KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1933
- Issue
- Heft 1 (Januar 1933)
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 17 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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K. C.-Blätter 17 Zufuhren. Ls besteht deshalb die Absicht, ihn in den ersten Monaten des kommenden Jahres weitgehend zu drosseln und etwa 200 000 junge Menschen zum mindesten vorübergehend zu entlassen. Im nächsten Frühjahr soll dann nach Bewilligung neuer Mittel der alte Umfang wieder erreicht bzw. erweitert werden. Saxo-Bavaria lebt! Im Dezember 1932 beging unsere l. KV. Saxo-Bavaria das Fest ihres 20 jährigen Bestehens. Dieser Geburtstag war verschönt durch das Geschenk, das die Jubilarin selber dem Verband gab: Die Neuaufstellnng einer aktiven K.C.-Mannschaft in Leipzig. In ihrem Bestreben, den Leipziger K.C.-Geist wieder zur stärkeren Geltung zu bringen, ist unsere l. KV. Saxo-Bavaria aufs Erfreulichste durch den Verband und die Leipziger jüdische Gesellschaft unterstützt worden. Aus allen Teilen des Reiches kamen die Kartell- und Bundesbrüder herbei, und vereinten stch mit den Leipziger K.C.ern, die ihnen einen überaus herzlichen Empfang bereiteten, zu einer imposanten K. C.-Feier. Die Aktivitas der Sprevia kam vollzählig aus Berlin herüber, von vielen anderen K.C.-Verbindungen waren Chargierte vertreten. Die Feierlichkeiten wurden durch einen Kommers eingeleitet, der ea. 150 K.C.er in festlich angeregter Stimmung zusammenhielt. Dieser Kommers war nicht nur von den guten Geistern der Fröhlichkeit und Bundesbrüderlichkeit gesegnet, er brachte auch in derTendenzrede Felix Goldmanns einen wunderbaren geistigen Löhepunkt. Der Student, so führte Kbr. Goldmann aus, solle nie vergessen, daß er ein Lernender sei. Lernen müsse er vor allem, wie er als Charakter in die Politik seines Vaterlandes eintrete. Wie könne man heute in diesem Wirbel der Zeiten seine Zuflucht in Parteiprogrammen suchen? Wir K.C.er meinen mit Politik nicht diese Festlegung auf Partei- Programme, wir meinen mit Politik den Menschen, der sie machen soll. Leute aber werde Politik nicht aus der Persönlichkeit, sondern aus dem Triebhaften heraus gemacht, wie das Beispiel des Nationalsozialismus erweise. Der Kadavergehorsam sei durch die Litlerbewegung in die Politik gebracht worden, und dabei sei gerade der Deutsche von jeher so stolz darauf gewesen, eine Individualität zu sein. Zu den besten jüdischen Leberlieferungen gehöre es, die Menschen in Disziplin zu erziehen, aber in einer Disziplin, die sich auch an den Verstand wende. Diese Leberlieferung sei auch in den K.C.-Verbindungen wach, und darum tragen wir K.C.er Verantwortung für das deutsche Vaterland und das deutsche Judentum. Deutschtum und Judentum vereinen sich nicht nur im Lerzen, sondern auch im politischen Willen. Wir kämpfen für das wirkliche Deutschtum, das Deutschtum des Geistes, das Deutschtum von Weimar. Wir kämpfen auch innerhalb des Judentums gegen alle, die uns das deutsche Empfinden rauben wollen. Auf deutschem Boden wollen wir das deutsche Judentum zu neuen Zielen führen. Am Tage nach dem Kommers versammelten sich an die 250 Personen im Festsaal des Lotels Sachsenhof zu einer großartigen Kundgebung. Die Leipziger Gesellschaft nahm regen Anteil an der Veranstaltung. Neben den Vertretern der Behörden und der Presse waren Abgeordnete der' Israelitischen Religionsgemeinde, des CV, des RjF, der Leipzig-Loge u. a. m. erschienen. Von der Universität war der bekannte Listoriker Professor Götz anwesend. Im feierlichen Marsch zogen die Chargierten in den Saal, begleitet von den Klängen des Orchesters (das aus Mitgliedern des Gewandhauses bestand). Danach nahm Kbr. Mendershausen das Wort zur Begrüßungsansprache, in deren Mittelpunkt eine feierliche Ehrung der kriegsgefallenen und aller übrigen dahingeschiedenen Saxo-Bavaren stand. Nach ihm brachten die Delegierten der verschiedentlichen Körperschaften und Organisationen ihre Glückwünsche zum Stiftungsfest dar. Der Sprecher der Israelitischen Gemeinde, Lerr Goldschmidt, drückte seine Befriedigung darüber aus, daß es im deutschen Judentum noch junge Menschen gebe, die mit Stolz ihr Judentum betonen und pflegen. Lerr Stadtrat Krause stellte namens des Centralvereins fest, daß von jeher KC. und CV. Schulter an Schulter gekämpft hatten und begrüßte die neuentfiandene aktive Verbindung Saxo-Bavaria als bewährten Bundesgenossen. Den gleichen Gruß entbot RA. vr. Loewenheim für die Leipzig-Loge. Dem Lngeist, der heute die Gemüter verwirre, gelte der gemeinsame Kampf, dem Lngeist des Ratio-