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KC-Blätter · 1931-01-01 · Heft 1 (Januar 1931) · p. Seite 18

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Journal
KC-Blätter
Volume
1931
Issue
Heft 1 (Januar 1931)
Date
1931-01-01
Page
Seite 18 (sequence 18)
Language
German
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18 K. C.-Blätter bejahen, die fest in das Erdreich getriebenen Wurzeln nicht lockern und ausreißen zu lasten." Auch für uns gibt es, wie Dienemann es formuliert, „keinen anderen Weg als den, auch unser Sein außerhalb von Crez Israel als ein gottgewolltes und im Dienste des Judentums stehendes zu erfassen und jeder seelischen Entwurzelung unserer Jugend um ihrer inneren Ruhe und Sicherheit willen entgegenzuarbeiten". IV. Zwei Quellen, Deutschtum unid Judentum, diese entsprungen aus deutschem Heimat- und Kulturleben, jene genährt aus dem Erbgut jüdischer Lehre und jüdischer Ahnen, strömen für uns zusammen zur Bildung unserer Persönlichkeit. Aus beiden müssen wir schöpfen in unserer Erziehungsarbeit, auch in der Auseinandersetzung mit dem Nationaljudentum. Nutzen wir dabei das Geistesgut, das in solcher Fülle und Tiefe für uns bereitliegt, dann kann auch nicht mit einem Scheine der Berechtigung der Vorwurf der Unklarheit unserer Zielsetzung gegen uns erhoben werden. Folgen wir daher Hermann Cohens Mahnung, die heute nötiger ist denn je: „Ja, meine lieben Freunde, wenn wir den Zionismus überwinden, wenn wir als Deutsche Juden, als Juden Deutsche bleiben wollen, so müssen wir unser Verhältnis zum Judentum ebenso befestigen und vertiefen, wie das zum Deutschtum." Nur in diesem Sinne können wir die Erziehung unserer Mitglieder zu selbstbewußten Juden im wahren Sinne dieser Worte vom Programmpunkt zur Wirklichkeit werden lassen. Ei» Nichtjude entdeckt den K.C.-Geist. Von Dr. Müller-Claudius. Vor mir liegen einige Nummern der K. C.-Blätter. Ein Zufall hat sie aus meinen Tisch geworfen. Ich wußte bis zur Stunde nichts von ihrem Dasein, obwohl ich mich unaufhörlich bemühe, ein möglichst zutreffendes, zeitgültiges und umfassendes Bild von den Ideenströmungen im deutschen Judentum zu gewinnen. Denn wie könnte man den Kampf gegen den Antisemitismus— in dem ich eine tiefe nationale Gefahr sehe*) — führen, wenn man nicht mit eigenen Augen verfolgt, was das Judentum an repräsentativen Gedanken in die Öffentlichkeit trägt. Gewiß wissen wenige von dem Dasein der K. C.-Blätter, schon weil sie für einen internen Kreis bestimmt sind. Und so habe auch ich sie zunächst leichthin durchblättert, wie man eben Nachrichtenblätter anzulesen pflegt, deren Empfängerkreis man nicht zugehört. Bald aber werden meine Augen festgehalten von einigen Sätzen, die man sonst nicht hört und nicht liest, ich lese intensiver, ich werde *) Ich darf zur näheren Begründung dafür auf mein Buch: „Deutsche Rassenangst" und auf den Aufsatz: „Was ist uns Nichtjuden der Antisemitismus?" im Februarheft 1931 der Zeitschrift „Morgen" Hinweisen.

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