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KC-Blätter · 1931-01-01 · Nr. 1 (1.1931) · p. Seite 4

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Journal
KC-Blätter
Volume
1931
Issue
Nr. 1 (1.1931)
Date
1931-01-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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4 Vertrauliche Beilage der K. C.-Blätter leitetes Reformprogramm hat aufstellen können. Das ist kein Zufall und liegt nicht etwa an den betreffenden Kartellbrüdern selbst. Es kam darin vielmehr die Tatsache zum Ausdruck, daß trotz aller theoretischen Meinungsverschiedenheiten das Programm des G. A. diejenigen praktischen Forderungen enthält, auf die die verschiedensten Richtungen im K. C. sich einigen können. In diesem Sinne bedeutet die Annahme des Programms den Ausdruck des Willens, aus den bisherigen Reformdebatten herauszugelangen zu sachlicher Arbeit. III. Die Annahme der Anträge ist in Frankfurt vielfach als „Sieg des G.A." bezeichnet worden. Nichts liegt dem G.A. ferner als Siegesgefühle. Es gab keine Besiegten und infolgedessen auch keinen Sieger. Gewiß liegt in den Beschlüssen ein Erfolg der vom G. A. vertretenen Ideen. Der G. A. hat damit ein Ziel erreicht, auf das er seit über einem Jahr hingearbeitet hat. Wer sich erinnert, wie heftig seinerzeit die dem Hamburger Altherrentag vorgelegten Thesen des G. A. bekämpft wurden, wird am befielt ermessen, wie große Fortschritte inzwischen die vom G.A. vertretenen Gedanken innerhalb unseres Verbandes gemacht haben. Die Arbeit des letzten Jahres ist nicht vergeblich gewesen. Aber die Frankfurter Beschlüsse bedeuten nicht nur einen Abschluß, sondern zugleich den Anfang zu neuer Arbeit. Sie haben erst die Basis geschaffen, auf der jetzt die praktische Durchführung beginnen muß. Prinzipiell bedeutsam ist auch der Umstand, daß der G.A. zum ersten Male in der Geschichte unseres Verbandes sich als Führer zu neuen Lösungen in umstrittenen Problemen gezeigt hat. Der K. C.-Tag hat ferner die Machtbefugnisse und damit auch die Verantwortung des G.A. erhöht, nicht weil dem G.A. daran gelegen hätte, für sich selbst möglichst viel Macht zu bekommen, sondern weil die Verbände erkannt hatten, daß die praktische Durchführung der Beschlüsse nur unter einer starken einheitlichen obersten Leitung möglich ist. Zugleich hat der G. A. zusammen mit den aktiven Verbindungen sich bemüht, eine neue Form des Zusammenarbeitens zwischen G. A. und Aktivitas zu finden, die gewährleisten soll, daß die Durchführung in engster Fühlung mit den Aktiven erfolgt. IV. Die Anträge des G.A. sind nicht unverändert angenommen worden. Der G. A. hat sich aber mit den Aenderungen einverstanden erklärt, weil sie das Grundsätzliche nicht berühren. Aeber die Fragen des Kartellfechtprovisoriums und der Möglichkeit des ausnahmsweisen Eouleurabsetzens kann man verschiedener Ansicht sein. Ob in diesen Punkten die Anträge des G.A. angenommen wurden oder nicht, hätte für die Gegenwart im wesentlichen nur theoretische Bedeutung gehabt. 3n dem Augenblick, als klar war, daß die aktiven Verbindungen im Interesse des Ganzen bereit waren, ihre eigenen Sonderwünsche zurückzustellen, wäre es nicht zu verantworten gewesen, wenn der G. A. die Durchführung seiner praktischen Forderungen durch Festhalten an theoretischen Programmpunkten gefährdet hätte. Das Kompromiß, das zustande gekommen ist, ist kein „faules" Kompromiß, kein Ausweichen nach der Seite des geringsten Widerstandes, sondern eine Einigung, die von dem Gedanken beherrscht war: Peber allen theoretischen Forderungen steht die Notwendigkeit praktischer Arbeit! V. Die Bedeutung der Beschlüsse steht und fällt mit ihrer praktischen Durchführung. Dazu gehört die Mitarbeit des G. A., der Allherrenschaft und der aktiven Verbindungen. Der G. A. hat mit den neuer: Machtbefugnissen auch neue Pflichten und neue Verantwortung auf sich genommen. Er wird mit aller Kraft sich dafür einzusetzen haben, daß das Beschlossene auch wirklich zur Tat wird. Erfreulich ist, daß gleichzeitig einige jüngere Kartellbrüder in den G. A. eingetreten sind, deren Mitarbeit hierbei von besonderem Wert sein wird.

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