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KC-Blätter · 1931-01-01 · Heft 1 (Januar 1931) · p. Seite 5

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Journal
KC-Blätter
Volume
1931
Issue
Heft 1 (Januar 1931)
Date
1931-01-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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K.C.-Blätter 5 Palästina ebensowenig wie in Deutschland! Die Araber sind unerbittlich, und England hat keine andere Wahl. Schritt für Schritt muß es nachgeben, denn in Fragen des Nationalismus entscheidet nicht der Verstand und nicht das Recht, sondern die Macht! Und die ist nun einmal bei den Arabern! In deutschen zionistischen Zeitungen liest man heute noch immer Aufsätze zur Araberfrage. In höchst geistreichen Ausführungen wird nachgewtesen, daß die Araber mit den Juden darum in Frieden leben können, weil sie ja schließlich gemeinsame Interessen verfolgen. Logisch sind diese Ergüsse unanfechtbar, sie rechnen nur leider nicht damit, daß die Araber nicht wollen! Die Demokratie ist vom logischen Standpunkte aus gleichfalls ein außerordentlicher Segen, aber was tut man nun in Deutschland, wenn die Nationalsozialisten die faschistische Diktatur wollen! Der Nationalismus kann eben letztens nur reine Gefühlspolitik treiben, die im Streben nach Macht gipfelt. So ist die Araberfrage zur Zeit ganz unlösbar, weil die englische Politik, die vielleicht klug zu handeln glaubte, als sie die nationalistischen Instinkte von Juden und Arabern gegeneinander ausspielte, nicht bedacht hat, daß die Parteien von ungleicher Stärke sind und daß im Kampfe um die äußere Macht das Judentum Palästinas unfehlbar unterliegen muß. Ebenso verfehlt waren auch die Spekulationen auf den inneren Verfall des Arabertums! Immer wieder ist prophezeit worden, daß die Partei der Großgrundbesitzer, der Effendis, mit den armen Fellachen sich entzweien müsse, weil jene Ausbeuter schlimmster Sorte seien und diese durch die jüdischen Einwanderer endlich über ihre wahren Peiniger und Feinde aufgeklärt werden würden. Nur allzuoft hat man — wieder durch logische Beweise — aufgezeigt, daß nur die Effendis die Feinde des Zionismus sein könnten und daß der Tag nicht fern sei, da die schaffenden, proletarischen Arbeiter, die jüdischen wie die arabischen, die Gemeinsamkeit ihrer Interessen erkennen müssen» um sich zu verbrüdern. Die Tatsachen reden eine andere Sprache! Um, Effendis und Fellachen schlingt sich das Band der gemeinsamen mohammedanischen Religion , und die politischen Führer haben mit größter Geschicklichkeit die inneren, fraglos vorhandenen Gegensätze überbrückt, indem sie das zionistische Vordringen als eine Bedrohung der Religion ausgegeben haben. Die „kochende Volksseele" hat denn auch prompt funktioniert, und sowohl die Exzesse an der Klagemauer wie die Pogrome des Jahres 1929 wurden im wesentlichen durch fanatisierte Fellachen begangen. Seit den Pogromen des Jahres 1921 bis zu den an die Ausschreitungen in Rußland erinnernden antisemitischen Ausbrüchen des Jahres 1929 hat die Palästinapolitik Englands dieselben Wege eingeschlagen. Für das Land geschah, vornehmlich durch Förderung des auch im strategischen Interesse liegenden Wegebaues und durch die Hebung des Verkehrswesens recht viel, für den Ausgleich der Gegensätze unter der Bevölkerung tat man nichts. Die englische Verwaltung steht sachlich unzweifelhaft auf fetten der arabischen Einwohner, und sie

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