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KC-Blätter · 1931-01-01 · Heft 1 (Januar 1931) · p. Seite 14

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Journal
KC-Blätter
Volume
1931
Issue
Heft 1 (Januar 1931)
Date
1931-01-01
Page
Seite 14 (sequence 14)
Language
German
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14 K. C.-Blätter Einstellung zur gänzlichen Cinschmelzung des Judentums, also zu seinem Verschwinden. Wir haben festgestellt, daß das naturgeschichtliche Faktum der Assimilation in keiner Weise bedingt ist durch die Auslöschung der Originalität. Cs restiert noch die Auseinandersetzung mit der Frage, ob wir selber uns demnach als „anders" empfinden, im Vergleich zuni nichtjüdischen Deutschen — unbeschadet dessen, daß wir im „Anderssein" kein Hindernis der Assimilierung erblicken. Run, anders im Sinne der zionistischen Lehre sind wir beileibe nicht. Ans ist entscheidend, daß der Erfolg und das Ziel unseres Werdens ads deutsche Volkstum ist, nicht anders, sondern genau so, wie allen denen, die deutschen Willens sind! „Anders" mag wohl die Beschaffenheit mancher Güter sein, die als Morgengabe zur Vermählung hüben und drüben empfangen wurden. Das aber, was das Schicksal aus uns machte, die Strömung, in die uns der kosmische Wille wies, das ist das, was uns eint und uns die Gleichheit schafft. Gleichheit bedeutet nicht die Uniformität der Nüancen. Gleichheit bedeutet die Gemeinsamkeit des Gesetzes. Weil wir dem deutschen Gesetze zugeboren sind, sind wir dem deutschen Menschen gleich. Weil wir dem deutschen Menschen gleich sind, ist es uns innerstes Gebot, das deutsche Sein in Vollkommenheit zu erleben. Die Behauptung, daß unser nationales Sein ein anderes wäre, als das der Deutschen, ist also gewiß eine Unwahrheit. Mit der unbestreitbaren Tatsache, daß unerheblicherweise manche Nüancen der Lebensbetrachtung unterschiedlich sind, wird nun auf gegnerischer Seite recht viel Schaum geschlagen. Uns interessiert daran nur die eine Frage, wieweit die Betonung solcher Spezialisierung zulässig oder unerwünscht sei. Daß sie der wesentlichen Feststellung nicht schaden kann, haben wir erkannt. Ich bin auch der Meinung, daß wir uns unserer Stammeseigenschaften ebensowenig schämen sollen, wie der schon zitierte Württemberger oder Ostpreuße. Nur hüten wir uns davor, in zersetzender Weise die Differenzierungen hervorzukehren und geistige Ghettomauern zu errichten. Nicht alles, was zutreffend ist, ist auch zweckentsprechend. Eine schöne Frau wird zwar nicht lügen, wenn sie sich selbst als schön bezeichnet, aber sie wird leicht eine Taktlosigkeit begehen. Cs geschehe alles an seinem Platze und zu seiner Zeit, und die Ueberbetonung unterschiedlicher Eigenschaften ist oftmals unerfreulich, weil sie der wesentlichen Bestrebung, der Einheit des Empfindens, zuwiderläuft. Positives Judentum gegen Zionismus. Von Or. Max Mayer (Lie.) I. Sucht man nach dem begrifflichen Inhalt, der Worte „selbstbewußter Jude" in unserem Tendenzparagraphen, so läßt sich wohl daraus entnehmen, daß wir unsere Vundesbrüder zu Persönlichkeiten erziehen wollen, die sich innerlich als Juden erkannt haben und auch äußerlich als solche bekennen. Cs läßt sich aber nicht leugnen, daß unser Tendenzparagraph darüber schweigt, worauf sich das Selbstbewußtsein des K.C.ers als Jude gründen soll. Cs wurde früher in unseren Reihen weniger hierauf geachtet; man

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