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KC-Blätter · 1931-01-01 · Heft 1 (Januar 1931) · p. Seite 7

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Journal
KC-Blätter
Volume
1931
Issue
Heft 1 (Januar 1931)
Date
1931-01-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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K. C.-Blätter 7 impulsiven Ausdruck der Volksleidenschaft darzustellen. Sie hatten freilich nicht damit gerechnet, daß eine allzu deutliche Parteinahme für die Araber doch dem Ansehen der Engländer in der Welt sehr geschadet hätte, so daß ganz wider ihr Erwarten kräftig durchgegriffen und die Ruhe wiederhergestellt wurde. Ihr Ziel aber erreichten die Araber trotzdem! Eine Untersuchungskommission unter der Führung von S i r Walter Shaw kam im September 1929 ins Land, ursprünglich nur dazu bestimmt, die Ursachen des Aufstandes zu untersuchen, in Wirklichkeit aber ausersehen, den logischen Zusammenhang der Balfourdeklaration mit den Ereignissen nachzuweisen und für dieses Dokument und die aus ihm sich ergebenden Mandatspflichten eine Interpretation vorzubereiten, die wohl den Wortlaut aufrecht erhalten konnte, den Sinn aber ins Gegenteil verkehrte! So viel auch über den Kommissionsbericht in der Presse diskutiert worden ist, jeder unbefangene Leser fühlt heraus, wie alles, was zugunsten der Araber und zuungunsten der Juden spricht, im hellsten bengalischen Lichte erstrahlt, während jede noch so gleichgültige jüdische Ungeschicklichkeit mit Ernst und Wichtigtuerei breitgetreten wird. Natürlich kann der Bericht die arabischen Provokationen und Grausamkeiten nicht ganz übergehen, aber es ist anzunehmen, daß die Gegner der Juden bei der Lektüre dieses Dokuments sich selbst gewundert haben, wie friedliche, wie anständige und wie schwer verfolgte Menschen sie im Grunde sind. Gerade weil der Bericht so subjektiv gefärbt ist — eines der Kommissionsmitglieder, Harry Snell, hat sich geweigert, ihn anzuerkennen und hat ein Sondergutachtenabgegeben — ist er der treffende Ausdruck der englischen Politik, zu deren höheren Ehre die Tatsachen sich erhebliche Verdrehungen gefallen lassen mußten. Auf Grund der Feststellungen dieses Berichts und eines Sachverständigengutachtens, das der Kolonialsachverständige Sir John Hope-Simpson erstattet hatte, holte die englische Regierung zu dem großen Schlage aus, der das Britenreich aus der Sackgasse retten sollte. Die Arbeiterregierung zog aus allen Vorgängen den Schluß, daß die Einwanderung von Juden und der Ankauf von Land durch Juden verboten werden müßten! Lord Paßfiel d, der Kolonialminister, zog 3300 Einwanderungserlaubnisse zurück, und das letzte Weißbuch hat inhaltlich dasselbe ausgesprochen. Für die Juden soll, es ist gut die kürzeste Formel zu wählen, zwar ein Nationalheim errichtet werden, sie sollen aber keine neuen Einwanderer entsenden und keinen Boden mehr erwerben! Ein verblüffend einfache Lösung der Schwierigkeiten! Eine „Schildkrötensuppe ohne Schildkröten", wie der geistreiche Heine einmal einen ähnlichen Versuch auf anderem Gebiet genannt hat. Die englische Politik, die heute mit viel Geschicklichkeit die Folgen ihres unbedachten Kriegsversprechens aus der Welt zu schaffen versucht, hat fraglos den Entrüstungssturm vorausgesehen, der durch die jüdische Welt — nicht nur die zionistische — geht, und hat vorsorglich zunächst einmal mehr eingeschränkt und verboten als im Inter-

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