Mannheim
Compact Memory

KC-Blätter · 1930-08-01 · Heft 7 (August 1930) · p. Seite 98

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1930
Issue
Heft 7 (August 1930)
Date
1930-08-01
Page
Seite 98 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2268830-2268973-2268982--3693-2272791
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

98 K. C.-Blätter Nachr.-Left Anstalt' Professor Dr. Carl Gewirr S. 98 — Deur Gedächtnis des Lrmü. meü. Edirard Salomo», ' S. 98 — Umschau S. 102 — Niedriger hängen S. 105— Deutschjüdische Lebensprobleme im zionistischen Spiegel S. 105 — Vierzigstes Stiftungsfest der Badenia-Bavaria S. 107 — Stistungsfest der .Neo-Friburgia" S. 109 — Zur Lausweihe der Neo-Friburyia S. 110 — Zur Lauseinweihung der Neo-Friburgia S. 112 — Lerbandsnachrichten S. 113 — Adressenänderungen. Personalnachrichten. Medizinischer Stellennachweis S. 122—Bücher u. Blätterschau S. 123 — Inserate. K.C.Veranftattuugen. Professor Dr. Carl Lettin (Badeniae Leidelberg), gest. 21. 7.1930. Kaum drei Monate stnd's, da schrieb er mir, für die Beleidsbezeugung des A. L.V. Badenia anläßlich des Leimganges seiner Gattin dankend, er sehe es als ein Glück an, daß er selbst gesund und frisch sei, um für seine zwei Kinder zu sorgen, die seiner noch bedürften; und nun ist auch er im Älter von nur 54 Jahren tragischerweise gleich seiner Frau ein Opfer derselben Krankheit geworden, deren Erforschung ein gut Teil seiner beruflichen Lebensarbeit gewidmet war. Carl Lewin, ursprünglich seit 1896 bei der Sprevia aktiv, kam als inaktiver Spreve im Sommer 1898 nach Leidelberg, wo er, der durch sein frisches und doch ausgeglichenes Wesen, wie durch seine Energie sich zur Leitung einer Korporation besonders eignete, sofort an die Spitze der Badenia gestellt wurde. In Heidelberg — das hat er mir oft gesagt — fühlte er sich besonders wohl. Die enge Verbundenheit der Bundesbrüder, die dort herrscht und die traditionell auch im A. H. V. Weiterbestand, fesselte den warmherzigen Menschen und auch die Auseinandersetzungen, die der klaren Scheidung des K. C. von nationaljüdischen Bestrebungen vorausgingen, haben ihn in seiner Anhänglichkeit an seine Heidelberger Verbindung und seine Freunde im K. C. nicht irre machen können, obwohl er später sich mehr und mehr dem Zionismus näherte. — Freilich lehnte er jeden Radikalismus auch von dieser Seite ab und bewahrte sich volles Verständnis für unsere Bestrebungen und für die Notwendigkeit auch der Arbeit des Zentralvereins, obwohl er in Konsequenz der bekannten Resolution der Hauptversammlung von 1913 sich äußerlich von diesem trennte. Lewins beruflicher Lebensgang war dadurch bestimmt, daß er das Glück hatte, nach Beendigung seines Universitätsstudiums Assistent an der v. Lehden'schen Klinik zu werden, zu einer Zeit, wo sich mehr als bis dahin das Interesse der medizinischen Welt der Erforschung der Krebskrankheit zuwandte. Auf diesem Gebiete hat Lewin eine Reihe wertvoller Beiträge geliefert, auf Grund deren er sich verhältnismäßig früh als Privatdozent an der Berliner Universität habilitieren konnte. — Auch später blieb sein wissenschaftliches Interesse vorzugsweise dem gleichen Gegenstand, wenn auch keineswegs ihm aüein, zugewandt und er sah es als eine glückliche Fügung des Schicksals an, daß er hierbei vielfach mit Männern theoretisch und praktisch Zusammenarbeiten konnte, die dem Kreise seiner alten Bundesbrüder angehörten. Einen von ihnen hat er dann auch zum Testamentsvollstrecker bestimmt, als er den Ernst der Krankheit erkannte, die nun sein allzufrühes Linscheiden überraschend schnell brachte. Noch in seinem letzten Lebensjahre hatte er die Genugtuung, durch seine Berufung zum Leiter der inneren Abteilung der neugeschaffenen Poliklinik der Jüdischen Gemeinde Berlin sein Ansehen als Arzt anerkannt zu sehen. Nun Carl Lewin dahingegangen ist, tritt seine herzenswarme, reine Personlichkeit mit ihrem liebenswürdigen Humor, ihrer Treue und Zuverlässigkeit nochmals lebendig vor unser Auge und läßt uns den schweren Verlust doppelt schmerzlich empfinden, den mit seinen Kindern auch wir, seine Freunde und Bundesbrüder, erlitten haben. Wir werden seiner nimmer vergessen. Have pia anima. Max Mainzer. Dem Gedächtnis des cand. med. Eduard Salomon aus Neuwied am Rhein, geboren am 30. August 1867, gefallen im Pistolen-Duell in Freiburg im Breisgau am 12. Februar 1890. Von Dr. Bernhard Baruch in Frankfurt a. M. Am 12. Februar 1930 waren 40 Jahre vergangen, seitdem Herr cand. med. Eduard Salomon in Freiburg i. B. im Pistolen-Duell erschossen wurde. Eduard Salomon war nicht K. C.er. Als er studierte, bestand wohl die Viadrina in Breslau, deren Ideen Eduard Salomon verfocht und mit sei-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.