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KC-Blätter · 1931-01-01 · Heft 1 (Januar 1931) · p. Seite 15

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Journal
KC-Blätter
Volume
1931
Issue
Heft 1 (Januar 1931)
Date
1931-01-01
Page
Seite 15 (sequence 15)
Language
German
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K. C.-Blätter 15 gab sich damit zufrieden, dem Fuxen das geistige Rüstzeug zum Kampfe gegen den Judenhaß mitzugeben und fragte im übrigen nicht nach seiner seelischen Einstellung zu Judentum und Iudenheit, wenn sich diese nur nicht als nationaljüdisch offenbarte. Die Stellung des K.C. zu dieser Frage hat Goldmann in den K.C.-Blättern, Jahrgang 1921, S. 103, wie folgt dargelegt: „Sachlich ist der K.C. absolut neutral und nach dieser Richtung beschränkt sich seine Erziehung auf die Vermittlung von jüdischem Wissen ohne Einfluß auf die künftige Stellung. Formell nimmt er seine Erziehungsprinzipien aus dem Schatze jüdischer Anschauung... And darüber hinaus stellt er kein positives jüdisches Programm auf, unbekümmert darum, ob man es ihm innerhalb und außerhalb seiner Reihen verargt. Positives Judentum ist einzig und allein die jüdische Religion . . . Der Kampf um das Recht ist eine jüdische Idee, von deren Sieg die religiöse, die wirtschaftliche und die politische Freiheit abhängen, ohne die ein gedeihliches positives jüdisches Arbeiten nicht möglich ist. Das freie Bekenntnis zum Judentum und das Selbstvertrauen der jüdischen Seele schasst Vertrauen zur jüdischen Sache, die gewiß der Kernpunkt des Positivismus ist." Während diese Worte auf die Stellung des K.C. als Gemeinschaft zugeschnitten sind, führt uns Kbr. Lazarus in der gleichen Nummer der K.C.-Blätter (S. 107) näher an das heran, was an Erziehungsarbeit bei dem Einzelnen geleistet werden soll. Cr führt, anknüpfend an die Worte Pindars „Werde, der du bist" und an die Cuckens „Deutschsein ist kein Besitz, sondern ein hohes Ziel", aus, daß die Verpflichtung für den K.C. bestehe, durch die K.C.-Crziehung „beide Quellen unseres Seins, sowohl die unserem Deutschtum, wie die unserem Judentum entspringenden Lebenswerte mit Energie zu erhalten und zu steigern". Der letzteren Aufgabe gerecht zu werden, ist gerade in der heutigen Zeit ein hohes Erziehungsziel, in einer Zeit, in der der jüdische Schüler oft durch die politische Verhetzung inner- und außerhalb der Schule isoliert wird und unter zionistischen Einfluß gerät, weil die Ideologie des Zionismus leichterfaßbare, weil einfach formulierte Lösungen des wachgewordenen deutschjüdischen Problems zu bieten scheint. II. So gilt es für uns, die glücklichere Zeiten, das Gefühl unlösbarer Verbundenheit der deutschen Juden mit dem deutschen Volke leichter als selbstverständlich hegen und bewahren ließen, neue Wege für uns und die jungen Menschen, die uns anvertraut sind, zur Erfüllung unseres Erziehungszieles zu schaffen und zu entwickeln. Wir können uns nicht mehr damit begnügen, lediglich das jüdische Selbstbewußtsein zu verlangen; wir muffen endlich einen Schritt weitergehen und unserem K.C.-Rachwuchs zeigen, wie sie sich als Juden nicht nur definieren und erkennen, sondern ihr Leben gestalten, ihr Jüdisches im Kampfe für unsere Ideale in die Wagschale werfen, behaupten und gerade damit die innere lebendige und dem Einzelnen spürbare Beziehung zu dem deutschen Nichtjuden finden können.

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