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KC-Blätter · 1933-01-01 · Heft 1 (Januar 1933) · p. Seite 3

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Journal
KC-Blätter
Volume
1933
Issue
Heft 1 (Januar 1933)
Date
1933-01-01
Page
Seite 3 (sequence 6)
Language
German
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K. C.-Blätter 3 war, in Rostock ebenfalls. Noch sind wir schließ.ich nicht ganz so weit, daß jede ^beliebige Entrechtung der Juden ohne weiteres durchgeht. Trotzdem aber gibt es auch außerhalb der eigentlichen Natwnalsozialiuen andere Kreise genug, die alles Jüdische mit unbelehrbarem Äaß verfolgen. Es muß immer wieder darauf hin bewiesen werden, daß die B C.-Turnerscbaflen zu den halsstarrigsten Antisemiten gehören. Ihre verkrampfte Feindschaft führt zu krausen Wunderlichkeiten. In ihrer V. C.-Rundschau regt man sich zu wiederholten Malen darüber auf, daß Deutschland an der Olympiade teilnehme, denn es würden ja doch nur Juden dabei herausgestellt. Man sieht, was eine studentische Zeitschrift für Sorgen haben kann. Ganz ernsthaft führen sie das Rassenargument ins Feld, um ihre Parole - zu bekräftigen: „Die Olympischen Spiele 1936 dürfen nicht in Deutschland stattfinden." (V. C.-Rundschau Heft 9 S. 186; vgl. a. Heft 7 S. 142.) Päpstlicher als die Rassenpäpste, die Nationalsozialisten, beklagen sie deren Einverständnis mit den Olympischen Spielen, und fordern auch von ihnen eine Kriegserklärung gegen das Sporttreffen. Man muß sich nur fragen, wie es gewesen wäre, wenn bei der letzten Olympiade nicht zufällig die „blonde Jüdin" Helene Mayer versagt, sondern wie früher gesiegt hätte? Vermutlich wäre es genau so gewesen, wie im Falle des gar nicht blonden Juden Prenn. Dessen Sporttriumphe sind auch von solchen Leuten als nationale Erfolge beklatscht worden, die sonst mehr als ein Rassenargument bei der Hand zu haben pflegen. Interessant ist es auch, wenn die „Deutsche Turnerschaft" von der V. C.-Rundschau gerüffelt wird, weil sie jüdische Turner in ihren Reihen duldet. Das sollte die Deutsche Turnerschaft nicht tun, denn das hilft ja das ganze Märchen von der körperlichen Minderwertigkeit des Juden zerstören! Das Märchen vom rassischen Aufbau der Menschheit ist aber anscheinend so anheimelnd, daß es schwer auszutreiben ist. Es überhebt den, der an seine Wahrheit glaubt, und andere daran glauben macht, der Notwendigkeit des eigenen Qualitätsnachweises. Man ist eben wer, weil man der bevorzugten Rasse angehört. Zum Glück gibt es andere Schichten, die weniger bedenkenlos und mit etwas mehr Kritik in die Welt sehen. Die Stellungnahme der „Sozialistischen Studentenschaft" ist bemerkenswert. Es ist selbstverständlich, daß die Sozialisten den Rassenhaß ablehnen. Aus eben diesem Grunde kommen sie aber auch zur Verwerfung des Zionismus. Die „Sozialistisch-Akademische Rundschau" (Heft 7/8 S. 106) erklärt den Zionismus für eine reaktionäre Bewegung und hält ihn, als eine Art jüdischen Faschismus, für genau so bekämpfenswert wie den deutschen Faschismus. Für die Westjuden — immerhin mit diesem ausdrücklichen Vorbehalt — sei nach sozialistischer Auffassung die Assimilation die einzige Möglichkeit» und „die neue Welle des Antisemitismus dürfe das nicht behindern". (Soz. Akad. Rundschau S. 103.) Uns ist diese Einstellung der sozialistischen Studentenschaft nicht deshalb interessant, weil wir etwa auch unsererseits zu den Fragen des Sozialismus Stellung nehmen müßten. Der K. C., der in seinen Reihen Anhänger wie Gegner des Sozialismus umfaßt, ist selbstverständlich in allen parteipo r ischen Dingen neutral. Wohl aber gehört es zum staatspolitischen Schulungsprogramm, sämtliche Zeitströmungen darauf zu untersuchen, wie sie sich zur Frage unserer vaterländischen SDhaftigkeit verhalten. Angesichts der Tatsache, daß Sozialismus oft fälschlich in Parallele mit Zionismus gesetzt wird, ist die gegenteilige Auslassung der „Soz. Akad. Rundschau" besonders bemerkenswert. Auf alle Fälle trifft jener eben zitierte Hinweis das Richtige, daß die neue Welle des Antisemitismus uns nicht in unserer Einstellung beirren kann. Unsere deutschjüdische Einstellung ist etwas Absolutes, etwas, das in der Tat nicht von der Parteien Haß und Gunst verwirrt werden kann. R. H. Zum 70. Geburtstag von Rabbiner Dr. Benno Jacob (Madrinae). I. Vor einigen Monaten hat unser ällverehrter Freund und Bundesbruder Benno Jacob, der jetzt in Hamburg im Ruhestand lebende frühere

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