Deutsche Studenterrverband, die größte überparteiliche Spitzenorganisation nach dem Zerfall der nationalistischen „Deutschen Studentenschaft", den Kultusministerien der deutschen Länder eine Denkschrift

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