KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1933
- Issue
- Heft 1 (Januar 1933)
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 14 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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14 K. C>Blätter lauer Aniversitätsbehörde außerordrnhlich zu denken geben, daß mit dem Geschrei über den scheinbar errungenen Sieg über den Juden Cohn gleichzeitig im Völkischen Beobachter vom 30. 12. 1932 die Forderung auf sofortiges Verschwinden des Rektors Brockelmann erhoben wurde, „dessen au^e.st feind iche Stellungnahme gegen die nationalen Studenten im Laufe der Zeit zu einer Art Haßstimmung geführt habe". In diese nunmehr fast unentwirrbar gewordene Situation, bei der es sich nicht mehr um die Stellungnahme zu einer Einzelpersönlichkeit, sondern um die Frage der Aufrechterhaltung der akademischen Freiheit überhaupt handelte, brachte erst die unzweideutige Haltung des Kultusministeriums eine gewisse Klärung. Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" vom 8. 1. 1933 gibt zweifellos die Auffassung an amtlicher Stelle wieder, wenn sie in einem Artikel schreibt: „Die Rechtslage ist doch an s'-ch recht einfach: man kann einem Manne nur die Lehrberechtigung entziehen, wenn man ihm ein Disziplinarverfahren anhängen kann. Der törichte Taktfehler von Herrn Cohn bietet aber beim besten Willen hierzu keinen Anlaß. Die Universität ist verpflichtet, jedem Dozenten, sofern er sich nicht in ein Disziplinarverfahren verwickelt, die Lehrfreiheit zu garantieren und seine Vorlesungen zu schützen. Zu ähnlichen Einsichten kam man ja in diesen Tagen bei den Besprechungen zwischen dem Senat und dem Kultusministerium in Berlin. Der erweiterte Senat, der in den nächsten Tagen in Breslau die Entscheidung über die Angelegenheit fällen wird, wird sicher den alten Senatsbeschluß berichtigen. Es geht hier gar nicht mehr um den fall Cohn, es geht hier um das nsehen der Universität und um die Stoßkraft der nationalen Bewegung, die sich nicht in unwürdigen und unrechten Plänkeleien verlieren darf." In der Stunde, da diese Zeilen geschrieben werden, wird in den einzelnen Fakultäten die Sitzung des Großen Senats vorbereitet. Es ift nicht mehr die Frage, ob Prof. Cohn an der Breslauer Universität lesen wird — daran besieht kein Zweifel mehr —» sondern nur noch, welchen Weg man wählt, um den allmählich für falsch erkannten früheren Beschluß wieder vergessen zu machen. Ein neuer Aufruf des „Waffenrings" und der „Rationalen Studenten" läßt erkennen, daß für die nächste Zeit die Ruhe an der Breslauer Universität noch nicht einkehren wird. Aber eines steht fest: Die nationale Sache wird erst dann ihren Sieg errungen haben, wenn für die Handlungsweise der Breslauer Universitätsbehörden nicht der Druck randalierender Studenten maßgebend ist, sondern wenn einzig und allein der Rechtsgedanke und der Gedanke der Staatsautorität der Wegweiser zu Ruhe und Ordnung ist. Nach zwei Fronten. Achtung auf die Propagandatätigkeit der Zionisten. — Das „Barak"- Theater. Der erhöhte Druck, der von außen her auf das deutsche Judentum einwirkt, darf uns nicht vergessen lassen, daß auch im Inneren ein Gegner lebt. Nur zu leicht ist man geneigt, der zionistischen Gefahr gegenüber die Augen zu schließen, von dem Wunschtraum erfüllt, jüdische Solidarität müsse bestehen. Es ist nur ein Traum, solange die Gegenseite gar nicht daran denkt, Ruhe zu wahren. And vielleicht hat sie recht, denn der deutschfühlende Jude wird sich mit dem Zionisten niemals über die Frage seiner nationalen Zugehörigkeit verständigen können. Die Propagandatätigkeit der Zionisten hat in diesen Tagen mit Nachdruck eingesetzt. Das einzig Gute ist daran, daß dieses Beispiel anstachelnd auf den Gegner wirken wird. Auch wir als Studentenverband haben Anlaß, uns mit den modernen Propagandamethoden der Zionisten zu beschäftigen, die mit Vehemenz sich an dre Gewinnung der Jugend, so auch der studierenden, gemacht haben. Zionistische Propaandatrupps ziehen durchs Land, ge- '.ldet aus Mitgliedern der zionistischen Iugendvereine, insbesondere des Bar Kochba, gebildet und patronisiert vor allem aus Kreisen des K. 3. V. Der Name der Propagandatruppe lautet „Barak", zu deutsch: Blitz. Was dieser Bliü anrichtet, ist zwar nicht gerade zündend, aber auch der kalte Schlag macht Rumor und Schaden. So auch hier. Indem man Propaganda mit Hetze verwechselt, betört man leicht die