KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1930
- Issue
- Heft 7 (August 1930)
- Date
- 1930-08-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2268830-2268973-2268982--3692-2272790- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
K. C.-Blätter Bezugspreis halbjährlich 2,50 Mark zuzügl. 0,60 M. Postgebühr. Abonnements- Bellungen durch den Verlag und das K. C.-Büro. Zeitschrift des Karte«. Convents d. Verbindungen deutscher Studenten jüdischen Glaubens Anzeigen - Annahme durch den Verlag und das K. C.- Büro. Preis 1,—Mark für die einfach gespaltene Zeile nach Rudolf Moffe ZeilenmefferNr. 15. Oie Verbindungen im K. C. ftehen auf dem Boden d^utschvaterländischer Gesinnung. Sie haben lm Zweck den Kampf gegen den Antisemitismus in der deutschen Studentenschaft und die Erziehung rer Mitglieder zu selbstbewußten Juden, die im Bewußtsein, daß die deutschen Juden einen durch eschichte, Kultur- und Rechtsgemeinschaft mit dem deutschen Vaterland unlöslich verbundenen olksteil bilden, jederzeit bereit und imstande sind, für die politische und gesellschaftliche Gleicherechtigung der Juden einzutreten. — Der K. C. lehnt die Bestrebungen zur Lösung der deutschen udenfrage außerhalb Deutschlands ab. — Zu politischen und religiösen Sonderbestrebungen merhalb des Judentums nehmen die Verbindungen im K. C. keine Stellung, soweit dies nicht durch Absatz 1 und 2 bedingt ist." 0. Jahrgang Nachrichtenheft Rr. 7 A«g»st 1930 rachdruck unserer Aufsätze, mit Ausnahme der durch einen besonderen Vermerk gegen Nachdruck geschützten, unter Quellenangabe gestattet. Ludwig Haas. Quitten in die Wirrnisse einer düsteren, unguten Zeit fällt der Schatten einer tiefen ernsten Trauer. Ludwig Laasist in diesen Tagen von uns gegangen, entrissen seinem Vaterlande, für dessen höchstes Wohl die Erfolge seines Lebens wuchsen, entrissen dem deutschen Judentum, zu dessen besten Söhnen er gehörte. Fast scheint es, als habe ein hartherziges Geschick Schlimmes für unser schwergeprüftes Volk beschlossen,- da es ihm seine edelsten Kräfte nimmt in einer Zeit, in der es sie am bittersten notwendig hat. Ludwig Haas' Lebenswerk war noch nicht beschlossen, denn noch war die schwere Not des deutschen Volkes nicht behoben. Die Trauer, die wir K.C.er um einen unserer Edelsten tragen, wird überglänzt durch das Bewußtsein, daß dieser Mann im Sein und Wirken ein ebenso guter Jude wie ein braver deutscher Patriot gewesen ist. Weil seine Gesinnung untadlig war, sein Streben unberührt von den Schlacken der Selbstsucht, sein Schaffen geadelt vom Segen, den es der Gemeinschaft trug, darum verlischt sein Andenken nicht, sondern ruht im Lichte rühmender Erinnerung. And darum war er unser; war es, weil er in Daseinshaltung- und Gestaltung ganz den Idealen des besten K. C.ertums gelebt hat. So ist der Abschied, den wir nehmen müssen, ein eigentlicher Abschied nicht, denn der köstliche Znhalt seines Lebens bleibt erhalten als Erbgut und als Aeberlieferung, und so gilt auch von ihm das einfache, doch stolze Wort, mit dem die selbstgewählte Grabschrift des Ovid abschließt: Vivara! (Eine eingehende Würdigung des Verblichenen wird in der nächsten Nummer der K. C.-Blätter erfolgen.)