KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1930
- Issue
- Heft 7 (August 1930)
- Date
- 1930-08-01
- Page
- Seite 119 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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Nachr.-Lest K.C.-Blätter 119 1 Palaten-Stiftungsfest kaum denken 5 läßt. Wir danken unfern Bbr. Bbr., 1 die aus Berlin und München herbeigeeilt waren. Außerdem sei an dieser - Stelle noch einmal unfern Kbr. Kbr. einer l. K. V. Licaria gedankt und der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß stch die wechselseitigen Besuche zwischen Würzburg und München oft wiederholen mögen. Das Programm unseres Stiftungsfestes umfaßte in traditioneller Weise Frühschoppen, Kommers, Konvent und 3 Damenexbummel. Zum Kommers hatten Vertreter entsandt eine sehr verehrliche freie schlagende Berbindnng „Salia" die hiesige Frankenloge und der Reichsbund Jüdischer Frontsoldaten. — Sehr wichtig war für uns der j General-Konvent. Auf der T.-O. stand: ^,Die Zukunft der Verbindung". Der Konvent ging davon aus, daß die Zukunft der Verbindung durch das Fehlen eines Verbindungsheimes sehr gefährdet sei. Man beschloß deshalb ■\ durch die aktive Verbindung einen ß Heimfonds zu gründen. Es wurde für | Aktive und Inaktive ein Mindest- | beitrag pro Semester festaelegt. Zu I unserer Genugtuung können wir fest- | stellen, daß nach Benachrichtigung von | diesem Beschluß fast alle unserer f aktiven und inaktiven Bbr. Bbr. uns f den Betrag einsandten. Wir hoffen | und wünschen, daß wir bald in der § Lage sein werden, unfern Bbr. Bbr. f positive Vorschläge zur Schaffung 1 eineg § eintet zu machen. — j Wir chargierten zum 40jährigen i Stiftungsfest einer l. K.V. „Bavaria". § Eine ganze Reihe unserer Bbr. Bbr. | hatte sich zum Stiftungsfest eingefunl den und einige schöne Tage bei einer J l. K. V. verlebt. — | Im zweiten Teil des Semesters j beschäftigte uns ein unliebsamer Zwischenfall, der sich in einem hiesigen Lokal, dem Cafe Wien, in dem wir - bis dahin semesterlang ständig verkehrten, zutrug. Einige unserer Bbr. < Bbr. wurden, anläßlich einer in diesem Lokal veranstalteten Befreiungsfeier für die Rheinlande antisemitisch belästigt. Da sie sich auf studentische Art; keine Genugtuung verschaffen konnten, wandten sie sich an den Besitzer des Lokals. Dieser versagte ihnen seinen Schutz. Wir hatten den Vorfall sofort dem Vorsitzenden der Ortsgruppe des C.V.. dem Vorsitzenden des R. I. F. und den hiesigen Verbindungen „Salia" „Veda". „Wirceburgia" mitgeteilt und in dem Würzburger jüd. Gemeindeblatt veröffentlicht. Wir erreichten dadurch, daß das Lokal von jüdischen Kreisen gemieden wird. Der Besitzer des Lokals bedauert zwar jetzt den Vorfall und versichert für die Zukunft seine Loyalität. Wir haben aus bestimmten Gründen trotzdem keine Veranlassung, unsere Stellungnahme zu ändern. — Ein anderer Vorfall spielte sich auf der Hochschule ab. Dort hing ein Plakat des nationalsozialistischen Hochschulbundes aus, in dem zu einer Versammlung eingeladen wurde. Das Plakat enthielt den Passus: „Die Studentenschaft ist eingeladen. Juden haben keinen Zutritt." Wir wurden sofort beim Rektor vorstellig, der unserem Erstchargierten in persönlicher Änterredung versicherte, er habe von dem genauen Inhalt des Plakates keine Kenntnis gehabt und nur dadurch sei es zum Aushang gekommen. Er werde in Zukunft zu verhindern wissen, daß wir in dieser oder ähnlicher Weise beleidigt werden. Auf Anraten unseres lb. Kbr. Dr. Erich Stern, der damals gerade bei uns weilte, legten wir die Meinung der Verbindung noch in einem Schreiben an den Rektor fest. Wir konnten mit Befriedigung feststellen, daß das Plakat am nächsten Morgen entfernt worden war. Änser l. Kbr. Erich Stern hatte die Liebenswüdigkeit, auf unsere Einladung hin einen Vortrag zu halten, zu dem wir die jüd. Philisterschaft sowie unsere befreundeten Verbindungen und Keilfüchse einluden. Das Thema des Vortrags war: „Der jüdische Student der Gegenwart". Kbr. Erich Stern zeichnete in seinen interessanten Ausführungen die Stellung des jüd. Studenten an der Hochschule und im besonderen die Ziele und Zwecke, zu denen der K. C. den jungen Studenten führt. Die zahlreiche Zuhörerschaft stimmte den Worten mit Beifall zu. In der anschließenden Diskussion trat ein zionistischer Redner auf. — Kbr. Stern war zu uns gekommen, um einmal ein Bild von der Aktivität der Verbindung zu bekommen und nicht zuletzt, um unsere Meinung über die Reformpläne zu hören, die augenblicklich den K. C. bewegen. An einem