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KC-Blätter · 1931-01-01 · Heft 1 (Januar 1931) · p. Seite 19

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Journal
KC-Blätter
Volume
1931
Issue
Heft 1 (Januar 1931)
Date
1931-01-01
Page
Seite 19 (sequence 19)
Language
German
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K. C.-Blätter 19 froh beim Lesen, ich muß zuweilen den Rotstift herholen und ein Ja! Jak an den Rand schreiben, ich will an den Herausgeber schreiben, ob ich nicht die ganzen letzten Jahrgänge lesen, am besten sogar besitzen könne — denn da stehen Dinge in den schmalen Spalten, die dokumentarischen Wert haben und nach denen ich wer weiß wie lange vergeblich gesucht habe. Jawohl, der Nichtjude, der nicht nur das Schlagwort, sondern das Problem des Antisemitismus studiert, muß gestehen, daß er keine Stelle gefunden hat, an der düs Deutschbewußtsein im Judentum so überzeugt und überzeugend, so präzise, eindeutig und kampfbereit vertreten wird wie in den K. E.-Blättern. Nirgends wird mit so entschiedener Folgerichtigkeit dem jüdischen Nationalismus entgegengetreten wie hier. Nirgends wird mit so exaktem psychologischen Blick der Gefahrenkreis erkannt, der vom Nationalismus her droht. Es steht mir nicht zu, ein Werturteil über den jüdischen Nationalismus zu fällen. Was sich da vollzieht, steht ganz gewiß jenseits aller' Werturteile. Die Bewegung ist echt, und sie begeistert. Sie wirbt, ruft» schasst, kämpft, sie kennt nicht Wüdesein und nicht Resignation. Sie lebt, und alles, was organisches Leben in sich trägt, ist im Kosmos des Lebendigen zu Recht vorhanden. Aber ebenso von eigenem organischen Leben durchströmt ist die andere Erlebnisgruppe im Judentum, diejenige, die Deutschland als ihre Heimat fühlt und bekennt, die in Deutschland ihr Vaterland hat — nicht nur im Sinne juristisch-staatsbürgerlicher Zugehörigkeit, sondern im Erlebnissinne tiefster geistiger, kultureller und schicksalhafter Verbundenheit und Verwurzeltheit, die nicht mehr lösbar ist. Daß dieser Tatbestand beständig neu erhellt und erhärtet werde ist von größter Bedeutung. Darin wurzelt alle Aufklärungsarbeit. Und gerade diesen Tatbestand verdunkelt die jüdisch-nationalistische Propaganda mehr und mehr. Sie pflegt für die Juden schlechthin zu sprechen, sie bezeichnet die Juden schlechthin als eigenvölkische Gemeinschaft, und durch sie verfestigt sich im öffentlichen Bewußtsein Deutschlands, und durchaus auch bei denen, die nicht dem Geschrei der Gasse glauben, von Monat zu Monat mehr die Vorstellung vom Juden, als dem bewußt vom Deutschtum abgewandten Menschen, der nicht der Heimatgenosse der deutschen Mitbürger ist, es nicht sein will und kann. Ich bin heute, wenn ich gegen den Antisemitismus spreche, auf Schritt und Tritt dem Umstande ausgesetzt, daß man nur sagt: „Sehr nett gedacht — aber falsch gedacht! Denn die jüdischen Nationalisten bezeugen ja, daß das Judentum sich selbst nicht als ein organisches Element innerhalb des Deutschtums, sondern als eine Fremdnation, die aus den deutschen Fesseln herausstrebt, erlebe." Und im Handumdrehen ist ein Satz zitiert, wie, dieser von Martin Lukas: „Wir Juden sind infolge unserer Rasse, infolge jener bodenlosen ethnologischen, ideellen und kulturellen Kraft, die uns vom arischen Dolksstamme und in erster Linie vom Germanentum

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