KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1933
- Issue
- Heft 1 (Januar 1933)
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 20 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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20 ». C.-Blatter Bestätigung erteilt, und eindeutig ausesprochen, daß für den C.V. als ewußt katholischen Verband die Erklärung der Bischöfe gegen den Nationalsozialismus maßgebend sei. Es kann nunmehr also angenommen werden, daß die Stellung des E.V. zum Nationalsozialismus endgültig und eindeutig im ablehnenden Sinne festgelegt ist, und daß vereinzelte Abweichungen, wie man sie hin und wieder hatte bemerken können, in Zukunft unmöglich sein werden. Entsprechend dieser Einstellung wandte sich die C.V.-Versammlung gegen die heute in der D.St. herrschenden Tendenzen, eine nationalsozialistische Parteiherrschaft zu installieren. Die Lartellversammlung bekannte sich einstimmig zum Gedanken eines überparteilichen großdeutschen Zusammenschlusses der Studierenden, lehnte die heutige Zusammensetzung des Vorstandes der D. St. ab, und verwarf insbesondere den Diktaturgedanken innerhalb der Studentenschaft. Die Teilnahme an wehrsportlichen Arbeiten wurde empfohlen, unter ausdrücklicher Betonung, daß völlige parteipolitische Neutralität herrschen müsse. Man sieht, daß die C.V.-Studenten nicht daran denken, ein gefügiges Werkzeug der Nationalsozialisten in der Verwirklichung ihrer reaktionären Pläne zu sein. Auch dieser Kongreß war ein Beweis dafür, daß durchaus nicht die ganze Studentenschaft sich mit den Nazis solidarisch erklärt. Es fehlen noch etliche, und vielleicht wird die Zahl der Fehlenden demnächst immer größer werden. Offener Bruch in Oesterreich. In Oesterreich ist es zu völligem Abbruch der Beziehungen zwischen den katholischen Verbindungen und der D.St. gekommen. Die katholischen Verbindungen sind aus der D. St. ausgetreten und planen die Errichtung einer besonderen „Katholischen deutschen tzochschülerschaft". Der Anlaß zu diesem Vorgehen, das einer Sprengung der österreichischen D.St. gleichkommt, waren Rüpeleien, die während des Wiener Kreistages der D. St. von seiten nationalsozialistischer Studenten gegen katholische Kommilitonen begangen wurden. Im Verfolg dieser Rempeleien sind blutige Schlägereien entstanden, an denen sich bezeichnender Weise auf seiten der Nazis auch Waffenstudenten beteiligten. Die „Kampflieder" der Hakenkreuzler enthielten auch den schönen Ausruf: „Ohne Juda, ohne Rom — bauen wir Altdeutschlands Dom!" Immerhin hat das Wirken der aufbauwilligen Kräfte auch hier wieder lediglich zu Zerstörungen geführt. Sie können das „Verdienst" in Anspruch nehmen, eine Spaltung der D. St. veranlaßt zu haben. Den katholischen Studenten kann man ihren Exodus beileibe nicht verübeln, nachdem sie sehr drastisch zu spüren bekamen, in welcher Gesellschaft sie sich bisher befunden hatten. DeutschnaLiorrale Studentenschaft: gegen D. St. Der ganz aufs tzitlerische eingestellte Kurs der D. St., wie er sich am deutlichsten in der Zusammensetzung ihres Vorstandes offenbart, findet auch bei den deutschnationalen Studenten Ablehnung. In den „Studentenbriefen des Arbeitsamts der Deutschnationalen Studentenschaft" findet sich folgende Betrachtung jum Ergebnis des letzten Studententages: „Wir Deutschnationalen lehnen den jetzigen D.St.-Vorstand ebenfalls mit aller Entschiedenheit ab, weil wir glauben, daß gerade die studentenschaftliche Arbeu in ihrer Vielfältigkeit niemals von einer einzigen Gruppe, geschweige denn von einer Gruppe, die ihre Richtung von außenstudentischen Stellen erhält, erfolgreich eleistet werden kann. Uns erscheint ie D.St. als Schöpfung der Kriegsgeneration für zu wertvoll, als daß sie der noch dazu anderen gegenüber unduldsamen NSDStB. unter Beiseiteschiebung aller anderen Gruppen allein für sich in Anspruch nehmen darf. Sachliche Arbeit in der Studentenschaft kann in erster Linie nur von rein studentischen Organisationen, also von den Verbänden, garantiert werden, und allein sachliche, nicht parteipolitische Arbeit kann auf die Dauer alle Gruppen der Studentenschaft in Geschlossenheit hinter die D.St. stellen. Klarheit und Einigung hat dieser Studententag nicht gebracht, da jede