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KC-Blätter · 1931-12-01 · Heft 3 (Dezember 1931) · p. Seite 67

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Journal
KC-Blätter
Volume
1931
Issue
Heft 3 (Dezember 1931)
Date
1931-12-01
Page
Seite 67 (sequence 9)
Language
German
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K. C.-Blätter 67 schichte zusehends verschwunden. Blutig geht es zu bei den Kämpfen um die Macht, zumal als der Großstaat Davids und Salomos wieder auseinandergebrochen ist; man mag an die „tzerrenmoral" der italienischen Renaissance denken; es läßt sich verstehen, daß der Gotenbischof Ulfila die „Bücher der Könige" seinem Volke zu übersetzen nicht für geraten hielt. Der Tempel mit seiner rechteckigen Vorhalle an der Schmalseite, dahinter ebenfalls rechteckig Hauptraum und Cella (Allerheiligstes), erinnert stark an die — durch Ausgrabungen festgestellte — Urform des nordischen Hauses und Palastes (Megaron), die auch bei dem griechischen Tempel am Anfang der Entwicklung liegt. Die genaue, sicher von einem Fachmann herrührende Baubeschreibung in der Bibel weist starke Verwendung von Holz auf, in Konstruktion und Ausbau; allerdings haben dies nordische Erbe nunmehr die stammverwandten Phöniker übernommen, begünstigt durch die Nähe des waldreichen Libanon. Nordische und Mittelmeer-Tradition werden verschmolzen, wie — in anderer Art — in Griechenland. Die Formen des Holzbaues werden mählich auf den Steinbau übertragen; das Rechteck stammt aus ihm, die Säule und anderes. Indes schon — die Arche stammt nicht von „Wüstensöhnen"; ob Noach --gr. Nauochos, Schiffsherr bedeutet? Der erste Wanderzug vom Norden her, vom Ararat über Ur-Kasdim weist auf den hethischen Einschlag, dessen Typ ja heute noch nicht zu selten bei uns ist. Auch die Hethiter sind stark indooermanisiert; wenigstens ist die Flexion ihrer Ursprache indogermanisch, was schließlich ohne entsprechende Blutbeimischung nicht wohl denkbar ist. So ergeben sich für die Juden zwei indogermanische Komponenten, zuerst aus den Hethitern, dann aus den Philistern. Zuzug erobernder Oststämme, der „Beni Israel" ist selbstverständlich; indes — von Arabien sagt die Tradition der Bibel kaum etwas. Weiter kommen in Frage die Ureinwohner von Kenaan, die von Anfang an verschiedenster Herkunft sind. Aus all diesen Elementen erwächst, durch seinen schwer umkämpften Glauben — und seine soziale Gesetzgebung zusammengeschlossen, das jüdische Volk. Keine Urrasse, vielmehr die Kreuzung begabter Rassen schafft tzochkultur, mehrt die schöpferischen Führergestalten. Wie die Griechen, werden die Juden, nicht zuletzt durch das Christentum Mitschöpfer des europäischen Wesens. Unterirdische Geistesströme ziehen herüber, hinüber: schier zu gleicher Zeit, um 500 v. Chr. werden Bibel und homerische Gesänge, bisher im Wortlaut mündlich festgehalten, zur Niederschrift gebracht, und in einem Sendschreiben der Spartiaten an die Makkabäer heißt es: Sie (die Sp.) seien mit den Juden verwandt und stammten ebenfalls von Abram ab! (Hier wäre vielleicht an einen Zusammenhang von hebr. Avram mit gr. Ouran-os Lichtvater, Himmelsvater zu denken.) Aus dem zerschmetterten Staat in den europäischen Kontinent hineingestreut, verwachsen die Juden mit ihm; in den einst römischen Provinzen des heutigen Deutschlands sind sie vereinzelt — früher zu Hause als die Germanen.

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