KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1930
- Issue
- Heft 10 (Dezember 1930)
- Date
- 1930-12-01
- Page
- Seite 160 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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160 K. C.-BläLter Nachr.-Lefr bindung. wie an seine allen Bundesbrüder wird unser braves „Möschen" in der Erinnerung aller derjenigen, die ihm tnt Leben näherlreten durften, in Ehren. und in treuer Erinnerung fortleben. Dr. Max Mainzer. Walter Goldmann (Lie.) gest. im November 1930 in Kiel. Schon wieder hat der Tod eine Lücke in unsere Reihen gerissen, er hat einen der aktivsten jüngsten Vorkämpfer unserer Sache geraubt, in einer Zeit, in der wir mehr denn je arm sind an solch tatkräftigen Naturen und in der wir sie doppelt notwendig brauchen. Wir trauern um einen unserer allerbesten, um Walter Goldmann, den ein schweres Leiden dahingerafft hat, ein Leiden, das wir von seinem Anfang bis zu dem tragischen Ende verfolgen mußten, ein Leiden, von dem wir und auch er selbst nie glaubten, daß es ihn besiegen könnte. And nun ist er doch von uns gegangen. Wir, die wir ihn näher kannten und ihm nahe verbunden waren, konnten es zuerst nicht glauben und können es auch jetzt noch nicht ganz begreifen. Wir stehen alle fassungslos an seinem .Grabe, und nochmals sehen wir deutlich, ein wie edler und guter Bundesbruder und Freund er uns gewesen ist, welchen Verlust wir erlitten haben zusammen mit seinen lieben Angehörigen, mit deren Trauer sich unsere vereint. Es gab unter uns keinen zweiten von solcher Lebensfrische und Lebensbejahung. keinen, der so wie er immer fähig war, wenn es irgendwie nötig wurde, Trost zu spenden, und jeden, der ihn darum bat, mit Rat und Tat hilfsbereit zu unterstützen. Er war wohl das Ideal eines K. C.ers, nicht nur, daß er die Pflichten, die der K. C. seinen Mitgliedern auferlegt, immer treu und gewissenhaft erfüllte und auch auf der Mensur seinen Mann stand, sondern er war einer der ganz wenigen, die mehr als das taten. Als eines seiner begeistertsten Mitglieder hat er sich stets, schon in den allerersten Semestern, in den Vordergrund gedrängt, wenn es galt, den K. C. in der Oeffentlichkeit, und nicht nur in der studentischen, zu vertreten. Mochte es den meisten zu mühevoll und zeitraubend erscheinen, sich neben ihrer beruflichen Arbeit derartigen Dingen zu widmen, so focht ihn dieser Amstand wenig an, wenn er auch dadurch oft bis tief in die Nacht hinein arbeiten mußte. So war er wohl dazu berufen, später mal einer der Führer des K.C. zu werden. Er wird in unserem Bewußtsein immer als Ideal eines K. C.ers weiterleben, als Vorbild, dem wir bestrebt sein müssen, nachzueifern. Wir werden Dich nie vergessen, Leibfuchs! Gerhart Wolfs (Lic.) Das Ergebnis der Berliner jüdischen Wahlen. Die Reichshauptstadt war die einzige Stadt, in der die Wahlen zur Nepräsentantenversammlung und zum Landesverband nicht durch interfraktionelle Vereinbarungen ersetzt, sondern in gewohnter Weise mittels Wahlkampf und Abstimmung ausgeführt wurden. Man soll jetzt nicht post fest um streiten, ob in diesen Zeiten ein Wahlkampf nicht besser unterblieben wäre. Die Argumente, daß in diesen Zeiten jede innerjüdische Zwistigkeit ruhen müsse, lassen sich ebenso hören wie die Gegenmeinung, man dürfe gerade in schweren Zeiten keinen Verzicht auf jüdische Lebensarbeit leisten und nicht die schale Lust des Defaitismus verbreiten. Genug; die Wahlen haben stattgefunden. Ihr Ergebnis ist folgendes: Liberal.24 (11) Volkspartei.14 (10) Mittelpartei.1 (4) Lleberpartei.1 (n) Konservativ.0 (2) Poale Zion.1 (1) Die Stimmziffern der jetzigen Wahl für die Parteien lauten: Liberale Partei.41 797 Volkspartei. 25 836 Mrttelpartei.1 788 Konservative Partei . . . 1411 Poale Zion.1 931 Deutsche Lrste.1 337 Klal Iisroel. 114 Aeberpartei. 2339 Positiv-Liberale. 723 Jüdisch-demokratischer Block 121 Das unbestreitbare, durch keinerlei Verdrehungskünste hinwegzutuschende