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KC-Blätter · 1931-01-01 · Heft 1 (Januar 1931) · p. Seite 17

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Journal
KC-Blätter
Volume
1931
Issue
Heft 1 (Januar 1931)
Date
1931-01-01
Page
Seite 17 (sequence 17)
Language
German
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K. C.-Blätter 17 seines meffianischen Sittlichkeits- und Friedensideals. Der zionistische Führer Kurt Blumenfeld sieht (Jüdische Rundschau, Jahrgang 1920, Nr. 102) auf unserer Seite „nur abgeblaßte Worte, Begriffsdeutungen und Deutungsversuche an Stelle lebendigen jüdischen Zukunftswillens". Sein Vorwurf ist völlig unberechtigt; wir können ihn aus dem Geistesgut unserer besten Denker der Gegenwart und jüngsten Vergangenheit widerlegen. Hermann Cohen hat in den K.C.-Blättern (Kriegsausgabe Rr. 11, nochmals abgedruckt Juli 1926) begeisternd seine Stellung gegenüber dem Zionismus dargelegt und die Unvereinbarkeit wahren Judentums mit dem Zionismus tiefgehend begründet. Unter anderem sagt er: „Wenn nun für den Begriff der jüdischen Religion neben dem einzigen Gotte noch ein anderes begriffliches Merkmal besteht, so ist dies diemessianischeMenschheit. Mit diesem Begriffe der einen Menschheit, welche den einzigen Gott erkennen wird, vernichten die Propheten Israels das Heidentum und begründen in dieser Botschaft Israels an die Völker der Welt die göttliche Erwählung des jüdischen Volkes als den Voten der Menschheit . . . Ohne Hoffnung auf die messianische Menschheit gibt es für uns kein Judentum in seiner Grundlehre; wer sie grundsätzlich für das jüdische Volk reserviert hält, der verleugnet den einzigen Gott der meffianischen Menschheit. Die Erwählung Israels erkennen wir nur als die geschichtliche Vermittlung für die göttliche Erwählung der Menschheit an." Eduard Strauß hat in seiner Schrift „Judentum und Zionismus" (1919) die Unvereinbarkeit der nationaljüdischen Idee mit wahrem Judentum aufgezeigt und scharf die Scheidewand zwischen beiden mit folgenden Worten gezogen: „Das, was in Ehrfurcht und tiefster Demut vor dem schwersten aller Schicksale „Sendung des Judentums" genannt werden darf: Das Volk des Schicksals für die Religion zu schaffen, wird entgöttlicht, wird zum entwickelten Kultur- und Naturgebilde. Das „innere Volk" verliert seine Sonderstellung in der Geschichte und zu aller Kultur überhaupt, indem es mit dem Maßstab eines realen Volkes gemeffen wird und indem „Jude-Sein" dem Wesen nach irgend einer völkischen und nationalen Wirklichkeit gleichgesetzt wird. Nie und mit keinen Mitteln kann der Besitz der Lehre, kann der wahre Inhalt des Judentums z u in T e i l st ü ck (und wäre es das größte) einer Nationalkultur gemacht werden." And Diene mann hat die Erörterung des Galuthproblems („Galuty, der Morgenreihe sechste Schrift", Philo-Verlag, 1929) zum Anlaß genommen, ebenfalls religiöses Judentum dem Nationaljudentum gegenüberzustellen. Er betont, daß wir die Forderung erheben, „um der eigenen seelischen Angebrochenheit willen die jüdische Daseinsform außerhalb von Erez Israel, sofern die in ihr lebenden Menschen getragen sind von dem Willen zu jüdischer Religiosität zu

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