Mannheim
Compact Memory

KC-Blätter · 1933-01-01 · Heft 1 (Januar 1933) · p. Seite 19

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1933
Issue
Heft 1 (Januar 1933)
Date
1933-01-01
Page
Seite 19 (sequence 22)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2268830-2268986-2268987--4405-2273172
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

K. L.-Blätter 19 zig er K.C. und den auswärtigen Teilnehmern der Festtage nicht nur eine schöne Feier bereitet, sie haben ihnen auch das Bewußtsein gegeben, daß in Leipzig Kräfte am Werk sind, die dem K.C.-Gedanken aufs Trefflichste dienen. So verbinden wir mit dem Dank an unsere Liebenswürdigen Gastgeber die frohe Hoffnung, daß der Leipziger K.C. bald wieder in vorderster Front stehen wird. In Leipzig, der Stadt der ZZücher und der Musik, der Stadt des Welthandels und des höchsten deutschen Gerichtshofes, einer Stadt, die soviele Lebensenergien in sich vereint, werden auch Energien genug vorhanden sein, um den Kampf des K.C. zu beseelen. Rudolf L. Leimansohn (Sprev.) ♦ Vom Werkjahr zum Werksemester. In der Rundfunkrede des Reichskanzlers v. Schleicher wurde auch die Frage des studentischen Werkjahrs gestreift. Gegenüber den früheren Regierungsplänen ist eine Abschwächung festzustellen, denn nunmehr steht nur noch eine freiwillige, keine obligatorische Arbeitsleistung mehr in Frage, und vor allem soll nur noch das Sommersemester zum Arbeitsdienst verwandt werden. Die Situation ist also zur Zeit etwas verschoben. Man muß sich fragen, ob aus der ganzen 3dee überhaupt etwas Positives werden wird. Die plötzliche Variierung des Planes läßt darauf schließen, daß allzu sichere Vorbereitungen von der Regierung noch gar nicht getroffen worden sind. Der Hauptpunkt ist» wie überall, auch hier der geldliche. Es ist kein Geheimnis, daß zur Finanzierung des Projektes die Mittel fehlen. Das würde immerhin nur eine Vertagung auf Zeit bedeuten. Es ist nicht ausgeschlossen» daß später einmal dem Gedanken des Werksemesters nähergetreten werden kann. Der Gedanke selbst jedenfalls besteht fort, zweifellos auch innerhalb der Studentenschaft. Man muß sich auch fernerhin überlegen, wie man ihm den zweckmäßigsten Ausdruck geben soll. Numerus clausus? Die bekannten Beschlüsse des Deutschen Anwaltvereins haben erhebliches Aufsehen gefunden. Geht es doch um nichts anderes als um die Zurückdrängung eines großen Teiles der studierenden Jugend von dem ersehnten Berursziel. In den K.C- Blattern ist in früheren Jahren bereits von Gegnern und Freunden der „numorus clausus4* - Bewegung über diese Fragen debattiert worden/ Der Verband ist zu einer offiziellen Stellungnahme noch nicht gelangt. Wir haben daher über die rein sachliche Frage heute nicht zu sprechen. Aber ein Hinweis sei gestattet. Wie auch immer die maßgebenden Reichsinstanzen sich zur Einführung einer Berufsbeschränkung verhalten werden, — eine Gefahr ist nicht zu übersehen» die Gefahr, daß abseitige Momente in das Problem hineingeschmuggelt werden können. „Numerus clausus“ ist stets das Losungswort einer antisemitischen Rassenhetze gewesen. Nicht ohne Sorge denken wir daran, daß im Falle einer etwaigen Zulassungsbeschränkung die Auswahl nach recht unkontrollierbaren Gesichtspunkten vor sich gehen könnte. Es muß auf alle Fälle vermieden werden, daß dieses so ernste Problem mißbraucht wird für Zwecke politischer Unduldsamkeit. Wenn nickt aus dieser Befürchtung ein durchschlagendes Bedenken gegen die Einrichtung selber wird, dann müssen auf alle Fälle Vorkehrungen getroffen werden» um nicht das rassenschnüfflerische Element die Oberhand gewinnen zu lassen. Im übrigen behalten wir uns vor» zu der Frage, ob überhaupt derartige Beschränkungen zulässig sind, nähere Ausführungen zu bringen. Cartellversammlung btv „C. V."- Studenten in München. Die farbentragenden katholischen C.V.-Studenten hie ten in München ihren Verbandstag ab, auf dem verschiedene allgemein interessierende Punkte zur Entscheidung kamen. Vor allem fand die Stellungnahme des E. V. zum Rational'ozialismus ihre endgültige Klärung. Wie zu mehreren Malen schon in den K. C.-Blättern berichtet, hatte der C. V.-Seelsorger, Prof. P- Erhard Schlund» eine Erklärung herausgegeben, in der er den Nationalsozialismus als unvereinbar mit der Geisteshaltung des C. V. bezeichnete. Diese Richtschnur hatte im C.V. bereits bisher gegolten, jedoch unter dem Vorbehalt ihrer Billigung durch die Cartellversammlung. Nunmehr hat die Cartellversammlung die

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.