KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1933
- Issue
- Heft 1 (Januar 1933)
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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K. E.-Blätter 15 Seelen der suggestionsgläubigen Jugend. Das agitatorische Schaustück» mit dem „Barak" z. Zt. herumreist, nennt sich „Einer von uns". Einen ähnlich klingenden Titel haben wir schon gehört, aber eine ähnlich mißtönende Hetze von jüdischer Seite her Gott sei Dank selten. Der Inhalt dieses Stückes, zu dem die Jugend in viel zu großen Scharen strömte» besteht aus lauter Negativismen. Der Werdegang eines jungen Juden unserer Tage wird gezeigt, wie er sich aus dem „liberalen" elterlichen Milieu hinwegentwickelt zum allein seligmachenden Zionismus. Kein Wort der Begründung wird gesagt, kein Bild der Erläuterung gezeigt, um klarzumachen, warum gerade der Zionismus die Not des jüdischen Menschen wenden könne. Die Sorgen und Fährnisse, die uns bedrücken, werden grell projiziert. Daß es blutige Iudenfeindschaft immer gegeben hat, wird in einem Tone berichtet, als hätten wir es bisher nicht gewußt. Daß die Juden aus Spanien grausam vertrieben wurden, wird vorgetragen, als schrieben wir heute noch 1492. Daß heuzutage Spanien die Ausweisung förmlich widerrufen hat, wird ebenso verschwiegen, wie das Vorhandensein einer lebensbedrohenden arabischen Gefahr wohlweislich unterdrückt wird. Der ganze düstere Rapport aber wird in einer Weise aufgemacht, als seien gerade wir deutschbewußten Juden an allem Elend schuld. Die Frage läßt sich nicht verdrängen, wer denn eigentlich mehr gegen den Antisemitismus tue: Wir, die wir mit heroischer Verbissenheit gegen das Ungetüm angehen. oder die zionistischen Glaubens» enossen, die mit verschränkten Armen abeistehen, nachdem sie dem Antisemitismus durch ihr bloßes Vorhandensein schon ein treffliches Argument geliefert haben? Es wird oft von Zionisten als bittere Kränkung empfunden, wenn man sie mit Antisemiten vergleicht. Die Empörung ist berechtigt, denn die Denkweise der Zionisten, selbst wenn sie objektiv den Antisemiten den Fangball zuwirft, ist subjektiv selbstverständlich keine antisemitische. Aber darum sollten gerade die Zionisten sich von einer! Propaganda freihalten, die lediglich in einer unsachlichen Beschimpfung Andersdenkender besteht, die mit tönenden leeren Worten ein palästinensisches Paradies verspricht, und so den Sportpalastmethoden der Verkünder des Dritten Reichs recht ähnlich ist. An einigen Stellen ihrer Werbeschau, wo die Hetze zur Infamie wird, ist kein Wort des Protestes laut genug. In einer unerhörten geschmacklosen Szene wird z. B. die Aufklärungsarbeit des deutschen Judentums in die Gosse gezerrt: Man sieht Nazitrupps in Uniform marschieren, und deutsche Juden laufen ihnen mit Broschüren in der Hand nach, ohne sich abschütteln zu lassen. Das ist der Gipfelpunkt verantwortungsloser Demagogie, und zugleich der Punkt, wo der überspannte Bogen platzt. Selbst den eigenen Gesinnungsfreunden wurde der üble Spaß zu viel, und die „Jüdische Rundschau" rückte deutlich von derartigen Unsachlichkeiten ab, in der Erkenntnis, daß man mit solchen Methoden nicht wirbt, sondern abstößt. Trotzdem wollen wir diese, des sachlichen Ernstes ermangelnde Agitation nicht allzu leicht nehmen. Die heutige Zeit ist der politischen Marktschreierei wohlgesinnt. Wir kennen die Rührigkeit im Lager der Gegner, wir werben die Kreise um den „Barak" herum» vor allem das K.I.V. genau beobachten. Uns ist bekannt — auch die C.V.-Zeitung berichtete darüber —, daß die Zionisten zum Generalangriff auf die nichtzion'.stischen jüdischen Iugendvereine rüsten und ihre „Sprengung" betreiben. Nach zwei Fronten geht unser Kampf! Wenn es gilt, die Seele der jüdischen Jugend im ehrlichen Kampf zu gewinnen, werden wir auf dem Posten sein. R. tz. Entwicklung und Bedeutunq des freiwilligen Arbeitsdienstes. Von Dipl.-Ing. Mangold, Duisburg. Mitte Dezember sprach im Hause der Technik zu Essen an Stelle des verhinderten jetzigen Reichsarbeitsministers Dipl.-Ing. Dr. Shrup, des früheren Präsidenten des Reichsarbeitsamtes Berlin, der diesen Vortrag seinerzeit übernommen hatte, der Präsident des Landarbeitsamtes Dortmund Dr. Ordemann über „Probleme des freiwilligen Arbeitsdienstes".