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KC-Blätter · 1930-08-01 · Heft 7 (August 1930) · p. Seite 105

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Journal
KC-Blätter
Volume
1930
Issue
Heft 7 (August 1930)
Date
1930-08-01
Page
Seite 105 (sequence 9)
Language
German
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lackr.-Äeft K. C.-Blätter 105 ptich — heißt es im alten Lands- ^nechllied — hat Frundsberg uns gelehret: Bursche, steh und wehre Dich, so bist Du gut bewehret!" i Dem nationalsozialistischen Rausch Einigermaßen verfallen war auch der jL3. Studententag. Ls war nichts besseres zu erwarten, denn die Anwesenheit des Wiener Rektors Gleispach mußte von Anfang an als leibhaftiges Symbol der herrschenden Gedankensichtung betrachtet werden. Er durfte sich denn auch von seinem dankbaren Publikum die lobende Bestätigung holen, daß er durch seine Verdienste hen preußischen Studentenschaften die Moralische Rückenstärkung in ihrem ^ampf gegen das Kulturministerium gewährt habe. Run, Ehre, wem Ehre gebührt; und dem Schöpfer der Wiener Studentenordnung gebühren in der Tat alle Ehren, die eine heutige „D. St." zu vergeben hat. Es soll übrigens ^gestellt sein, daß in der Frage politischer Betätigungen durch Einzelßudentenschaften ein loyaler Standpunkt eingenommen wurde. Das Verhalten einiger Studentenschaften, die ßem Ausschuß für das Volksbegehren öeigetreten waren, wurde als unvereinbar mit den Grundsätzen einer allgemeinen Studentenvertretung gekennzeichnet. Dafür erlangten wieder bedenklichere Strömungen die Oberhand, rls die Frage der Rassenforschungs- Pozentur behandelt wurde. Es will jbsolut nichts besagen, daß die Studentenschaft anläßlich des Jenaer Falles den Eingriff in die Selbstbestimmung der Hochschule zurückwies. Wir wissen, daß diese „Selbstbestimmung" nur als politischer Kalkula-!^onsfaktor gebraucht wird, und sehr gern da verachtet wird, wo er ßnern politisch mißliebigen Dozenten zugute kommen würde. Im speziel- Pn Jenaer Fall hat die Deutsche Studentenschaft sich mit dem materielp Inhalt der „bedauerten" Maßnahme nämlich mit der Errichtung Eassewissenschaftlicher Lehrstühle aus vollster Seele einig erklärt. Das gefügt uns. Ihr zahmer Protest gegen ßie Methode erinnert nur an das Geziere koketter Frauen, die ja doch zu allem bereit sind. Der Geist von .Jrick^ und Gleispach war auf dem tl Studententag noch recht lebendig. | _ R.tz. Niedriger hängen! Ein Kartellbruder, in Begleitung einer Dame, wird in Freudenstadt von einem, sein Band tragenden Angehörigen der Tübinger Landsmannschaft „Schottland" angerempelt. Er wird gefragt, ob er, der Kartellbruder, mit seiner Dame, nicht ausweichen wolle. Es kommt zu einem Wortwechsel. Der Landsmannschafter läßt sich von dem Kartellbruder zurechtweisen. Er reagiert nicht, läßt sich sogar Kneifer nennen. Nur aus dem fahrenden Zug ruft er später noch eine Bemerkung, die leider unverstanden bleibt. — Der Kartellbruder schreibt der Landsmannschaft; schildert ihr diesen Vorfall. Nach über zwei Wochen bekommt er folgende Antwort: „Unterfertigte bestätigt den Eingang Ihres Schreibens. Da die Schilderung des Vorfalls von seiten ihres betr. Bundesbruders eine ganz andere ist, sieht sie sich durchaus nicht veranlaßt, denselben zu bestrafen. Im übrigen weist sie auf die Satzungen der Deutschen Landsmannschaft hin, die es verbieten, einem Juden Satisfaktion zu geben. Damit dürfte die Angelegenheit sich von selbst erledigt haben. Der „waffenstudentische Gruß", mit dem Ihr Schreiben anfängt, kann wohl nur als Versehen Ihrerseits aufgefaßt werden." Der waffenstudentische Gruß ist in der Tat nur ein Versehen gegenüber einer Korporation, deren Satzung zwar verbietet, Juden Satisfaktion zu geben, nicht aber verbietet, vor ihnen zu kneifen. Deutschjüdische Lebensprobleme im zionistischen Spiegel. Daß sich die deutschen Zionisten für Schicksalsfragen des deutschen Judentums lebhaft interessieren, ist nichts Neues. Sie betrachten diese Fragen scheinbar auch nicht als fremdartige Begriffe, zu deren Erforschung man aus wissenschaftlichem Cxpeditionsdrang auszieht, sondern sind sich einer eigener: inneren Verflochtenheit mit diesen Fragen durchaus bewußt. Nicht umsonst haben zahlreiche Zionisten am öffentlichen Leben Deutschlands, intensiven Anteil und mehrfach hörte man zur Aufhellung des scheinbar hier zutage tretenden seelischen Widerspruchs den Hinweis auf den von antisemitischer Seite her bekannten angeblichen Unterschied zwischen Staats- und Volks-

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