KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1931
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1931)
- Date
- 1931-12-01
- Page
- Seite 66 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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WfWwiwsfimrHiiiim. 66 K. E.-Blätter Schon vorher ist in der Bibel längst der Einfluß dieser Invasion spürbar. Die Stellung der „Richter", soweit sie als Volksführer, nicht nur als Einzelhelden dargestellt sind, entspricht der des nordischen, für eine bestimmte Aufgabe gewählten „Herzogs", wie er auch bei den Kelten erscheint (Vercingetorir u. a. m.). Die Heldin, Sängerin, Prophetin Deborah findet ihre Parallele gleichfalls im Keltisch- Germanischen (Belleda). Unverkennbar ist das nordische Element in der Simsonsage, die sich ja auch ganz um die Philister dreht. Riesenkraft, langes Haar, vor allem aber nordischer Humor sind deutliche Spuren. Wie nirgends sonst in der Bibel, zeigt sich diese Geistesart des Nordens hier.fast in jedem Einzelzug („Hättet ihr nicht mit meinem Kalbe gepflügt", Ausheben der Stadttore von Gaza usw.) Der Aufbau der ganzen Simsongeschichte ist episch-dramatisch, unübertroffen in der Wucht des Abschlusses. Das Haus, das Simson zum Einsturz bringt, ist ein Holzhaus, die beiden Säulen hölzerne Rundpfosten, nur das Flachdach dem regenarmen Süden bereits angepaßt. Alles aber, von Anfang zum tragischen. Ende, geschieht um der blonden Philistersrauen willen: „Wie Liebe mit Leide so endlich lohnen tut." Ein weiteres Epos bildet sich um Sau l: das Volk der Juden geht vom Herzog-Richtertum zum Königtum über, wie es in gleichen Nöten der Wanderung die Nordländer bereits vorher getan hatten. Auch hier wird der König durch Volkswahl bestimmt) wieder wird ein hochgewachsener Held Führer. Seine Tragik liegt in der biblischen Darstellung darin, daß er nach Anfangserfolgen sich seiner Aufgabe nicht mehr gewachsen fühlt, das Selbstvertrauen und die Sicherheit verliert (geschichtlich waren freilich Sauls Erfolge sehr weittragend). Auf nordisch-griechischen Brauch weist Gesang und Saitenspiel in der Halle; der Sänger gehört zum Adel (s. bereits Genesis Kap. 4,20—21). Besonders aber reicht hierher die Episode der Hexe (Zauberin) von E n d o r, zweifellos aus dem nordischen Unterwelt (Hel-) Glauben eingebracht; Totenbeschwörung in der Odyssee! Macbeth! Geschlagen in der Feldschlacht, stirbt Saul, wie Aias, durch eigene Hand, in sein Schwert sich stürzend; mit ihm fallen seine tapferen Söhne. Das Erbe der Führung übernimmt David, der vordem mit den Philistern enge Fühlung hielt. Wohl nicht mit Unrecht schreibt H. S. Chamberlain dem König David stark nordisches Blut zu; indes übersieht er, anregend, doch völlig einseitig eingestellt, den Anteil der Rassenkreuzung an den Führer-Eigenschaften. Immer geht das Genie auf Kreuzung, Spannung der Erbeigenschaften zurück (daß unsere Nazi-Gegner krampfhaft alles Gute nur der einen Seite zuschreiben, macht eben ihre Beschränktheit aus). Nie würde ein ganz Fremder zum Nationalhelden geworden sein, David ist eben — Jude. Sein Werk ist die Verschmelzung der Philister mit den Juden; Krethi und Plethi, wohl Kreter und Philister sind seine Garde. Unter Salomo scheint der Prozeß sich großenteils vollendet zu haben, nachher sind die Philister aus Bibel und Ge-