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KC-Blätter · 1931-01-01 · Heft 1 (Januar 1931) · p. Seite 34

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Journal
KC-Blätter
Volume
1931
Issue
Heft 1 (Januar 1931)
Date
1931-01-01
Page
Seite 34 (sequence 34)
Language
German
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34 K. C.-Blätter Bücher- und Blöüerlchau Monatsschrift für Geschichte und Wiffenschaft des Judentums. Das Dezemberheft derMGWI enthält an erster Stelle einen Aufsatz Michael Guttmanns über Mendelssohn als Apologeten des Judentums. Guttmann berichtet zunächst über den 8. Band der neuen Mendelssohn-Ausgabe, der dank Rawidowicz' Forschungen auf den bekanntenBriefwechsel zwi.chenMendelssohn und Lavater vielfach neues Licht wirst. Der Referent beleuchtet aber die Beziehungen der beiden Männer nicht nur geschichtlich, sondern erörtert systematisch die eigentümlichen Bedingungen der Auseinandersetzung des Judentums mit dem Christentum und seinen Missionsbestrebungen; er zeigt insbesondere, daß es den Vertretern des Christentums bei ihren Lerausforderungen zu Disputationen nicht auf die objektive Lerausstellung der Wahrheit ankam, sondern auf eine Anterflützung ihrer Misstonsbestrebungen, und daß sie es vielfach nicht verschmäht haben, das üebergewicht, das die günstige äußere Lage des Christentums ihnen gab, zur Behinderung der jüdischen Apologeten auszunutzen; er beweist insbesondere, wie stark auch Mendelssohn in seiner Antwort durch die notwendige Rücksicht auf die äußere Lage des Judentums gehemmt war. Max Grunwald bringt im gleichen Lest wichtige Beiträge zur Geschichte des jüdischen Landwerks, die jedenfalls zeigen, daß die Vorliebe der Juden für den Lande! nicht so einseilig war, wie es vielfach hingestellt wird, daß sich vielmehr die jüdischen Landwerker trotz des Widerstandes der Zünfte vielfach durchzusetzen gewußt haben. Das stark vernachlässigte Feld der systematischen jüdischen Theologie des 19. Jahrhunderts bearbeitet Lans Andorn in einer Darstellung der Offenbarungslehre bei Steinheim; indem er dessen Ansichten denjenigen anderer jüdischer und nichtjüdischer Theologen kritisch gegenüberstellt, liefert er zugleich für die Geschichte des Offenbarungsbegriffs einen wichtigen Beitrag. Eine Arbeit I. Bergmanns über Gebet und Zauberspruch weist auf die Eigenart mancher jüdischer Gebete und deren Nachwirkungen im Christentum hin. Anter den zahlreichen Besprechungen ist die musikalische Rundschau des Lamburger Oberkantors Kornitzer besonders beachtenswert. Man abonniert die Monatsschrift, indem man Mitglied der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums in Berlin wird und den jährlichen Mindestbeitrag vonRM. 10.— an diese Gesellschaft (Postscheckkonto Paul Veit Simon, Berlin 70)0) oder an einen der Vertrauensmänner sendet, welche in jedem Lest der Monatsschrift aufgezählt sind. Kommt das Dritte Reich? Von Oehme u. Caro. Verlag Rowohlt. Preis 3,80 RM. Noch vor einem Jahre fand in einer republikanischen Versammlung die Frage eines Teilnehmers, was eigentlich der Nationalsozialismus erstrebe, spöttische Ablehnung mit dem Linweis, es gebe ernstere Probleme zu behandeln. Wenn sich heute das Interesse an der Beobachtung des Nationalsozialismus gewaltig vervielfacht hat, so liegt das daran, daß sich leider auch seine Anhängerzahl vervielfacht hat, und es bleibt jetzt die Frage, ob die Steigerung des Zulaufs hätte eingedämmt werden können, wenn die Aufmerksamkeit schon vorher reger gewesen wäre. Da auf alle Fälle die Kenntnis von Aufbau und Gestattung der Litlerbewegung eines der unerläßlichsten Mittel ihrer Bekämpfung ist, so ist es den Verfassern des Buches: „Kommt das Dritte Reich?" im höchsten Maße zu danken, daß sie aus ihrer offensichtlich authentischen und sehr reichhaltigen Sachkunde uns vieles Wiffenswerte und Interessante vermitteln. Die Titelfrage wird von ihnen übrigens mit einem bedenkenlosen „Nein" beantwortet. Die eigentliche Kampftruppe der Bewegung, die „S-A" ist nach den Worten der Verfaffer alles andere als die Avantgarde des Dritten Reichs. Es sind weiter nichts als bezahlte Landsknechte einerseits und halbwüchsige Schuljungen

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