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KC-Blätter · 1931-01-01 · Heft 1 (Januar 1931) · p. Seite 3

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Journal
KC-Blätter
Volume
1931
Issue
Heft 1 (Januar 1931)
Date
1931-01-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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K. C.-Blätter 3 Landsleutein die klassischen Worte zusammengefaßt hat: „Sie sagen Gott und meinen Baumwolle!" Englands Interesse an Palästina galt der Wiege der Weltreligionen und dem heiligen Lande gewiß nicht. Es entstand daraus, daß Palästina eine wichtige Etappe auf dem Landwege nach Indien war und daß der Besitz des Landes den Suezkanal, die Hauptschlagader Englands, sichern half. Alles andere scheidet aus. Vielleicht hat man im Lande Israel — für Nordamerikas Zustimmung trifft das gewiß zu — ein Einwanderungsgebiet für arme Juden erblickt, das man fördern mußte, um den üblen Eindruck zu verwischen, der aus der Sperrung der eigenen Grenzen für Ostjuden entstanden war. Das aber war nur ganz nebensächlich! Englands Palästinapolitik war und ist lediglich zu erklären aus den Lebensinteressen des britischen Weltreiches! War dem aber so, konnte die Entscheidung zwischen Juden und Arabern nicht schwer fallen! Die Araber waren das notwendigere Element! Abgesehen davon, daß sie im Lande die weitaus große Mehrheit bildeten und daß sie die angrenzenden Reiche vollkommen beherrschten, konnte England den Islam schon deshalb nicht vor den Kopf stoßen, weil er ihn in Indien brauchte. Ob es tatsächlich zu dem Handelsgeschäfte gekommen ist, wie man munkelt, und ob England wirklich die Juden preisgegeben hat, um sich in Indien auf das Wohlwollen der Mohammedaner stützen zu können, sei dahingestellt! Daß England aber dem Sinne nach solche Politik treibt, ist selbstverständlich, weil ihm keine andere Wahl bleibt! Das britische Regiment versuchte zunächst, sich dadurch aus der Schlinge zu ziehen, daß es den Juden gegenüber das dekorative Moment betonte. Hebräisch wurde als Landessprache anerkannt, auf die Briefmarken kam ein hebräischer Aufdruck, Bahnstationen wurden hebräisch ausgerufen, und zu solchen zu nichts verpflichtenden Aeußerlichkeiten trat noch die Ernennung eines jüdischen Oberkommissars, des Sir Herbert Samuel. Seine Wirksamkeit ist der getreueste Ausdruck der englischen Absichten gewesen. Denn eine den Arabern sehr freundliche und nachgiebige Politik verband er mit vielen äußeren Ehrungen der Juden. Trotzdem litt sie im Grunde Schiffbruch, denn er und seine Auftraggeber hatten mit zwei Faktoren nicht gerechnet. Zunächst hatten die Araber nicht die allergeringste Lust, auch nur in den Fragen äußerlicher Anerkennung den Juden entgegenzukommen. Sie lehnten eine palästinensische Verfassung und jede Form der Mitverwaltung schroff ab. Sie traten in prinzipielle Opposition! Sie fanden sich mit dem jüdischen Einfluß nur dort ab, wo er gewaltsam aufoktroyiert war und sich auf Englands Bajonette stützte. Sie erregten sogar blutige Unruhen im Lande (1921), und der jüdische Oberkommissar, der ihre Ursachen wohl durchschaute, wußte sich nicht anders zu helfen, als daß er die Einwanderung der Juden stark einschränkte! Dann aber hatte man auf englischer Seite auch den Ernst der jüdischen Forderung und den Machtwillen der Zionisten stark unterschätzt. Die Zionisten besaßen — Weizmann an der Spitze — sehr kluge Politiker, die vielleicht Englands letzte Ziele sich nicht selber

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